Max Grünbaum (Unternehmer)

Max Grünbaum (geboren 17. Mai 1874 in Büdingen; gestorben 5. Dezember 1952 in Daun) war ein deutscher Unternehmer.

Leben

Max Grünbaum war ein Sohn des Kaufmanns Robert Grünbaum und der Babette Lahnstein. Er machte nach dem Abitur eine Lehre als Speditionskaufmann und arbeitete in Bremen, Antwerpen und Köln. Er machte ein Selbststudium in Betriebswirtschaft und wurde 1901 Leiter der Zentralbuchhaltung des Warenhauses Tietz in Köln. Er heiratete 1903 Lina Gella Lahnstein (1874–1949), ihr erster Sohn starb bereits 1928 bei einer Geschäftsreise in den USA, der zweite Sohn Arnold Grünbaum wurde Arzt, emigrierte vor den Nationalsozialisten und starb unter ungeklärten Umständen[1] 1944 in Griechenland.

Bei der Umgestaltung des Unternehmens zur Tietz AG 1905 erhielt Grünbaum Prokura und wurde 1915 Vorstandsmitglied. 1921 war er Mitgründer der Patria Versicherungs-AG für Handel und Industrie. 1929 gründete er das auf Kohlensäure und Technische Gase spezialisierte Privatunternehmen Dauner Burgbrunnen. 1931 wechselte er in den Aufsichtsrat der Tietz AG als stellvertretender Vorsitzender. Grünbaum gehörte mehreren Aufsichtsräten an und trug den Titel eines Konsuls von Bolivien. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 zog er sich aus dem Tietz-Unternehmen zurück und ging nach Daun. Doch im April 1933 musste er nach England fliehen. Nach erfolgreicher Anfechtung seiner Reichsfluchtsteuer vor dem Reichsfinanzhof kehrte er Ende 1934 ins nationalsozialistische Deutschland zurück, musste aber vor erneuten Verfolgungsmaßnahmen nach Brüssel fliehen. Grünbaum und seine Frau wurden im November 1938 vom Deutschen Reich ausgebürgert. Nach dem deutschen Überfall auf Belgien 1940 versuchte er nicht aufzufallen, wurde aber 1942 aufgegriffen und zwei Wochen inhaftiert. Das Ehepaar wurde in Brüssel von Maria Hoffmann-Drusovic, der Frau des Flüchtlings Ernst Paul Hoffmann, die Zeit bis zur Befreiung Belgiens versteckt.[2]

Grünbaum kehrte 1949 nach Deutschland zurück, er wurde noch im selben Jahr zum Ehrenbürger von Daun ernannt.

Literatur

  • Grünbaum, Max, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 246

Einzelnachweise

  1. Franz-Josef Schmit: Die Suche nach der Wahrheit, Trierischer Volksfreund, Januar 2020. Archiviert bei Alemannia Judaica
  2. Franz-Josef Schmit: Aus Liebe zur Eifel zurück in die Heimat, Trierischer Volksfreund, 7. November 2017, mit Porträtfoto und Foto der Grabstelle. Archiviert bei Alemannia Judaica