Michael Bauman

Michael „Mike“ Bauman (* im 20. Jahrhundert) ist ein US-amerikanischer Kameramann. Seine Karriere begann er ab Mitte der 1990er-Jahre als Oberbeleuchter und Lichttechniker im amerikanischen Kino und Fernsehen. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem preisgekrönten Filmemacher Paul Thomas Anderson. Bauman ist außerdem Mitbegründer des LED-Beleuchtungsherstellers LiteGear.

Leben

Michael Bauman stammt ursprünglich aus Wisconsin. Anfang der 1990er-Jahre zog er nach Südkalifornien.[1] Dort schloss er im Jahr 1992 eine Ausbildung zum Kameramann am American Film Institute (AFI) ab.[2]

Bauman gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit Al DeMayo und Jeff Soderberg das Unternehmen LiteGear. Alle drei hatten sich beim Filmprojekt Iron Man (2008) kennengelernt. Ursprünglich als Anbieter von flexibler LED-Beleuchtung für Kino- und Fernsehbeleuchtungsanwendungen gestartet, entwickelte sich LiteGear zum Hersteller von LED-Beleuchtungsausrüstung für Profis in der Kino-, Fernseh- und HD-Videoindustrie. Bauman ist derzeit Mitglied des Verwaltungsrats des Unternehmens.[1]

Karriere

Bauman begeisterte sich für Lichtgestaltung und begann Mitte der 1990er-Jahre in Hollywood als Oberbeleuchter für zahlreiche Musikvideos Fuß zu fassen. Parallel arbeitete er an Kurzfilmen und Fernsehproduktionen mit, ehe 1997 ein längerfristiges Engagement für die Sketch-Comedy-Show Tracey Takes On... mit Tracey Ullman folgte. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte sich Bauman verstärkt auf seine Tätigkeit als Oberbeleuchter im amerikanischen Kino. Er arbeitete in dieser Position auch an zahlreichen Blockbustern mit, darunter der Oscar-prämierte Kriminalfilm Training Day (2001) von Antoine Fuqua, Michael Bays Science-Fiction-Streifen Die Insel (2005) und Transformers – Die Rache (2009) sowie die Comicbuch-Adaptionen Iron Man (2008) und Iron Man 2 (2010) von Jon Favreau.[1] Auch war er Mitglied der Lichtteams von den Regisseuren Michael Mann (Collateral, 2004; Miami Vice, 2006) und Adam McKay (Vice – Der zweite Mann, 2018).

Die Zusammenarbeit mit Paul Thomas Anderson wurde zur bislang wichtigsten kreativen Partnerschaft für Bauman. Der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Kameramann setzt regelmäßig analoge Kameras und Filmmaterial ein, um einen spezifischen visuellen Stil zu kreieren. Bauman war für Anderson erstmals als leitender Lichttechniker an seinem preisgekrönten Historiendrama The Master (2012) tätig, woraufhin gemeinsame Musikvideos für die Bands Haim und Radiohead folgten.[3] Auch an Andersons nächsten Kinoprojekten Inherent Vice – Natürliche Mängel (2014) und Der seidene Faden (2017, als „lighting cameraman“ geführt) war Bauman beteiligt. Beim folgenden in den 1970er-Jahren spielenden Kinofilm Licorice Pizza (2021) orientierten sich beide von der Bildsprache her an Jugendfilmklassikern wie Amy Heckerlings Ich glaub’, ich steh’ im Wald (1982) und vor allem George LucasAmerican Graffiti (1973). Erstmals in seiner Karriere wurde Bauman bei Licorice Pizza gemeinsam mit Anderson als Chefkameramann im Abspann eines Films genannt.[4] Nach weiteren Ausflügen als Kameramann ins amerikanischen Fernsehen (American Horror Stories, 2023–2024; Feud, 2024) setzte Anderson ihn als alleinverantwortlichen Chefkameramann an One Battle After Another (2025) ein. Das „epische Screwball-Abenteuer voller atemberaubender Action-Szenen“ mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, wurde fast ausnahmslos euphorische Kritiken der englischsprachigen Fachpresse zuteil.[5]

Filmografie (Auswahl)

Kameramann

Abteilung Kamera und Elektrik

Soweit nicht anders angegeben Tätigkeiten als Oberbeleuchter:

Einzelnachweise

  1. a b c About. In: litegear.com (abgerufen am 23. September 2025).
  2. Michael Bauman. In: watch.afi.com (abgerufen am 23. September 2025).
  3. David Alexander Willis: Making Movies. In: britishcinematographer.co.uk (abgerufen am 23. September 2025).
  4. Luke Hicks: Michael Bauman on Lighting Licorice Pizza and Bringing Paul Thomas Anderson’s Vision to Life. In: thefilmstage.com, 30. Dezember 2021 (abgerufen am 23. September 2025).
  5. One Battle After Another. In: rottentomatoes.com (abgerufen am 21. September 2025).