Mersin Şehir Mezarlığı
Der Mersin Şehir Mezarlığı (deutsch Stadtfriedhof Mersin; auch bekannt als Mersin Asri Mezarlığı oder Akbelen Mezarlığı) ist der zentrale städtische Friedhof der südtürkischen Großstadt Mersin. Er befindet sich im Stadtteil Yusuf Kılıç im Bezirk Toroslar und gehört zu den größten Friedhofsanlagen der Region. Besonders bekannt ist er für seinen interreligiösen Charakter, da hier Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen – darunter Muslime, Christen und Juden – auf demselben Gelände bestattet werden.
Geschichte
Die Entstehung des Mersin Şehir Mezarlığı geht auf die späten 1930er-Jahre zurück. Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Mithat Toroğlu wurde 1936 ein neues Friedhofsgelände ausgewiesen,[1] da die bisherigen Begräbnisplätze der wachsenden Stadt nicht mehr ausreichten. Im Jahr 1938 wurde der Friedhof eröffnet.[2] Das Areal wurde auf einer Fläche von rund 400 Dönüm (etwa 400.000 Quadratmeter) angelegt und diente von Beginn an als moderner städtischer Gemeinschaftsfriedhof. Anfangs gab es noch eine Trennung nach Konfessionen, doch diese verschwand im Laufe der Jahre. Damit wurde der Friedhof zu einem Symbol für friedliches Zusammenleben und religiöse Toleranz in der einstmals multikulturellen Stadt.[2]
Lage
Der Mersin Şehir Mezarlığı liegt verkehrsgünstig am Akbelen-Boulevard, einer der Hauptverkehrsachsen von Toroslar, und ist mit mehreren Buslinien erreichbar.[3] Die Verwaltung erfolgt durch die Mezarlıklar Dairesi Başkanlığı der Mersin Büyükşehir Belediyesi (Großstadtverwaltung Mersin). Neben klassischer Grabpflege und Verwaltung bietet der Friedhof heute auch digitale Dienste, darunter ein QR-Code-basiertes Suchsystem für Angehörige, mit dem Gräber einfach lokalisiert werden können.
Bedeutung
Die Anlage ist nicht nur Begräbnisstätte, sondern auch ein Spiegel der Stadtentwicklung und des gesellschaftlichen Wandels Mersins. Im Zuge der Modernisierung der Stadtplanung unter dem Einfluss des Architekten Hermann Jansen wurde der Friedhof in den Gesamtplan integriert. Heute umfasst er nahezu 100.000 Gräber und gilt als eines der wichtigsten Beispiele für städtische Bestattungskultur in der Türkei.[3]
Neben seiner funktionalen Bedeutung wird der Friedhof häufig als Ort des Respekts und der Einheit beschrieben.[3] In Mersin, einer Stadt mit langer Geschichte von Migration, Handel und kultureller Vielfalt, verkörpert der Mersin Şehir Mezarlığı das Zusammenleben verschiedener Glaubensgemeinschaften auf besonders eindrucksvolle Weise.[1][4]
Bestattete Persönlichkeiten
- Konca Kuriş (1962–1998 oder 1999), muslimische Feministin[2]
- Konstantin Mavromati, Architekt[2]
- Ahmet Kireççi (1914–1978), türkischer Ringer und Olympiasieger[2]
- Seyfi Alanya (1928–2005), türkischer Leichtathlet[2]
- Mithat Toroğlu, Bürgermeister von Mersin[2]
- Bergen (1959–1989), türkische Sängerin[2]
- einige Anführer der Widerstandsgruppen der Kuvâ-yi Milliye[2]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Dünya üzerindeki tüm mezarlıklardan farklı! Sebebi ise..., Milliyet, 5. Dezember 2018, abgerufen am 13. November 2025
- ↑ a b c d e f g h i Izgi Güngör: Not only bodies, but prejudices buried in Mersin Cemetery. In: Turkish Daily News. Hürriyet, 3. Oktober 2008, archiviert vom am 20. Dezember 2013; abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ a b c Bu mezarlık diğerlerinden çok farklı, Yeni Şafak, 19. Dezember 2018, abgerufen am 13. November 2025
- ↑ Mersin Şehir Mezarlığı'nda, Müslüman, Hristiyan ve Musevi mezarları bir arada, İşte Mersin, abgerufen am 13. November 2025
Koordinaten: 36° 49′ 8,4″ N, 34° 36′ 7,2″ O