Max Pithan
Max Pithan (* 27. März 1878 in Barmen; † 21. Mai 1948 in Bad Meinberg) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Süd.
Leben
Max Pithan kam nach der Mittleren Reife an der Realschule Barmen im Jahre 1894 zur Stadtverwaltung Barmen, wo er die beiden Verwaltungsprüfungen (Mittlerer und gehobener Dienst) ablegte und zuletzt bis 1914 als Stadtsekretär bei der Stadtverwaltung Witten beschäftigt war. Er wechselte zur AOK in Witten und wurde dort Geschäftsführer. Pithan musste bis 1918 Kriegsdienst leisten. 1915 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse, das Frontkämpferehrenkreuz sowie das Finnische Freiheitskreuz III. Klasse.
Er engagierte sich politisch, wurde Mitglied im Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund und trat zum 9. Januar 1926 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 33.907),[1] wo er Ortsgruppenleiter wurde. Pithan hatte einen Sitz in der Wittener Stadtverordnetenversammlung und war 1933 Kandidat für den Preußischen Landtag. 1930 wurde er wegen Beleidigung der jüdischen Geschäftsleute von Witten durch ein Flugblatt der NSDAP zu einer Geldstrafe von 300 Mark verurteilt.[2] Vom 1. Oktober 1932 an war er NSDAP-Kreisleiter in Witten. Am 31. Januar 1933, einem Tag nach der „Machtergreifung“, waren er und ein SA-Standartenführer an der Verhaftung Wittener Kommunisten beteiligt.[3] Nach seiner Ablösung als Kreisleiter zum 1. Oktober 1933 zog er sich aus der Parteipolitik zurück und betätigte sich als Kirchmeister bei den Deutschen Christen, einer antisemitischen und rassistischen Strömung im deutschen Protestantismus. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Wechsel am 1. Januar 1936 als Leiter der AOK Lüdenscheid/Altena inne. Nach zehn Monaten wurde er beurlaubt, weil er für den Monat Januar noch Gehalt von der Kirche bezogen und dies nicht angegeben hatte. Es folgte ein Disziplinarverfahren, in dem er zum 1. März 1939 in den Ruhestand versetzt wurde. Von 1940 bis 1944 fungierte er im Staatsbad Meinberg als Bediensteter bei der Kurkartenausgabe und war von Januar 1948 an ehrenamtlich im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Bad Meinberg tätig.
Im Entnazifizierungsverfahren wurde er vom Hauptausschuss Detmold am 19. September 1947 in die Kategorie III (Minderbelastet) eingestuft, ohne Anrecht auf Pension. Die dagegen eingelegte Berufung hatte nur teilweise Erfolg, denn die Pension wurde auf 50 % der gesetzlichen Höhe festgesetzt. Seine Witwe versuchte, am 24. November 1950 mit einem Wiederaufnahmeantrag die Aufstockung des Ruhegehaltes zu erwirken, scheiterte jedoch mit der Ablehnung durch den Justizminister Nordrhein-Westfalen am 5. Dezember 1951.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 262f (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32571399
- ↑ Wittener Volkswacht vom 16. Dezember 1930, S. 9.
- ↑ Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945, zentrale Steuerung und regionale Initiative. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).