Max Schulze (SA-Mitglied)
Max Karl Schulze (* 21. Oktober 1900 in Gaildorf; † 1./2. Juli 1934 im KZ Lichtenburg) war ein deutscher SA-Führer. Er wurde bekannt als eines der Opfer des sogenannten Röhm-Putsches.
Leben und Wirken
Schulze trat zum 25. August 1926 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 43.252).[1] Er war seit Mitte der 1920er Jahre in der SA tätig. Bis 1933 hatte er den Rang eines Standartenführers erreicht. Zu dieser Zeit war er Führer der SA-Standarte 26 in Magdeburg.
Im Frühjahr 1933 tat Schulze sich bei den Ereignissen um die nationalsozialistische „Machtergreifung“ in Magdeburg hervor: Am 22. März 1933 besetzte die SA-Standarte 26 unter Schulzes Führung[2] das Magdeburger Rathaus in einer wilden Aktion. Die SA rief Schulze bei dieser Gelegenheit zum kommissarischen Bürgermeister von Magdeburg aus.[3] Die „Bürgermeisterschaft“ Schulzes, die bereits in den Tageszeitungen bekannt gegeben wurde[4], währte jedoch nur knapp einen Tag lang: Am 23. März 1933 konnte Fritz-August Wilhelm Markmann sich als neuer Bürgermeister durchsetzen.
Im Laufe des Jahres 1933 wurde Schulze stattdessen zum Standortkommandanten der SA in Magdeburg ernannt und zum SA-Oberführer befördert, zugeordnet dem Stab vom SA-Führer Konrad Schragmüller.
Am 30. Juni 1934 wurde Schulze im Zuge der als Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen Säuberungsaktion der Nationalsozialisten vom 30. Juni 1934 verhaftet: Er wurde ins KZ Lichtenburg verschleppt und dort am 1. oder 2. Juli 1934 von der SS erschossen.
Literatur
- Guido Heinrich, Gunter Schandera: Magdeburger biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. Scriptum-Verlag, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1, S. 650.
- Steffi Kaltenborn: Stadtgeschichte in der NS-Zeit. Fallstudien aus Sachsen-Anhalt und vergleichende Perspektiven. Lit, Münster 2005, ISBN 3-8258-8822-3, S. 43.
- Sven Felix Kellerhoff: "Röhm-Putsch!" 1934: Hitlers erste Mordaktion. Online-Ressource, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2024, ISBN 978-3-451-83407-3, S. 267.
Weblinks
- Klaus Michael Oßwald: Geschichte: Max Schulze aus Gaildorf machte in der Nazi-Zeit SA-Karriere – eine Spurensuche. In: Südwest Presse, 26. März 2020.
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/40460118
- ↑ Detlef Schmiechen-Ackermann, Steffi Kaltenborn (Hrsg.): Stadtgeschichte in der NS-Zeit. Fallstudien aus Sachsen-Amhalt und vergleichende Perspektive. In: Geschichte: Forschung und Wissenschaft. LIT, Münster/Berlin 2005, S. 43.
- ↑ Maik Hattenhorst: Magdeburg 1933. Eine rote Stadt wird braun. Zugleich Diss. Univ. Magdeburg 2009, In: Landeshauptstadt Magdeburg/Maren Ballerstedt, Peter Petsch, Mathhias Puhle (Hrsg.): Magdeburger Schriften. Band 3, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2010, ISBN 978-3-89812-775-2, S. 144.
- ↑ "Standartenführer als Oberbürgermeister eingesetzt", Magdeburg, 22. März, In: Eigene Meldung der Vossischen Zeitung. Morgen-Ausgabe, Nr. 137. Berlin, Mittwoch, 22. März 1933, fl. S. 2 f.