Michi Hashimoto

Michi Hashimoto, geb. Yoshida (* 10. Juli 1887 in Fukushima, Japan; † 17. April 1972 in Los Angeles, Kalifornien, USA), war eine japanisch-amerikanische Malerin (Issei). Sie war vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren in Südkalifornien tätig. Sie arbeitete mit Öl- und Aquarellfarben und fertigte dekorative Paravents.[1]

Leben

Michi Yoshida wanderte 1911 im Alter von 24 Jahren in die Vereinigten Staaten aus und ließ sich in Oakland, Kalifornien, nieder. 1920 wurde sie an der University of California, Los Angeles (UCLA), aufgenommen, wo sie 1924 ihren Abschluss machte. Im selben Jahr fand im Los Angeles County Museum ihre erste Einzelausstellung statt, in der sie Aquarelle und bemalte Paravents präsentierte. Ihr Werk umfasste Porträts, Fantasielandschaften, Stillleben und Darstellungen mit mystischen Themen, die sie in Öl- und Aquarelltechnik ausführte. Dabei verwendete sie gelegentlich goldene Metallfarbe. In einer Rezension der Los Angeles Times zur Ausstellung von 1924 wurde hervorgehoben, dass Hashimoto zwar westliche Stilrichtungen verfolgte, ihre Lehrer an der UCLA sie jedoch ermutigt hätten, das „okzidental-orientalische“ Element ihrer Herkunft in ihre Kunst einfließen zu lassen. Eine weitere Einzelausstellung fand 1940 in der Frances Webb Gallery in Los Angeles statt und zeigte Porträts von Familienmitgliedern und Freunden. Die Los Angeles Times beschrieb ihren Stil zu dieser Zeit als „direkt westlich“.[1]

1922 heiratete sie Masahiko Hashimoto und zog nach West Los Angeles, wo ihr Ehemann gemeinsam mit seinen Brüdern eine Gärtnerei betrieb. Beide engagierten sich in der japanischen Gemeinde: Michi Hashimoto war Gründungspräsidentin der örtlichen Fujinkai-Frauengruppe.[2] Die Fujinkai waren Frauenvereinigungen innerhalb der japanisch-amerikanischen Gemeinschaft. Sie waren vor allem auf Hawaii und dem US-Festland aktiv. Meist waren sie an buddhistische Tempel oder christliche Kirchen angeschlossen. Zu ihren Aufgaben gehörten soziale und finanzielle Angelegenheiten, darunter die Organisation von Gottesdiensten, das Sammeln von Spenden für Kirchen oder Tempel sowie die Unterstützung von Gemeindemitgliedern in schwierigen Lebenslagen.[2]

1930 reisten Michi und Masahiko Hashimoto für sechs Monate nach Japan. Diese Reise wurde in der japanisch-amerikanischen Zeitung Rafu Shimpo ausführlich behandelt. 1942 zog das Paar nach Japan und lebte während des Zweiten Weltkriegs in Tokio. Nach einem Brand, bei dem ihr Haus und ein Großteil ihrer Werke zerstört wurden, zogen sie 1944 in die Präfektur Fukushima. 1950 kehrten sie in die Vereinigten Staaten zurück und ließen sich zunächst in Pacoima, Kalifornien, nieder. 1957 zogen sie zurück nach West Los Angeles, wo sie bis 1970 an der Leitung der Hashimoto Nursery beteiligt waren. Michi Hashimoto starb am 17. April 1972 in Los Angeles, Kalifornien.[1]

Literatur

  • Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford, 2008.

Einzelnachweise

  1. a b c Michi Hashimoto | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 12. August 2025; abgerufen am 9. November 2025 (englisch).
  2. a b Fujinkai. Abgerufen am 10. November 2025.