Maungatautari

Maungatautari
Höhe 797 m
Lage Kemureti / Cambridge, Waikato
Koordinaten 38° 1′ 8″ S, 175° 34′ 33″ O
Typ Vulkan
Alter des Gesteins Pleistozän, etwa 1,8 Millionen Jahren
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Maungatautari ist ein Berg in der Nähe von Kemureti / Cambridge in der Waikato Region im Zentrum der Nordinsel Neuseelands. Der 797 Meter hohe Berg ist ein erloschener Schichtvulkan. Er hat einen markanten Gipfel, der im gesamten Waipa District sichtbar ist; das Massiv des Berges ist ausgedehnt und wirkt aus der Entfernung wie ein kleiner Gebirgszug. Auf dem Berg befindet sich das Sanctuary Mountain Maungatautari, ein großes ökologisches Schutzgebiet und Renaturierungsprojekt.

Geschichte

Laut der mündlichen Überlieferung der Waikato Tainui wurde der Berg von Rakatāura / Hape, dem Tohunga (Weisen, Seher) des Tainui-Kanus, benannt. Nachdem er sich in der Bucht von Kawhia niedergelassen hatte, erkundeten Rakatāura und seine Frau Kahukeke das Landesinnere des Waikato Gebiets.[1] Maungatautari liegt heutzutage im Ngāti Hauā Gebiet. Das neuseeländische Ministerium für Kultur und Kulturerbe übersetzt Maungatautari mit „Berg des aufrechten Stabes.“[2]

Geologie

Maungatautari ist ein erloschener, 797 Meter hoher andesitisch-dazitischer Schichtvulkan mit einer Prominenz von mindestens 600 Metern über seiner Umgebung und einem geschätzten Alter von 1,8 Millionen Jahren. Seine erodierten Flanken nehmen den größten Teil des gleichnamigen umliegenden Bezirks ein, da sein Durchmesser zwischen 6 und 8 Kilometern beträgt.[3]

Der Berg grenzt südlich des Karapiro-Sees an ein freiliegendes Grauwacke-Grundgebirge. Er verfügt über eine große Bandbreite vulkanischer Gesteinsarten, von Bimsstein- und Aschestromablagerungen in Gipfelnähe und hydrothermal verändertem Andesit an seinen Südflanken bis hin zu Labradorit, Pyroxen und Hornblende-Andesit und Dazit im Inneren des Schichtvulkans. Ein kleiner Kegel aus Olivinbasalt befindet sich angrenzend bei Kairangi, 7 km nordwestlich. Der Kairangi-Kegel ist jedoch älter und der östlichste der basaltischen Alexandra-Vulkangruppe.[3]

Die Ablagerungen der Oberflächenringebene von Maungatautari befinden sich hauptsächlich an den nördlichen und nordöstlichen Flanken und umfassen eine markante Fels- und Schuttlawine im Nordosten mit einem Volumen von 0,28 Kubikkilometern,[4] während die Abdachungen im Süden und Osten von den jüngeren und sehr dicken Ignimbritschichten bedeckt sind, die von den massiven Eruptionen des Mangakino-Caldera-Komplexes vor etwa 1 Million Jahren stammen.[3]

Das ökologische Schutzgebiet

Umgeben von einem der längsten schädlingssicheren Zäune der Welt ist das ökologische Schutzgebiet Maungatautaris das größte eingezäunte Öko-Schutzgebiet Neuseelands. Die Zäune schützen in einem ca. 3400 Hektar großen Urwaldarreal als ‘ökologische Insel’ seltene einheimische Tier- und Pflanzenarten vor invasiven Schädlingen wie Nagern, Mardern und verwilderten Katzen.[5]

Zu den in dem Ökoreservat geschützten Tierarten gehören die nur in Neuseeland vorkommenden Kākāpos, braunen Kiwis sowie die dreiäuige Eidechsenart Tuatara und der Hochstetter Frosch. Der extrem gefährdete Kākāpo, die größte Papageienart der Erde, ist zwar nicht völlig flugunfähig, bewegt sich jedoch vor allem hüpfend im Unterholz des Urwaldes und ist daher ebenso wie seine Gelege gegen eingeschleppte Raubtierarten besonders anfällig. Im Schutzgebiet befindet sich eine Brut- und Aufzuchtstation für Kākāpos.[5]

Zusammen mit den einheimischen Baumarten des Nordinsel-Bushes wie Rimu, Tōtara, Kahikatea und Tawa gibt es im Schutzgebiet seltene Bodenbedecker und Wildkräuter sowie Moos- und Flechtarten.

Das staatlich geförderte Schutzprojekt wird durch professionelle Ökologen sowie eine hoch engagierte Gruppe von Laienhelfern betrieben. Es ist öko-touristisch durch ein Informationszentrum und Führungen erschlossen.

Siedlung

Die kleine ländliche Gemeinde Maungatautari gehört zum Verwaltungsdistrikt Waipā und der Region Waikato. Sie liegt zwischen dem Berg Maungatautari und dem Lake Karapiro am Waikato Fluss. Die Gemeinde Horahora befindet sich im Nordwesten, die Gemeinde Pukeatua an der Südflanke des Vulkans, sie wird von einem südöstlichen Nebengipfel namens Te Akatarere überragt. Von den ca. 335 Einwohnern Maungatautaris (2023) sind ungefähr 20 % Māori.[6]

Das māorische Versammlungshaus des Maungatautari Marae und Te Manawanui liegt am nördlichen Rand des Berges mit Blick auf den Waikato River. Eine seit 1901 in dem Ort befindliche Grundschule wurde 2011 geschlossen, die Lehrer- und Schülerschaft mit der Schule in Horahora vereint.[7]

Der international bekannte Museumsdirektor und Kulturwissenschaftler Ken Gorbey wurde in Maungatautari geboren und verbrachte dort seine Kindheit.

Einzelnachweise

  1. Raukawa Deed of Recognition. Abgerufen am 26. Oktober 2025 (englisch).
  2. Ministerium für Kultur, Hauptverwaltung (HV)Verlage und Buchhandel. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  3. a b c Pittari, Adrian et al.: Inception of the modern North Island (New Zealand) volcanic setting: spatio-temporal patterns of volcanism between 3.0 and 0.9 Ma. Abgerufen am 26. Oktober 2025 (englisch).
  4. Marlena L. Prentice, Adrian Pittari, Shaun L. L. Barker, Vicki G. Moon: Volcanogenic processes and petrogenesis of the early Pleistocene andesitic-dacitic Maungatautari composite cone, Central Waikato, New Zealand. In: New Zealand Journal of Geology and Geophysics. Band 63, Nr. 2, 2. April 2020, ISSN 0028-8306, S. 210–226, doi:10.1080/00288306.2019.1656259.
  5. a b Sanctuary Mountain: Sanctuary Mountain Maungatautari | Ecological Bird & Wildlife Reserve. Abgerufen am 26. Oktober 2025 (englisch).
  6. Statistical area 1 dataset for 2018 Census – updated March 2020 | Stats NZ. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  7. Stuff. Abgerufen am 26. Oktober 2025.