Max Kulik

Max Kulik (geb. 10. Juni 1898 in Hamburg-St. Pauli; gest. am 8. September 1959 in New York) war ein deutscher Fußballspieler der 1. Mannschaft des Hamburg St. Pauli Turnvereins, Arzt und wurde als Jude während des Nationalsozialismus gezwungen Deutschland zu verlassen.[1][2]

1913 trat Kulik mit 15 Jahren in die Fußballabteilung des Hamburg St. Pauli Turnvereins ein, aus der 1924 der FC St. Pauli als Verein hervorging und spielte zwei Jahre später in der ersten Mannschaft. 1916 erwarb Max Kulik seinen Schulabschluss an der Oberrealschule am Holstentor auf St. Pauli. 1917 zog er in den Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende studierte Kulik Medizin zunächst für vier Semester in Berlin und spielte bei Vorwärts 90 Berlin. Ab Frühjahr 1920 studierte er in Hamburg[3] und spielte im Eimsbütteler Turnverein (ETV), in der Saison 1920/21 war er Stammspieler der 1. Mannschaft in der höchsten norddeutschen Liga. 1923 erhielt Max Kulik seine Zulassung als Arzt. 1926 eröffnete er eine eigene Praxis an der Schlankreye 25 unweit der Sportplätze des ETV und machte sich auch einen Namen als Sportmediziner. 1930 spielte er für die Alten Herren des ETV, den er 1934 als Jude verlassen musste. Er spielte bei der jüdischen Sportgruppe Schild ab Dezember 1934 zunächst für die Alten Herren, dann für die 1. Mannschaft. 1937 erhielt Kulik als Arzt Berufsverbot. Max Kulik war verheiratet mit Louise geb. Hübner.

Am 5. Februar 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet. Für fünf Tage wurde er im Konzentrationslager Fuhlsbüttel interniert. Er kam unter der Auflage frei, zusammen mit seiner Frau Louise Deutschland sofort zu verlassen. Über Paris und Marseille flohen sie für einige Wochen nach Casablanca, gingen dann zurück nach Paris. Im Mai 1941 fanden sie Plätze auf einem der letzten Schiffe, die den Hafen von Marseille verließen und gelangten nach Mittelamerika. 1943 eröffnete Kulik eine eigene Praxis in Manhattan. Er verstarb 1959.

2024 organisierte das FC St. Pauli-Museum eine Sonderausstellung zum Leben von Max Kulik.

Einzelnachweise

  1. Deutsches Fußballmuseum: Max Kulik.
  2. Erinnerung an jüdischen Fußballer. Von St. Pauli nach New York. taz.de, 19. Juni 2023
  3. Uni Hamburg: Einschreibung