Michael Tierney (Politiker)
Michael Tierney (* 30. September 1894 in Castleblakeney, County Galway, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland; † 10. Mai 1975 in Dublin, Irland) war ein irischer Universitätsprofessor und Politiker der Cumann na nGaedheal und später der Fine Gael. Von März 1925 bis Juni 1927 und von September 1927 bis Februar 1932 war er Teachta Dála (Abgeordneter) im Dáil Éireann, dem Unterhaus, und von 1938 bis 1944 Mitglied im Seanad Éireann, dem Oberhaus des irischen Parlaments (Oireachtas). Von 1947 bis 1964 war er Präsident des University College Dublin.
Biografie
Tierney ging in Ballinasloe zur Schule und studierte ab 1911 am University College of Dublin (UCD). Den Irish Volunteers trat er 1913 bei. 1914 schloss er mit Auszeichnung in Altphilologie ab. Nach dem Master 1916 wurde er Assistenzprofessor für Altgriechisch. Mit einem Stipendium setzte er seine Studien an der Sorbonne, der Universität Athen und an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin in der Zeit von 1919 bis 1921 fort. 1922 erhielt er den Lehrstuhl für Altgriechisch am UCD. Bei den Wahlen 1923 trat er erstmals für die Cumann na nGaedheal im Wahlkreis Galway an, wurde jedoch nicht gewählt. Bei einer Nachwahl für den ausgeschlossenen Henry Coyle im November 1924 scheiterte er im Wahlkreis Mayo North, doch bei der Nachwahl für den zurückgetretenen Joseph McGrath konnte er dann im März 1925 in den Dáil einziehen. Bei den Wahlen im Juni 1927 trat er nicht an, war jedoch im September 1927 erfolgreich, als er im Wahlkreis der National University of Ireland für den Dáil kandidierte. Er verlor jedoch den Sitz wieder bei den Wahlen 1932.[1]
Tierney war Anhänger des autoritären Korporatismus. Er trat als einer der ersten der Army Comrades Association bei und unterstützte mit Ernest Blythe Eoin O’Duffy dabei, Führer der Bewegung zu werden. Auf Tierney soll auch der Name Fine Gael als Produkt des Zusammenschlusses von Cumann na nGaedheal, Army Comrades Association und National Centre Party zurückgehen.
1938 wurde er über die Liste der National University in den Seanad Éireann gewählt und verblieb dort bis 1944. 1947 wurde er Präsident der UCD und sorgte ab 1949 für den Umzug des Campus nach Belfield und ab 1960 für den Neubau von Fakultätsgebäuden. 1964 schied er aus dem akademischen Leben aus.
Seit Juni 1923 war er mit Eibhlín MacNeill, Tochter von Eoin MacNeill, verheiratet und hatte mit ihr sieben Kinder.