Meseret Hadush

Meseret Hadush Weldemariam (* in Adigrat) ist eine äthiopische Musikerin und Frauenrechtlerin aus der Region Tigray.[1] Sie ist Gründerin der 2023 ins Leben gerufenen Organisation Hiwyet (Tigrinya für „Heilung“), die Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt unterstützt.[2] 2025 wurde sie mit dem 19. Bremer Solidaritätspreis ausgezeichnet.

Leben

Hadush wurde in der Stadt Adigrat geboren; ihren Schulabschluss machte sie 2001 in Mekelle.[1] Sie studierte Musik an der Yared School of Music der Addis Ababa University und schloss 2012 mit einem Bachelor ab.[3] 2020 erwarb sie an der Mekelle University einen Masterabschluss in Musik.[3] Beruflich war sie als Pianistin und Musikdozentin, unter anderem an der Universität in Mekelle, tätig.[1] Mit dem von ihr mitbegründeten Wettbewerb „Tigray Idol“ suchte sie nach Alternativen zu kulturellen Normen, die die künstlerische Entfaltung von Mädchen einschränken.[1]

Wirken

Während des Tigray-Krieges mobilisierte Hadush Mitstreiterinnen zur Frauenselbsthilfe und baute Unterstützungsstrukturen für Betroffene sexualisierter Kriegsgewalt auf.[1] 2023 gründete sie die Hiwyet Charity Association (HCA), deren Name „Heilung“ bedeutet und die sich auf Schutz, Heilung und Rechte von Überlebenden konzentriert.[2] Die Organisation benennt als Ziel, in Tigray „eine Welt [zu schaffen], in der jede Frau und jedes Mädchen ein Leben ohne Angst, Gewalt und Ungleichheit leben kann“.[4] Sie dokumentiert Verbrechen, organisiert Zugang zu medizinischer und psychosozialer Versorgung und fördert Präventions- sowie Aufklärungsarbeit etwa zu Frauengesundheit und Frühehen.[3] Nach eigenen Angaben hat Hiwyet bislang mehr als 5.800 Frauen unterstützt.[4] In einem Interview berichtete Hadush, in den vergangenen zwei Jahren nahezu 6.000 Mütter erreicht zu haben und 200 Mütter mit Trainings und Startkapital beim Wiedereinstieg in die Gesellschaft unterstützt zu haben.[3] Die Arbeit der Organisation finanziert sich demnach überwiegend aus Spenden der Diaspora; staatliche Fördermittel erhält sie nicht.[3]

Auszeichnungen

Für ihr Engagement in Tigray beschloss der Bremer Senat am 29. April 2025, Hadush mit dem 19. Bremer Solidaritätspreis auszuzeichnen.[2] Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.[2] Die Festveranstaltung zur Preisverleihung fand am 29. September 2025 in der Oberen Halle des Bremer Rathauses statt; die Laudatio hielt die medica-mondiale-Gründerin Monika Hauser.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Bremer Solidaritätspreis: Meseret Hadush, Kämpferin für Tigrays vergewaltigte Frauen. In: taz.de. 29. September 2025, abgerufen am 30. September 2025.
  2. a b c d e 19. Bremer Solidaritätspreis geht an Aktivistin aus Äthiopien. In: rathaus.bremen.de. 29. April 2025, abgerufen am 30. September 2025.
  3. a b c d e Left Behind by War, Carried Forward by Hope: Inside Hiwyet’s Support for Women and Children. In: The Reporter Ethiopia. 19. April 2025, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  4. a b Hiwyet Charity Association – Offizielle Website. In: hiwyetigray.org. Abgerufen am 30. September 2025 (englisch).