Michael Matscheko

Michael Matscheko, auch Michael Ritter von Matscheko (* 27. Dezember 1832 in Wien[1]; † 29. Jänner 1897 ebenda[2]) war Fabriksbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]

Leben

Michael Matscheko war Sohn des Staatskanzlei-Hofsekretärs Josef Matscheko († 1858). Er studierte von 1850 bis 1853 Chemie am Polytechnikum Wien. Im Jahr 1848 nahm er an der Revolution in Wien teil, wurde dann Leutnant in der ungarischen Revolutionsarmee und flüchtete nach der Niederlage in die Türkei. 1850 kehrte er nach Wien zurück und wurde 1851 wegen Verdachts des Hochverrats verhaftet, aber nach neun Monaten mangels an Beweisen wieder freigesprochen. Im Jahr 1853 wurde er Chemiker in einer deutschen Kerzen- und Seifenfabrik und gründete 1855 eine Kerzenfabrik in Krakau (Galizien). Von 1860 bis 1880 war er Direktor und ab 1872 Gesellschafter der „Gustav Wagenmann, Petroleum-Raffinerie, Stearinkerzen- und Fettwarenfabrik“ in Wien. Nach dem Tod seines Bruders Josef im Jahr 1891 wurde er Inhaber und Leiter und ab 1894 Gesellschafter der Kunststein- und Zementsteinwarenfabrik „Matscheko & Schrödl“ in Wien. Er beteiligte sich auch an Kohle- und Petroleumgruben.

Matscheko war Verwaltungsrat (1871–1897), Vizepräsident (1874–1876, 1883–1886 und 1895–1897) und letztendlich Präsident (1877–1880, 1887–1893) des Niederösterreichischen Gewerbevereins. Von 1872 bis 1874 war er auch Vizepräsident des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins. Er war auch Präsident (1879–1882, 1888–1893) und Vizepräsident (1893–1897) des Technologischen Gewerbemuseums in Wien. Zwischen 1887 und 1893 war er Vizepräsident des Donau-Vereins zur Hebung der Fluß- und Kanalschiffahrt in Österreich. Von 1892 bis 1897 war er weiters Direktor des Vereins der Ersten österreichischen Spar-Casse in Wien. Für seine Verdienste um die Förderung der industriellen und gewerblichen Interessen wurde ihm das Komturkreuz des Franz-Josephs-Ordens und der Orden der Eisernen Krone III. Klasse verliehen.[4]

Er starb am 29. Jänner 1897 im Alter von 64 Jahren im Sanatorium der Wiener Kaufmannschaft laut Sterbebuch an „Zuckerharnruhr“.

Er war römisch-katholisch und ab 1872 verheiratet mit Clementine Mayer (Maier), mit der er eine Adoptivtochter hatte. Seine Schwester war die Schriftstellerin Nina Hoffmann (1844–1914) und sein Schwager war der Maler Josef Hoffmann (1831–1904).

Politische Funktionen

Michael Matscheko war vom 7. Oktober 1879 bis zum 23. Jänner 1891 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI. und VII. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Städte 4 (Wien Wieden (IV. Bezirk)) zuständig. Er kandidierte auch bei den Wahlen von 1891, unterlag jedoch dem antisemitischen Kandidaten Wilhelm Philipp Hauck.[5]

Klubmitgliedschaften

Michael Matscheko war ab 1879 Mitglied im Klub der Liberalen (und von 14. Jänner bis 4. Februar 1880 deren Obmann-Stellvertreter), ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken, ab 1885 beim Deutschösterreichischen Klub und ab dem 6. November 1888 bei den Vereinigten Deutschen Linken.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Matricula Online – Wien 02., St. Johann Nepomuk, Taufbuch, 1830–1835, Seite 172, 1. Zeile
  2. Matricula Online – Wien 04., St. Karl Borromaeus, Sterbebuch, 1887–1897, Seite 204, 8. Zeile
  3. Matscheko, Michael Ritter von (1895), Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 9. Januar 2026.
  4. † Michael Ritter v. Matscheko. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 29. Jänner 1897, S. 2 Mitte unten (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  5. † Michael Ritter v. Matscheko. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 29. Jänner 1897, S. 2 Mitte unten (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp