Maung Saungkha

Maung Saungkha, auch: Maung Saung Kha (birmanisch မောင်ဆောင်းခ, geb. 5. Januar 1993[1]) ist ein burmesischer Dichter, Menschenrechtsaktivist und Chief Commander der Bamar People’s Liberation Army.[2][3]

Leben

Ausbildung

Von 2010 bis 2012 studierte Saungkha Chemieingenieurwesen.[4]

Dichtung

An der Universität gründete Saungkha die „Poetry Lovers’ Association“ („Poesieliebhabervereinigung“). Der Club geriet bald ins Visier der Militärüberwachung, und den Mitgliedern wurde das Recht verweigert, das Clubsymbol auf ihren Absolventenhüten zu tragen.[4]

Im Jahr 2016 wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er „ein Gedicht über ein Tattoo von [Präsident Thein Sein] auf seinem Penis veröffentlicht habe“.[5]

Menschenrechtsaktivismus

Im Jahr 2012 trat Maung Saungkha der Nationalen Liga für Demokratie als Vertreter der Jugendarbeitsgruppe bei.[6]

Am 15. Januar 2018 gründete Maung Saungkha die Aktivistenorganisation Athan („Stimme“), die sich für die Meinungs- und Pressefreiheit in Myanmar einsetzt („promote freedom of expression and freedom of the press in Myanmar“). Im Dezember 2018 wurde die Organisation von der Botschaft des Königreichs der Niederlande für ihren Beitrag zur Förderung der Meinungsfreiheit in Myanmar ausgezeichnet.[7] Er trat außerdem aus der Nationalen Liga für Demokratie aus, da er mit Aung San Suu Kyi hinsichtlich des Vorgehens der Regierung zum Schutz der Pressefreiheit und der Behandlung von Minderheiten nicht einverstanden war.[6]

Nach dem Militärputsch 2021 wurde er einer der Anführer der Landesweiten Proteste (နွေဦးတော်လှန်ရေး, burm.: [nwè.ú.tɔ̀.l̥àɰ̃.jé]).[8]

Bamar People’s Liberation Army

Am 17. April 2022 war er Mitbegründer der Bamar People’s Liberation Army, einer ethnischen bewaffneten Organisation, die in Myanmar nach ethnischem Föderalismus strebt und in welcher er als Kommandeur fungiert.[9]

Politische Ansichten

SSungkha hat seine Unterstützung für den Föderalismus in Myanmar zum Ausdruck gebracht. Er hat sich auch gegen den Völkermord an den Rohingya ausgesprochen.[4]

Einzelnachweise

  1. The Bizarre Trial of a Poet in Myanmar. In: The New Yorker. 2. März 2016; (englisch).
  2. Diep in de jungle trainen Myanmarezen voor de strijd tegen de junta. In: NRC. Abgerufen am 7. April 2022 (niederländisch).
  3. Myanmar’s rebellion, divided, outgunned and outnumbered, fights on. In: The Washington Post. 30. März 2022, abgerufen am 7. April 2022 (englisch).
  4. a b c The Poet Who Commands a Rebel Army. In: The New York Times. 16. Juli 2024, abgerufen am 22. September 2024 (englisch).
  5. „a poem about having a tattoo of [] on his penis“. Myanmar court convicts man over penis tattoo poem. In: the Guardian. 24. Mai 2016, abgerufen am 7. April 2022 (englisch).
  6. a b Maung Saungkha: Ready for war: my journey from peaceful poet to revolutionary soldier. In: The Guardian. 9. Februar 2022, abgerufen am 7. April 2022 (englisch).
  7. Maung Saungkha – Freedom of expression, internet freedom and independent journalism. In: www.government.nl. Ministerie van Algemene Zaken, 30. November 2020, abgerufen am 7. April 2022 (englisch).
  8. Two protesters killed in Myanmar, shops and factories closed. In: www.thaipbsworld.com. Abgerufen am 7. April 2022 (englisch).
  9. Till Fähnders, Singapur: Im Angesicht des Todes: So brutal verfolgt Myanmars Militär Demokraten. In: FAZ.NET. Abgerufen am 7. April 2022.