Meine gestohlene Revolution

Film
Titel Meine gestohlene Revolution
Originaltitel My Stolen Revolution
Produktionsland Iran,
Schweden
Originalsprache Schwedisch,
Persisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 75 Minuten
Stab
Regie Nahid Persson Sarvestani
Drehbuch Nahid Persson Sarvestani
Produktion Nahid Persson Sarvestani,
Rostam Persson
Musik Dan Sundquist
Kamera Maryam Ebrahimi,
Nicklas Karpaty
Schnitt Emil Engerdahl
Besetzung
Soudabeh Ardavan,
Parvaneh Aref,
Monireh Baradaran,
Azar Al Kanaan,
Nazli Partovi,
Nahid Persson Sarvestani

Meine gestohlene Revolution (Originaltitel: My Stolen Revolution) ist ein 2013 erschienener Dokumentarfilm der schwedisch-iranischen Regisseurin Nahid Persson Sarvestani. Der Film setzt sich mit den Erfahrungen iranischer Frauen auseinander, die nach der Islamischen Revolution als politische Gefangene inhaftiert wurden.

Inhalt

Mehrere Frauen, die nach der Islamischen Revolution in Iran politisch inhaftiert waren, erzählen ihre Erfahrungen von Verhaftung, Haft, Folter und solidarischem Zusammenhalt im Gefängnis. Sie berichten von den Bedingungen ihrer Gefangenschaft, von Verlusten und Ängsten, aber auch von Momenten des Widerstands. Ihre Erinnerungen entfalten sich in persönlichen Gesprächen und wechselseitigen Erzählungen, die ein gemeinsames Bild ihres politischen Engagements und der erlittenen Repression formen. Zwischen den Schilderungen erscheinen ruhige Momente der Reflexion, in denen die Erzählungen szenisch unterbrochen werden und Raum für die Verarbeitung des Gehörten entsteht. Schließlich treten die Frauen in kurzen pantomimischen Sequenzen auf, in denen sie den schwarzen Tschador und die Augenbinde tragen, die ihnen im Gefängnis auferlegt wurden. In einer kraftvollen Geste reißen sie die Stoffe ab, lassen ihr Haar frei und verwandeln die Bewegung in ein stilles Zeichen des Aufbegehrens. Die gemeinsame Erinnerung an Leid und Widerstand bündelt sich so zu einem symbolischen Akt der Selbstbefreiung.

Produktion und Hintergründe

Meine gestohlene Revolution entstand im Kontext von Nahid Persson Sarvestanis zunehmendem politischem Aktivismus ab den 2010er-Jahren. Sie wollte nicht nur über iranische Frauen und Dissidentinnen zu berichten, sondern ihnen den vollumfänglichen Aktions- und Erzählraum geben. Viele der interviewten Frauen mussten zunächst ihre Zurückhaltung überwinden, um sich auf den kollektiven Prozess der Offenbarung einzulassen.[1]

Rezensionen

Danja Nüesch schrieb für das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): „Sichtlich betroffen setzt Nahid ihre persönliche Reise zu ihren früheren Mitstreiterinnen fort und trifft auf drei weitere Schicksale, die die Gräuel dieser Zeit unangenehm präsent werden lassen. Nahid beschliesst, ihre Freundinnen zu sich nach Schweden einzuladen. Zusammen erinnern sich die Frauen an eine Zeit, die für sie alle unglaubliches Leid bedeutete. Körperliche und seelische Vergewaltigung prägen die Erinnerungen. Doch das gemeinsame Erinnern ist für die Frauen eine Art Gruppentherapie. Eine, die vor allem für Nahid besonders wichtig scheint.“[2]

Literatur

  • Boel Ulfsdotter: First signs of collective authorship: My Stolen Revolution (2013). In: Nahid Persson Sarvestani Towards A Liquid Authorship. Edinburgh University Press, 2025, ISBN 978-1-47447-988-2. S. 85–101
  • Boel Ulfsdotter: Conclusion to Part Two. In: Nahid Persson Sarvestani Towards A Liquid Authorship. Edinburgh University Press, 2025, ISBN 978-1-47447-988-2. S. 101–106

Einzelnachweise

  1. Boel Ulfsdotter: First signs of collective authorship: My Stolen Revolution (2013). In: Nahid Persson Sarvestani: Towards A Liquid Authorship. Edinburgh University Press, 2025, ISBN 978-1-4744-7988-2, S. 71–84.
  2. Danja Nüesch: Gesellschaft & Religion - Sie hat den Terror überlebt, darum fühlt sie sich schuldig. In: srf.ch. 12. Februar 2014, abgerufen am 4. Dezember 2025.