Mauritius Wilde

Mauritius Wilde (* 27. Oktober 1965 in Hildesheim als Guntram Wilde) ist ein deutscher Benediktinermönch, Priester, Autor und Abt. Er wurde vom Vatikan am 3. Oktober 2025 zum Abt der Abtei Maria Laach ernannt. Zuvor war er Mitglied der Abtei Münsterschwarzach in Bayern, die der Benediktinerkongregation von St. Ottilien angehört.

Biografie

Frühes Leben

Guntram Wilde wurde am 27. Oktober 1965 als Sohn von Werner und Elfriede (geb. Brunbauer) Wilde geboren und hat einen älteren Bruder.[1] Von 1976 bis 1985 besuchte er das Gymnasium Josephinum in Hildesheim.[2]

Klosterleben

Nach dem Abitur im Jahr 1985 trat Wilde in die Abtei Münsterschwarzach ein, wo er bei seiner Noviziatsaufnahme den Ordensnamen „Mauritius“ erhielt – nach dem heiligen Mauritius, dem Patron seiner Heimatpfarrei St. Mauritius. Er studierte später Philosophie und Theologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und erwarb 1992 das Diplom.[3] Er setzte sein Theologiestudium an der Universität Tübingen fort, spezialisierte sich auf den deutschen Dominikaner-Mystiker Meister Eckhart und promovierte 2000 mit der Dissertation Das Neue Bild vom Gottesbild. Bild und Theologie bei Meister Eckhart.[4]

Am 27. Juli 2002 wurde er in der Abteikirche Münsterschwarzach vom Hildesheimer Weihbischof Hans-Georg Koitz zum Priester geweiht.[5]

Nach dem Studium war er als Präfekt im Internat des Egbert-Gymnasiums tätig. Daneben arbeitete er in der Jugendseelsorge und in der Berufungspastoral. Später wurde er von 1999 bis 2010 Leiter des abteieigenen Vier-Türme-Verlags.

2011 übertrug ihm der Abt von Münsterschwarzach die Leitung des zur Abtei gehörenden Priorates Christ the King Priory in Schuyler, Nebraska (USA), wo er als Prior wirkte.[6] Dort vertiefte er seine seelsorgliche Arbeit, indem er Exerzitien leitete und über Blogbeiträge, soziale Medien und Podcasts mit Menschen in Kontakt trat.[7]

Am 23. September 2016 ernannte ihn Gregory Polan, der Abtprimas der Benediktinischen Konföderation, zum neuen Prior der Primatialabtei Sant’Anselmo in Rom, Italien.[8] Diese Ernennung machte ihn auch zum Rektor des „Collegio Sant’Anselmo“, einem kirchlichen Wohnkolleg im römischen Stil, das als Ausbildungsort für Benediktiner sowie als Wohnstätte für über hundert Mönche aus rund 40 Ländern, Kleriker und Laien dient. Dort besteht für die Bewohner die Möglichkeit, am Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo oder an anderen römischen Universitäten zu studieren.[9]

Neben seinem Amt als Prior lehrte Wilde am Athenaeum Sant’Anselmo spirituelle Theologie und die Regel des heiligen Benedikt.[10]

Mit seiner theologischen und medialen Erfahrung sowie seinen guten Sprachkenntnissen in Englisch und Italienisch wird er regelmäßig von Vatican News und anderen internationalen Plattformen um geistliche Kommentare gebeten.[11]

Im August 2022 wählte der Konvent der Territorialabtei Montecassino ihn zu seinem Abt.[12] Papst Franziskus genehmigte die Wahl jedoch nicht, da es „konkordatstechnische Bedenken bei der Wahl eines Nicht-Italieners“ gab.[13]

Am 3. Oktober 2025 ernannte ihn das Ordensdikasterium der Römischen Kurie zum Abt der Abtei Maria Laach.[14][15][16] Am 15. November desselben Jahres wurde Abt Mauritius vom Trierer Bischof Stephan Ackermann benediziert.[17]

Wappen

Das Wappen von Mauritius Wilde hat einen blauen Wappenschild, mit zwei goldenen Dreiecken. Diese beide Farben stehen für die Abtei, die er leitet. Unterhalb dieser Dreiecke ist das Mauritiuskreuz, welches für seinen Ordensnamen steht. Unter dem Kreuz befinden sich zwei gekreuzte Abtsstäbe aus dem Wappen der Abtei Münsterschwarzach, in welche Abt Mauritius eingetreten ist. Ganz unten ist eine anglikanische Rose, welche für den heiligen Anselm von Canterbury steht, den Patron der Abtei Sant’Anselmo all’Aventino.

Die anglikanische Rose befindet sich ebenso auch in den Abtsstäben im Wappen und im Krummstab mit Pannisellus hinter dem Wappen. Neben dem Krummstab befindet sich noch der schwarze Galero mit jeweils 6 Quasten auf beiden Seiten.

Unterhalb dem Wappen befindet sich ein Spruchband mit dem Wahlspruch von Abt Mauritius. „OMNIA IN IPSO CONSTANT“, übersetzt „Alles hat in ihm Bestand“, aus dem Brief an die Kolosser (1,17 ).

Veröffentlichungen

Wilde hat zahlreiche Schriften in Deutsch, Englisch, Italienisch, Kroatisch und Spanisch veröffentlicht.[18] Einige seiner Werke sind:

  • Ich verstehe dich nicht. Die Herzensreise des kleinen Prinzen. Vier-Türme-Verlag (1994), ISBN 978-3-87868-506-7.
  • Das neue Bild vom Gottesbild. Bild und Theologie bei Meister Eckhart. Freiburger Universitätsverlag (2000), ISBN 978-3-7278-1298-9.
  • Der spirituelle Weg: Die Entwicklung des Benedikt von Nursia, Vier-Türme-Verlag (2001), ISBN 3-87868-630-7.
  • Petrus und Paulus. Wer in Gruppen entscheidet: Die Unternehmer-Verwalter-Typologie. Vier-Türme-Verlag (2003), ISBN 978-3-87868-284-4.
  • Respekt. Die Kunst der gegenseitigen Wertschätzung. Vier-Türme-Verlag (2009; überarbeitete Ausgabe 2020), ISBN 978-3-7365-0307-6.
  • Nüchternheit. Die Kunst, sich ein achtsames Herz zu bewahren. Vier-Türme-Verlag (2018), ISBN 978-3-7365-0159-1.
  • Be yourself! The Call of a Christian. Paulist Press (2019), ISBN 978-0-8091-5331-2.
  • Der Mönch in dir. Ein Weg zu Gelassenheit und Loslassen. Vier-Türme-Verlag (2024), ISBN 978-3736505513
Commons: Mauritius Wilde – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Dr. Elfriede Wilde. In: www.trauer.hildesheimer-allgemeine.de. 5. Juni 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  2. Peter Lange: Benediktinerpater Dr. Mauritius Wilde stellt in seiner Heimatstadt Hildesheim sein neues Buch vor. In: www.josephinum-hildesheim.de. 7. April 2019, abgerufen am 4. September 2021.
  3. Die Kunst der Nüchternheit. In: www.bistum-hildesheim.de. 26. März 2019, abgerufen am 3. September 2021.
  4. Das neue Bild vom Gottesbild: Bild und Theologie bei Meister Eckhart. In: www.tue.ibs-bw.de. 1998, abgerufen am 3. September 2021.
  5. Kirchlicher Anzeiger für das Bistum Hildesheim. In: www.bistum-hildesheim.de. 19. März 2003, abgerufen am 21. Oktober 2025.
  6. Stacy Wemhoff: An anniversary in the service of the Lord. In: www.columbustelegram.com. Schuyler Sun, 1. August 2012, abgerufen am 3. September 2021 (englisch).
  7. Podcasts mit P. Mauritius Wilde und Kris McGregor. In: www.discerninghearts.com. Abgerufen am 3. September 2021 (englisch).
  8. New Prior. In: www.christtheking.com. Abgerufen am 3. September 2021 (englisch).
  9. Life of the College. In: www.collegiosantanselmo.com. Abgerufen am 3. September 2021 (englisch).
  10. Ordo Facoltà di Teologia. In: www.ateneo.anselmianum.com. Pontificio Ateneo Sant'Anselmo, S. 94, abgerufen am 3. September 2021 (italienisch).
  11. Renardo Schlegelmilch: Unseren täglichen Blog gib uns heute, 21. April 2019. Abgerufen am 3. September 2021 
  12. Papst Franziskus lehnte Abtswahl von Montecassino ab. In: www.katholisch.de. 19. Oktober 2022, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  13. Neuer Abt für Kloster Montecassino, Wahl eines Deutschen war zuvor nicht bestätigt worden. In: www.katholisch.de. 9. Januar 2023, abgerufen am 11. November 2025.
  14. Sant’Anselmo-Professor zum Abt von Maria Laach ernannt. In: Confederation of Benedictines. 3. Oktober 2025, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  15. Neuer Abt der Benediktinerabtei Maria Laach tritt Amt an. Abgerufen am 3. November 2025.
  16. Neue Führungsspitze für Maria Laach. In: www.maria-laach.de. Maria Laach, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  17. Feierliche Benediktion von Abt Mauritius - Benediktinerabtei Maria Laach. 25. Oktober 2025, abgerufen am 17. November 2025.
  18. Ergebnis der Suche nach: 'Mauritius Wilde'. In: www.dnb.de. Abgerufen am 3. September 2021.