Max Hüesker
Max August Werner Hüesker (* 8. März 1883 in Wilhelmshaven; † 18. Oktober 1961 in Essen) war ein deutscher Landrat.
Leben und Wirken
Nach dem Besuch der Gymnasien in Celle, Wesel, Darmstadt, Lüneburg und Wiesbaden machte Max Hüesker am 5. März 1902 das Abitur und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Freiburg, Kiel, Berlin und Marburg. Am 8. November 1906 wurde er Gerichtsreferendar beim Oberlandesgericht Frankfurt/Main. Sein Rigorosum bestand er am 17. November 1906 und promovierte am 25. Juli 1910 in Leipzig zum Dr. jur. Er wechselte 1908 in die Verwaltung und wurde Regierungsreferendar bei der Bezirksregierung Düsseldorf.[1] Im Oktober 1911 zum Regierungsassessor ernannt, wurde er zum 1. November nach Ortelsburg abgeordnet. Hüesker war bei den Kämpfen im gesamten Ersten Weltkrieg, zuletzt als Hauptmann der Reserve, eingesetzt.
Er wurde Regierungsrat und kam am 9. Dezember 1918 zur Bezirksregierung Arnsberg und wechselte am 7. August 1919 zum Oberpräsidium Koblenz. Am 15. April 1921 zunächst kommissarisch, wurde Hüesker am 23. September 1921 definitiv Landrat des Kreises Limburg. Von Juni 1923 bis August 1923 wurde er von der französischen Besatzungsmacht inhaftiert und dann bis Oktober 1924 ausgewiesen.
Ab dem 9. Dezember 1924 leitete Hüesker – zunächst vertretungsweise – das Landratsamt Recklinghausen; am 1. April 1925 wurde er definitiv zum Landrat des Kreises Recklinghausen ernannt. Angesichts der zunehmenenden Umweltzerstörung durch die Industrialisierung war ihm der Naturschutz ein vorrangiges Anliegen. Während seiner Amtszeit als Landrat ließ er die ersten Naturschutzgebiete im Kreis Recklinghausen ausweisen.[2] Mit großem diplomatischen Geschick meisterte er die „Eingemeindungskämpfe“ (so der zeitgenössische Begriff) im Kreis Recklinghausen während der Debatten über der preußische Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirke vom 26. Februar 1926, das am 1. April 1926 in Kraft trat.[2]
Am 1. Oktober 1927 wurde Hüesker zum Regierungsvizepräsidenten der Bezirksregierung Arnsberg berufen und am 3. Juni 1930 zum Verbandspräsidenten des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk in Essen. Dieses Amt hatte er bis zum 31. März 1947 – Pensionierung infolge Auflösung der Behörde – inne. Er war noch bis zum endgültigen Ruhestand am 30. März 1949 Leiter der Außenstelle Essen des Ministeriums für Wiederaufbau in NRW.
Hüesker war seit 1932 ehrenamtlicher Vorsitzender des Verwaltungsrats der Krankenhäuser der barmherzigen Schwestern von der heiligen Elisabeth in Essen und Oberhausen und auch ehrenamtlicher Beisitzer am Verwaltungsgericht Münster.
Er gehörte dem Zentrum bis 1933 an und war anschließend zunächst im Stahlhelm und dann in der SA bis 1937, als er auf Antrag entlassen wurde.
Schrift (Dissertation)
- Zur Lehre von den gesetzlichen und richterlichen Veräusserungsverboten nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, Leipzig, juristische Dissertation vom 25. Juli 1910, Borna-Leipzig: Noske, 1910. OCLC 34195517
Literatur
in der Reihenfolge des Erscheinens
- Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867 bis 1945 (= Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, Band 70). Hessische Historische Kommission Darmstadt, Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-88443-159-5, S. 146.
- Art. Dr. Max August Werner Hüesker. In: Jürgen Schäfer (Bearb.), Kreis Recklinghausen (Hrsg.): Die Landräte des Kreises Recklinghausen von 1816 bis 1999. Eine Datensammlung. Archiv des Kreises Recklinghausen, Recklinghausen 2001, S. 33–36.
- Joachim Lilla: Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger in Westfalen und Lippe (1918–1945/46). Biographisches Handbuch (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 22 A: Geschichtliche Arbeiten zur westfälischen Landesforschung. Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Gruppe, Band 16). Aschendorff, Münster 2004, ISBN 3-402-06799-4, S. 182–183.
- Art. Max Hüesker. In: Heinz-Georg Matuszewski: Die Landräte des Kreises Recklinghausen. Kreishausdruck, Recklinghausen 2008, S. 16–17.
Weblinks
- Hüesker, Max August Werner. Hessische Biografie. (Stand: 28. November 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Fußnoten
- ↑ Michael Alfred Kanther (Bearb.): Nordrhein-Westfalen. Landesregierung: Die Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Band 1: 1946/50 (Ernennungsperiode und erste Wahlperiode), Teilband 2: Dokumente 208–506 (= Veröffentlichungen der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen, Reihe K: Kabinettsakten, Band 1). Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1992, ISBN 3-87710-150-X, S. 647.
- ↑ a b Heinz-Georg Matuszewski: Die Landräte des Kreises Recklinghausen. Kreishausdruck, Recklinghausen 2008, S. 16.