Medienbotschafter China-Deutschland

Medienbotschafter China – Deutschland war ein Stipendienprogramm für Journalisten, das 2008 von der Robert-Bosch-Stiftung unter der Schirmherrschaft des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier zur Völkerverständigung ins Leben gerufen wurde. Im Jahr 2016[1] wurde das Stipendienprogramm beendet, unter anderem angesichts der sich verschärfenden Arbeitsbedingungen für unabhängige Journalisten im Gastland China.

Jährlich vergab die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem International Media Center Hamburg (IMCH) der Universität Hamburg sechzehn Stipendien an junge chinesische und deutsche Journalisten.[2][3] Die Journalisten erhielten zunächst einen einmonatigen Lehrgang am International Media Center Hamburg bzw. der Tsinghua-Universität in Peking. Anschließend hospitierten sie für zwei Monate bei Medien (Print, Online, Fernsehen und Radio) des jeweiligen Gastlandes. Gleichzeitig bekamen die Stipendiaten die Möglichkeit, als Korrespondenten auf Zeit für ihre Heimatmedien zu berichten. Die Teilnehmer des Programms erhielten ein monatliches Stipendium in Höhe von 1200 Euro.[4]

Kooperationspartner auf chinesischer Seite waren unter anderem die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, die staatlichen Tageszeitungen China Daily und Global Times sowie die Wirtschaftsmagazine Caixin und Caijing. Auch die staatlichen Rundfunkunternehmen China Central Television, Radio China International und Shanghai Media Group boten Hospitationsplätze für die Stipendiaten an. Zu den deutschen Medien, die chinesische Gastjournalisten aufgenommen haben, gehörten die Wochenzeitung Die Zeit, die Zeitungen Financial Times Deutschland, Handelsblatt und Bild sowie die Zeitschriften Manager Magazin, Geo und Gala. Auch die Online-Medien Spiegel Online, stern.de und bild.de, sowie die Fernsehsender NDR, DW-TV und RTL beteiligten sich.

Ziel des Austausch-Programms war es, jungen Journalisten ein breiteres Wissen über das jeweilige Gastland und dessen Mediensystem zu vermitteln. Die persönliche Erfahrung der Stipendiaten vor Ort sollte ein tieferes Verständnis des Gastlandes ermöglichen und so die Völkerverständigung zwischen der Volksrepublik China und Deutschland fördern.

2011 gründeten Alumni des Medienbotschafter-Programms den Verein Deutsch-Chinesische Mediennetzwerk e.V.[5]

Literatur

  • Steffen Burkhardt: Journalistik im Global Village: Das journalistische Kooperationsprogramm "Medienbotschafter China - Deutschland". In: Beatrice Dernbach und Wiebke Loosen (Hrsg.) Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung. Springer VS, Frankfurt a. M. 2012, ISBN 978-3-531-17460-0, S. 377–392.

Einzelnachweise

  1. Deutsch-Chinesisches Mediennetzwerk e.V. In: zhongde-media.net. Abgerufen am 14. November 2025 (englisch).
  2. http://www.medienbotschafter.de/frontend/index.php?lng=de&c=6
  3. http://imch.eu/programme/asia
  4. http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/17755.asp
  5. Deutsch-Chinesisches Mediennetzwerk e. V.