Mauretanische Rennmaus

Mauretanische Rennmaus
Systematik
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Tribus: Gerbillini
Untertribus: Gerbillina
Gattung: Echte Rennmäuse (Gerbillus)
Art: Mauretanische Rennmaus
Wissenschaftlicher Name
Gerbillus mauritaniae
(Heim de Balsac, 1943)

Die Mauretanische Rennmaus oder Mauretanien-Rennmaus (Gerbillus mauritaniae) ist ein nur von einem Exemplar aus dem südlichen Mauretanien bekanntes Nagetier in der Unterfamilie der Rennmäuse.[1]

Taxonomie

Henri Heim de Balsac legte bei der Erstbeschreibung der Art eine eigene Gattung mit dem Namen Monodia fest. Andere Zoologen konnten keine größeren Abweichungen erkennen und fügten die Mauretanische Rennmaus der Gattung Echte Rennmäuse zu. Eine Studie von 2009 zweifelte sogar den Artstatus dieser Rennmaus an und schlug einen Synonymisierung mit der Sudan-Rennmaus (Gerbillus nancillus) vor. Diese Auffassung vertritt auch die IUCN. Da der Holotyp verloren gegangen ist und es nicht auszuschließen ist, dass es in Mauretanien noch Rennmäuse gibt, die auf die ursprüngliche Beschreibung passen, wird der Artstatus in neueren Werken beibehalten. Eine genaue Revision der kleinen Rennmäuse aus Westafrika sollte zu Klärung der Fragen stattfinden.[1][2]

Merkmale

Das zur Beschreibung genutzte Tier hatte eine Kopf-Rumpf-Länge von 55 mm, eine Schwanzlänge von 75 mm und 15 mm lange Hinterfüße. Oberseits ist sandfarbenes Fell vorhanden und die Unterseite ist von weißen Haaren bedeckt. Die Art hat nackte Fußsohlen und einen Zahnschmelz mit zwei Schichten auf den Molaren. Der Paukenteil des Schläfenbeins ist klein und wenig abgeflacht. Am Ende des Schwanzes gibt es wenige längere Haare, die keine Quaste bilden.[2]

Verbreitung und Lebensweise

Die Mauretanische Rennmaus wurde in Sanddünen im Grenzbereich zwischen Sahara und der Sahelzone gefunden. Es wird angenommen, dass sie unterirdische Baue gräbt, die nachts verlassen werden. Zu weiteren Aspekten der Lebensweise und zu möglichen Gefahren ist nichts bekannt.[2]

Einzelnachweise

  1. a b Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Gerbillus mauritaniae).
  2. a b c Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. Lynx Edicions, 2017, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 633 (englisch, Gerbillus mauritaniae).