Meister von Raigern

Mit Meister von Raigern oder auch Meister des Altars von Raigern oder Meister des Raigerner Altars[1] (tschechisch Mistr rajhradského oltáře) wird ein Maler der Böhmischen Gotik bezeichnet.

Der namentlich nicht bekannte Künstler erhält seinen Notnamen nach den von ihm geschaffenen Tafelbildern, die in der Kunstgeschichte als „Altar Rajhrad von Raigern“ (Rajhrad) bekannt wurden.[2][3] Die Bilder sollen 1440/1455 entstanden sein.[4] Sie wurden lange als ein „chronologischer Fixpunkt“ für die Datierung anderer Werke der Böhmischen Malerschule des 15. Jahrhunderts gesehen, jedoch wird in neuerer Zeit ihre genaue Datierung wieder aufgegriffen.[5]

Der Stil des Meisters von Raigern zeigt den beiderseitigen kulturellen Austausch zwischen der Böhmischen und Wiener Region, aber auch die Entstehung der Böhmischen Malerschule,[6] ein Stil, wie er sich auch beim Meister von Wittingau finden lässt.

Werke (Auswahl)

Die erhaltenen Tafelbilder des Altars von Raigern mit Szenen aus der Passion Christi und der der Kreuzholz-Legende befinden sich in:

In deren Besitz verteilt befinden sich auch dem Meister von Raigern oder seiner Werkstatt zugeschriebene Tafelbilder eines Jakobusaltars.

Commons: Meister von Raigern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jiři Fajt (Hrsg.): Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden, Kunst und Repräsentation des Hauses Luxemburg 1310-1437. Katalog zur Ausstellung auf der Prager Burg 2006. Deutscher Kunstverlag 2006, S. 618–624.
  2. Gregor Wolny: Kirchliche Topographie von Mähren II/1. Brünn 1856, S. 412
  3. Milena Bartlová: A contribution to the characteristics of the Master of the Rajhrad altarpiece as an art personality. In: Bulletin Národní galerie v Praze, Vol, 11/1 (2002), S. 6–19 (englisch).
  4. Jiři Fajt: Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden. Prag 2006, S. 619 (Kat.-Nr. 230).
  5. Milena Bartlová: Eine Neudatierung des sog. Raigerner Altars und die Folgen für die Chronologie der böhmischen Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/rss.archives.ceu.hu (PDF; 377 kB), Zeitschrift für Kunstgeschichte, München: Deutscher Kunstverlag, 65, 145–179 (2002), abgerufen am 8. Januar 2010.
  6. Ludwig Baldass: Eine südböhmische Malerwerkstatt um 1420. Zeitschrift für Kunstgeschichte, 4 Bd., H. 5/6 München, Berlin, Deutscher Kunstverlag S. 301–319 (1935).