Meret Schlegel
Meret Schlegel (* 1951) ist eine Schweizer Tänzerin, Performerin und Tanzpädagogin.
Leben
Meret Schlegel wuchs in einer sechsköpfigen Familie im Schweizer Mittelland auf. Schon früh war sie vom Tanz als Ausdrucksform und Kommunikationsmittel fasziniert.
Meret Schlegel lebt in Zürich.
Ausbildung
Ihre ersten Tanzstunden erhielt sie von Irène Steiner (1918–1996), einer Tanzpädagogin, die das Erbe des Ausdruckstanz von Mary Wigman in der Schweiz verankerte.[1] Anfangs der 1970er Jahre kam Meret Schlegel dann in den USA mit der dortigen Tanz-Performance-Szene in Kontakt und nahm u. a. an Intensivworkshops von José Limón und Merce Cunningham teil (daneben besuchte sie auch Technikkurse). Diese Vorbilder und die Begegnung mit deren Arbeitsweise und Persönlichkeiten sollten sich prägend auf den Werdegang und den Lebenslauf von Meret Schlegel als Tänzerin und Performerin auswirken. Ihr Werkzeug zur Tänzerin erarbeitete sie weitgehend autodidaktisch.[2] Neben einer Ausbildung und einer kurzen Tätigkeit als Grundschullehrerin erwarb sie schliesslich an der Universität Basel den Grad eines Master of Advanced Studies.
Künstlerische Tätigkeitsfelder
1997 gründete sie zusammen mit Roger Nydegger das „Tanztheater Dritter Frühling“ (TT3F).[3] Von 2000 bis 2011 leitete sie das Tanzhaus Zürich,[4] ab 2007 zusammen mit Katrin Kolo, ab 2011 mit Andrea Knoll. 2013 gründete sie zusammen mit Kilian Haselbeck die „Companie zeitSprung“.[5] Die beiden Stücke der Truppe, „To be or orthopädie“, gefolgt von „orthopädie or to be“ (2015), festigten Meret Schlegels Ruf als Pionierin in der freien Schweizer Tanzszene.[6][7] 2017 trat Schlegel und ihre „Companie zeitSprung“ mit ihrer Tanz-Performance „Komplizen“ in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten beim Beijing Dance Festival in China auf.[8] Schon früh arbeitete sie als Tänzerin und Performerin mit Künstlerinnen und Künstler aus anderen Sparten zusammen. In Zürich 2025 gestaltete sie mit Nelly Bütikofer, ebenfalls Pionierin der freien Schweizer Tanzszene, ein „tänzerisches Kaleidoskop“, ein Mix aus Erinnerungsfragmenten und neuen Kreationen.[9]
Schlegel sieht sich in der Tradition des Ausdruckstanzes, wie er anfangs des 20. Jahrhunderts etwa von Mary Wigman und Gret Palucca initiiert wurde. Dabei werden den Tänzerinnen und Tänzern als Individuen viele Freiheiten im Ausdruck zugestanden. Die Improvisation steht im Zentrum. Dies ganz im Gegensatz zum traditionellen Ballett oder zum Volkstanz, wo Regeln für eine Truppe die Stücke und die Aufführungen dominieren.[10]
Auszeichnungen
- 2013: Anerkennungspreis Stadt Zürich
- 2014: Tanz-Atelierstipendium der Stadt Zürich in San Francisco[11]
- 2015: Schweizer Tanzpreis zusammen mit Kilian Haselbeck für «Aktuelles Tanzschaffen».[7][12]
Einzelnachweise
- ↑ Irène Steiner - Tanz, wie ich ihn auffasse und gestalte (1945), [1]
- ↑ Schweizer Kulturpreise, aktuelles Tanzschaffen Saison 2013–2015, [2]
- ↑ Tanztheater Dritter Frühling (TT3F), Localcities.
- ↑ Arnd Wesemann: Meret Schlegel renoviert das Tanzhaus Zürich. Aus: Tanz, August/September 2007.
- ↑ About aus - Zeit Sprung, (DE)
- ↑ Lilo Weber: Auf Zeitsprung, Neue Zürcher Zeitung, 24. November 2016
- ↑ a b «Orthopädie or to be»: Kilian Haselbeck/Meret Schlegel, Schweizer Kulturpreise Bundesamt für Kultur
- ↑ Cie zeitSprung: Dance Performance. In: www.eda.admin.ch. Abgerufen am 10. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ „Meine Gedanken kräuseln sich - ich muss tanzen“, Tanzperformance Meret Schlegel/Nelly Bütikofer, MAXIM Theater, Zürich September 2025 [3]
- ↑ Meret Schlegel: Schlussbericht Atelier Berlin, 2019, [4]
- ↑ FCAB
- ↑ Bundesamt für Kultur Jahresbericht 2015, S. 6.