Maschke-Kommission
Die sogenannte Maschke-Kommission, offiziell im Zeitraum 1957–1962 als Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte und ab 1962 als Wissenschaftliche Kommission für die Dokumentation des Schicksals der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs bezeichnet,[1.1] und als WK abgekürzt,[2] war eine historische Kommission der 1950er- bis 1970er-Jahre, die sich vornehmlich mit der historischen Aufarbeitung der Geschichte deutscher Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg befasste.[3.1] Ihren populären Spitznamen verdankte die Maschke-Kommission ihrer Führungsperson, dem Historiker Erich Maschke.[4.1]
Das wichtigste Ergebnis der Maschke-Kommission war das 22-bändige Reihenwerk Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges (1962–1974),[3.1] bei dem es sich um das erste große wissenschaftliche Projekt der deutschen Geschichtsschreibung zu deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs handelte.[4.1] Die Kommission sammelte und analysierte dabei umfangreiches Quellenmaterial, darunter Berichte ehemaliger Kriegsgefangener aus verschiedenen Gewahrsamsstaaten. Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse war politisch umstritten und zeitweise staatlich eingeschränkt, bevor sie Mitte der 1970er-Jahre allgemein zugänglich gemacht wurde.
Die Kommission wurde zum Jahresende 1972 aufgelöst. Trotz der Kritik an einzelnen Aspekten gilt ihr Werk als grundlegende Quelle der historischen Forschung zur deutschen Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Viele der dabei gesammelten Dokumente werden heute im Bundesarchiv-Militärarchiv verwahrt und weiterhin genutzt. Die Ergebnisse der Maschke-Kommission spielen bis heute eine wichtige Rolle in der akademischen Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte.
Hintergründe
Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) gerieten Millionen deutscher Soldaten der Wehrmacht und der Waffen-SS in die Kriegsgefangenschaft der Alliierten. Am 22. Juni 1945 zählten die Westalliierten 7.614.794 Kriegsgefangene,[5.1][5] während ~3.155.000 deutsche Kriegsgefangene von der Sowjetunion interniert wurden.[6.1] Auf der Moskauer Außenministerkonferenz im Frühjahr 1947 wurde der Dezember 1948 als Endtermin der Repatriierung ehemaliger Wehrmachtssoldaten festgelegt. Während die Westalliierten, die Tschechoslowakei und Jugoslawien sich an den Beschluss hielten und ihre Kriegsgefangenen tatsächlich bis 1948 freiließen, verzögerten die Sowjetunion und die Volksrepublik Polen die Auslieferung. Soldaten, die nach 1948 nach Deutschland zurückkehrten, wurden als Spätheimkehrer bekannt.[1.2]
In der Sowjetunion hatte es im Zeitraum 1948–1950 zahlreiche Kriegsverbrecherprozesse gegeben, um die Haftstrafen der verbleibenden deutschen Gefangenen zu verlängern. Die meisten Angeklagten wurden zu Haftstrafen von 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.[7.1] Obwohl ~13.500 deutsche Kriegsgefangenen nach wie vor in der UdSSR interniert waren, erklärte die Sowjetregierung am 4. Mai 1950, dass die Repatriierung abgeschlossen sei.[8] Dies führte in Westdeutschland zu Bestürzung.[9.1] Letztlich stimmte die Sowjetregierung beim Besuch Adenauers in Moskau im September 1955 endgültig zu, alle Internierten unabhängig von der Resthaftzeit zu repatriieren.[8] Die letzten Kriegsgefangenen verließen im Verlauf des Jahres 1956 die Sowjetunion.[6.1]
Gründung der Kommission
Vorläufer
Erste Projekte zur Erfassung der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen hatte es seit 1949 gegeben (1949 vom Deutschen Büro für Friedensfragen, dann erneut 1953 vom Bundesarchiv), aber ihre Umsetzung auf einer offiziellen politischen Ebene war wegen politischer Bedenken bezüglich des Schicksals der weiterhin internierten Kriegsgefangenen zunächst verschoben worden. Stattdessen bildete sich ein Kriegsgefangenenbeirat aus Mitgliedern der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, des Evangelischen Hilfswerks für Kriegsgefangene und Internierte, des Suchdiensts des Deutschen Roten Kreuzes, der Kriegsgefangenenhilfe der SPD und des Verbandes der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißtenangehörigen Deutschlands e. V. (VdH). Der Kriegsgefangenenbeirat stellte mit seinen Mitgliedern verschiedener Hintergründe einen breiten Querschnitt der Gesellschaft dar und war die stärkste Lobbygruppe, die beim Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (BMVt) die Ausarbeitung eines konzisen Geschichtswerks über die deutschen Kriegsgefangenen bewarb.[2.1]
Zusammenstellung der Kommission
Die Wissenschaftliche Kommission (WK) wurde 1957 ins Leben gerufen.[3.1] Schirmherr war das BMVt, welches der WK einen Startetat von 4 Million D-Mark zur Verfügung stellte;[2.1] zunächst trug die Kommission den Namen „Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte“.[1.1] Bemerkenswert am Zeitpunkt der Einrichtung war, dass die letzten deutschen Kriegsgefangenen erst in den Jahren 1955/1956 überhaupt in die Bundesrepublik zurückgekehrt waren, weshalb sich die Dokumentierung der Geschichte der Kriegsgefangenschaft unmittelbar an ihr Ende anschloss.[2.1] Die Arbeit der WK passt in ein größeres Muster der deutschen Geschichtsschreibung der 1950er-Jahre, die sich in der Betrachtung des Zweiten Weltkriegs mit Vorliebe auf deutsche Kriegsopfer konzentrierte.[2.2] Da die letzten Kriegsgefangenen erst 1956 in die Bundesrepublik zurückkehrten, begann die Arbeit der WK später als die staatlich geförderte Ausarbeitung vergleichbarer Projekte zur Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-und Mitteleuropa (1953–1962) sowie die vom BMVt herausgegebenen fünfbändigen Dokumente deutscher Kriegsschäden. Evakuierte, Kriegsgeschädigte, Währungsgeschädigte (1958–1964).[2.1]
Der erste Projektleiter der WK war zunächst bis zu seinem unerwarteten Tod im April 1959 der Osteuropahistoriker und ehemalige Kriegsgefangene Hans Koch (1894–1959).[10]
Nach Kochs Tod wurde die Projektleitung an einen weiteren Osteuropahistoriker, Erich Maschke (1900–1982), übertragen, der ebenfalls deutscher Kriegsgefangener in der Sowjetunion gewesen und erst im Jahr 1953 in die Heimat zurückgekehrt war.[4.1] Während der Zeit des Nationalsozialismus hatte Maschke sich schwerpunktmäßig mit der deutschen Ostsiedlung befasst;[10] seine Ausführungen zum Deutschen Ritterorden waren bei der SS beliebter Lesestoff zur Unterfütterung der eigenen Ideologie einer deutschen Eroberung Osteuropas.[11] Maschke war nach dem Kriegsende zunächst mit anderen Professoren der Universität Leipzig ein ziviler Gefangener, wurde aber dann zum Kriegsgefangenen erklärt und in die UdSSR gebracht.[7.2]
Ein wichtiger Mitarbeiter von Koch und Maschke war Kurt W. Böhme, der vor seinem Beitritt zur WK ein Abteilungsleiter beim Suchdienst des Deutsches Roten Kreuzes gewesen war und der innerhalb der WK zunächst mit der technischen Leitung des Projekts betraut und anschließend im Jahr 1959 zum Geschäftsführer ernannt wurde. Hans Koch widersetzte sich bei der Rekrutierung von Mitarbeitern dem Wunsch des BMVt nach namhaften Historikern und betonte stattdessen die Wichtigkeit junger Forscher, die seiner Darstellung nach nicht so stark überlastet wären wie ihre älteren Standesgenossen.[2.3]
Zu den Historikern, die an der Ausarbeitung der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen mitarbeiteten, gehörte Hedwig Fleischhacker.[12]
Arbeitsweise
Methodologie
Während das BMVt zunächst gehofft hatte, die Kriegsgefangenengeschichte hauptsächlich als Dokumentensammlung umgesetzt zu sehen (was damit der vergleichbaren Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa geähnelt hätte), stellte sich für die WK schnell heraus, dass der erforderliche Daten- und Dokumentenbestand überhaupt nicht vorhanden war. Die von Maschke formulierte Aufgabe, „das Schicksal von 11 bis 12 Millionen Kriegsgefangenen in mindestens 20 Gewahrsamsstaaten von den Kriegsjahren bis zum Jahre 1956, als die letzten heimkehrten, in seinem ganzen Umfange und der ganzen Vielfalt als ein Stück deutscher Zeitgeschichte zu erfassen“, war durch die immense Zahl und große geographische Streuung der Kriegsgefangenen außerordentlich schwierig.[2.3]
Schon 1958 wurden die ursprünglich ebenfalls berücksichtigten Zivilisten in ausländischer Gefangenschaft komplett aus dem Aufgabenbereich der WK gestrichen.[10] Der Teilaspekt des Gesundheitswesens in Kriegsgefangenenlagern wurde ebenfalls größtenteils ausgeklammert und der zwischen 1958 und 1964 herausgegebenen Serie Extreme Lebensverhältnisse und ihre Folgen des ärztlichen Beirats des VdH überlassen.[2.3] Juristische Teilaspekte wurden nach Konflikten mit der Zentralen Rechtsschutzstelle (ZR) des Auswärtigen Amts ausgeklammert und die Vor- sowie Nachgeschichte der Kriegsgefangenschaft ebenfalls gänzlich übergangen.[2.4]
Bei der Arbeit, die sich auf einen weit gestaffelten Quellenkorpus berufen sollte, musste nach Ansicht der WK eine Balance zwischen ‚Objektivität‘ und ‚Subjektivität‘ gefunden werden; einerseits war es das Ziel der Kommission, ‚objektive‘ Fakten wie die Zahl der Kriegsgefangenen, Lagersystematik, Verpflegungsmengen und Arbeitsquoten zu ermitteln, andererseits sollte das ‚subjektive‘ Erlebnis der individuellen Kriegsgefangenen beachtet und unter sozialpsychologischen Aspekten verarbeitet werden. Vor allem der Fokus auf subjektive Erfahrung, die in der Formulierung Maschkes keine „Geschichte des Handelns, sondern des Leidens“ sei, brachte das Projekt früh in die von den WK-Mitgliedern selbst erkannte Gefahr, in den Verdacht zu geraten, dass mit der Veröffentlichung „Unrecht gegen Unrecht aufgerechnet werden“ solle.[2.4]
Um dem Vorwurf nationalistischer Befangenheit vorzubeugen,[9.2] versuchte die WK durch internationale Kontakte, in anderen Staaten die Ausarbeitung ähnlicher Projekte zu animieren. Dies gelang lediglich in Frankreich,[2.4] wo unter dem Vorsitz von Fernand Braudel eine ähnliche Kommission (französisch Commission d’Histoire de la Captivité) eingerichtet wurde.[10] Wichtige Forschungskontakte entwickeln sich für die WK außerdem besonders in den Beneluxstaaten. Als wichtiger britischer Kontakt erklärte sich Henry Faulk, ehemaliger Leiter der politischen Umerziehung deutscher Kriegsgefangener, bereit, für die WK an der Ausarbeitung zur Darstellung der deutschen Kriegsgefangenen in Großbritannien mitzuarbeiten.[7.3]
Ziele
Die Arbeit der WK stand deshalb unter drei entgegengesetzten Einflüssen: Die WK selbst beanspruchte für sich das Ziel von historisch-fundierter objektiver Geschichtsschreibung, die Bundesregierung wünschte sich eine Sammlung von Daten und Fakten zur Unterstützung künftiger internationaler Verhandlungen und die Verbände ehemaliger Kriegsgefangener wollten eine angemessene Darstellung der eigenen Leidensgeschichte.[2.2]
Für die Bundesregierung war die Arbeit der WK als Basis für die Verhandlung von Friedensverträgen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs wichtig.[4.1] Die Bände der Veröffentlichungsserie wurden nicht zuletzt deshalb nach Gewahrsamsstaaten der Kriegsgefangenen organisiert.[2.4] WK-Geschäftsführer Kurt W. Böhme betonte, dass die Zusammenstellung von Daten der Kriegsgefangenschaft unter anderem dazu diente, „den Wert der von den Kriegsgefangenen geleisteten Arbeiten nachzuweisen“.[2.5] Die Maschke-Kommission benannte etwa für die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion insgesamt 1,3 Milliarden Arbeitstage mit 10,3 Milliarden Arbeitsstunden.[7.4]
Die historische Arbeit war von Anfang an auch ein gesellschaftliches Politikum; der VdH als mächtige Lobbygruppe der Kriegsheimkehrer versuchte schon früh, Einfluss auf das Projekt zu nehmen.[4.1] Die ehemaligen Kriegsgefangenen erwarteten, dass die Arbeit ihr persönliches Schicksal angemessen berücksichtigen sollte.[2.2] Die WK war auf die vor 1957 angelegten umfangreichen Datensätze des VdH angewiesen, der zu diesem Zeitpunkt bereits im neunten Jahrgang sein Magazin Der Heimkehrer veröffentlichte und unter dem Titel Extreme Lebensverhältnisse und ihre Folgen mit der Arbeit an einer Schriftenreihe über das Gesundheitswesen in den Kriegsgefangenenlagern begonnen hatte. Etwa zeitgleich mit der WK begann der VdH die Arbeit an der Sammlung Geistige Zeugnisse aus der Kriegsgefangenschaft, auf welche die Kommission ebenfalls zurückgreifen konnte.[2.6] Trotz der engen Zusammenarbeit zwischen VdH und WK waren die beiden Organisationen in ihrer Auffassung vom Quellenwert der Aussagen der VdH-Mitglieder unterschiedlich; während der WK die Erlebnisberichte nur als Zusatzmaterial innerhalb eines großen Geschichtswerks auf multipler Basis nutzen wollte, waren für den VdH die Ansichten bereits ein Wert an sich, die nicht an sich einer weiteren historischen Aufarbeitung oder Kontextualisierung bedurften.[2.7] Ab 1962 entfremdeten sich VdH und WK zusehends, was sich auch in feindseligen Briefwechseln zwischen den Führungspersönlichkeiten beider Organisationen niederschlug.[2.7]
Quellen
Die WK verpflichtete sich früh einem sozialwissenschaftlich geprägten Grundsatz der quellentechnischen Ganzheitlichkeit und berücksichtigte in ihrem Quellenkorpus u. a. Ego-Dokumente von ehemaligen Kriegsgefangenen (Berichte, Tagebücher, Briefe, Kriegsgefangenenzeitungen), Akten deutscher Dienststellen und Organisationen, Akten der Gewahrsamsmächte sowie Unterlagen des IKRK und des CVJM (als humanitäre Privatorganisationen mit Zugang zu Kriegsgefangenenlagern) aus den Genfer Archiven beider Organisationen.[2.4] In der Frühphase des Projekts waren die Veröffentlichungen, Archive und Unterorganisationen des VdH für die WK besonders wichtig.[2.8]
Dass die Maschke-Kommission Wert darauf legte, die Aussagen ehemaliger Kriegsgefangener wissenschaftlich aufzuarbeiten, bezeichnet Rolf Steininger als ein frühes Beispiel für die historische Arbeitsweise der Oral History.[6.2] Insgesamt ~45.000 persönliche Tagebücher und Zeugenaussagen ehemaliger Kriegsgefangener wurden von der WK während ihrer Existenz im Quellenkorpus angesammelt.[6.3]
Nach der Fürsprache des Auswärtigen Amts erhielt die WK Zugang zu insgesamt ~5.000 Berichten aus Schweizer Archiven des IKRK über den Zustand deutscher Kriegsgefangener in alliiertem Gewahrsam, von denen sich ~2.500 auf französische Lager im Zeitraum 1944–1948, ~570 auf US-amerikanische Lager im Zeitraum 1944–1945 und ~310 auf britische Lager im Zeitraum 1943–1948 bezogen. Da die Sowjetunion die Genfer Konventionen nicht unterzeichnet hatte, hatten IKRK-Angehörige keinen Zugang zum sowjetischen Lagersystem.[6.3] Aus dem gleichen Grund übermittelte die Sowjetregierung auch keine Datensätze über die Anzahl, Verteilung, Unterbringung oder Versorgung der Kriegsgefangenen im eigenen Land an das IKRK, was die Arbeit der Maschke-Kommission mit Bezug auf die Sowjetunion zusätzlich erschwerte.[7.5]
Nachdem die WK im Jahr 1961 einen Antrag an die US-Armee gestellt hatte, erhielten die Historiker amerikanisches Druckmaterial und interne Befehle, Regularien zur Behandlung Kriegsgefangener sowie Handbücher zu US-amerikanischen Kriegsgefangenenlagern. Die Maschke-Kommission lobte die US-amerikanischen Quellenbestände als „von seltener Vollständigkeit“, auch wenn sich die WK ausschließlich auf die Zusendungen der US-Armee verließ und keine eigenen Mitglieder nach Washington schickte, um selbst in den amerikanischen Archiven Nachforschungen zu betreiben.[6.2]
Nicht alle Gewahrsamsstaaten waren in Fragen des Archivzugangs kooperativ.[2.2] Die Behörden der Sowjetunion ließen alle Anfragen der Maschke-Kommission unbeantwortet.[7.6] Deshalb haben sich besonders wegen der Öffnung der sowjetischen Archive in den 1990er-Jahren neue Datensätze aufgetan, die im Geschichtswerk der WK nicht berücksichtigt werden konnten.[2.2]
Beteiligung des VdH
Bis 1958 nutzte die WK in großen Mengen das Archivmaterial des Verbandes der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißtenangehörigen Deutschlands (VdH), der bereits seit 1948 auf dem Feld der Kriegsgefangenenforschung publizistisch tätig war,[2.8] Wanderausstellungen organisiert hatte sowie öffentliche Mahnmäler finanzierte.[2.7] Für die Verschlagwortung seines Archivs erhielt der VdH vom BMVt eine Vergütung von 10.000 DM, die Ergebnisse waren aber aus Sicht des Ministeriums unzufriedenstellend, sodass eine Kooperation dieser Art nicht wiederholt wurde. Ab 1958 veröffentlichte die WK auch eigene Aufrufe, um ihrerseits Material und neue Berichte auszuheben. Auch dies geschah in Zusammenarbeit mit dem VdH, da dieser Zugang zu einer gut vernetzten Gemeinschaft von ~350.000 ehemaligen Kriegsgefangenen hatte und die Aufrufe in den verbandseigenen Publikationen weitergeben konnte.[2.8] Diese Zeitzeugen (im WK-Jargon als „Wissensträger“ bezeichnet) waren für das Projekt äußerst wichtig. Zwischen Dezember 1959 und Februar 1960 verschickte die WK tausende Fragebögen an die Kreis- und Ortsverbände des VdH und begannen eine Reihe von Veranstaltungen vor den VdH-Verbänden, um weitere Wissensträger zu gewinnen.[2.9]
Die Fragebögen und Auftritte brachten aber nur wenig Resonanz, da viele Kriegsgefangene zu umfangreichen Aussagen nicht bereit waren. Maschke schlug dem VdH schließlich vor, dass der Verband sich während seines sechsten Verbandstages im September 1960 freiwillig selbst dazu verpflichten sollte, innerhalb eines Jahres mindestens 10.000 Erlebnisberichte zu sammeln. Im Gegenzug wollte er umfangreiches Begleitpersonal für künftige Veranstaltungen des VdH zur Verfügung stellen. Das Präsidium des VdH erklärte sich einverstanden, woraufhin Maschke und Böhme am 2. September 1960 vor den Delegierten über „Sinn und Aufgabe der Kriegsgefangenendokumentation“ referierten. Ein Antrag auf Unterstützung der WK wurde von den Delegierten des VdH schließlich angenommen und alle Verbandsteile aller Stufen verpflichtet, innerhalb eines Jahres einen Erlebnisbericht über die Kriegsgefangenschaft zu verfassen. Der VdH nahm die Formulierung in die Satzung auf, dass die Aufgabe bestünde, zur „Formung, Erhaltung und Nutzbarmachung der durch Krieg, Gefangenschaft und Heimkehr gewonnenen menschlichen Erfahrungen und Erkenntnisse“ beizutragen.[2.9]
Trotz aller Anstrengungen der WK gingen bis Mitte März 1961 insgesamt nur 79 Berichte bei der WK ein, was weit hinter der Zahl von 6.000 Verbandsteilen aller Ebenen des VdH zurücklag und von Böhme mit der mangelnden internen Kohäsion des VdH begründet wurde. Böhme setzte sich daraufhin am Bundesverband vorbei direkt mit den Landesverbänden des VdH in Verbindung und betonte den Auftrag der WK, die persönlichen Geschichten der ehemaligen Kriegsgefangenen für künftige Generationen festzuhalten. Als auch dies nicht zu nennenswerten Erfolgen führte, mutmaßten WK und VdH-Führung erstmals, dass Misstrauen seitens der VdH-Mitglieder der Grund sein könnte; individuelle ehemalige Kriegsgefangene äußerten in Briefen etwa den Verdacht, es handele sich bei der WK um eine ‚Tarnorganisation‘, welche die Daten der ehemaligen Kriegsgefangenen aus kommerziellen oder sogar politischen Gründen sammele und dass die Anonymität der Teilnehmer nicht garantiert sei. Wieder andere VdH-Mitglieder berichteten, dass sie nach einer Bereiterklärung zur Hilfe umfangreiche und verwirrende Fragebögen zugestellt bekommen hätten, die ihre Motivation zur Mitarbeit reduzierten.[2.5] Andere Gründe für Nichtteilnahmen waren politische Frustration oder das persönliche Bedürfnis, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.[2.10]
Der allmähliche Bruch zwischen der WK und dem VdH als wichtigster Informationsquelle begann im Mai 1962, als ein Treffen zwischen Böhme und den VdH-Mitarbeitern Wolfgang Schwarz und Werner Kießling über künftige Kooperationsmöglichkeiten stattfand.[2.7] Während die VdH-Seite drängte auf eine baldige Veröffentlichung des ersten Bandes des Werks, um seine Mitglieder vom Wert des ganzen Unternehmens zu überzeugen. Böhme spielte aber auf Zeit und versprach, eine VdH-Sammlung von Selbstzeugnissen der Kriegsgefangenen in die WK-Serie, die der VdH als Dem Herzen ein Haus betitelt hatte, aufzunehmen, um eine unabhängige Veröffentlichung zu verhindern. Als Kießling sich mit dem Anliegen über die Aufnahme der Sammlung in die WK-Serie aber direkt an Vertriebenenminister Wolfgang Mischnick wandte, protestierte die WK gegen das Vorgehen und lehnte die Aufnahme des VdH-Werks in die eigene Veröffentlichung ab, was mit der mangelnden Wissenschaftlichkeit der VdH-Sammlung begründet wurde. Kießling war in seiner Antwort entrüstet, dass die WK die persönlichen Reflektionen und Meditationen der ehemaligen Kriegsgefangenen nicht als konkrete Quellenlage zu akzeptieren bereit war. Außerdem erhob Kießling in Namen des VdH Anspruch darauf, neben der Informationsbeschaffung auch an der Ausarbeitung und Methodik des Endresultats beteiligt zu werden. Der Streit zwischen Böhme und Kießling rief dann WK-Leiter Maschke auf den Plan, der in einem Antwortschreiben auf Kießling versuchte, den unvoreingenommenen und faktenorientierten Historiker als Idealbild der WK zu etablieren, die deshalb auf die Subjektivität der VdH-Mitglieder Rücksicht nehmen müsse.[2.11] Wo Kießling ein „Recht auf Kontrolle“ für den VdH einforderte, befürchtete Maschke „Zensur“.[2.12]
„Es ist ungewöhnlich, ja, unmöglich, dass die Betroffenen ein objektives Bild erarbeiten sollen. Ihre Berichte sind subjektiv und können nur subjektiv sein. Die Wahrheit zu finden, ist Aufgabe derer, die aus der Vielzahl subjektiver Berichte ein objektives Mosaik zusammensetzen.“
Anfang Juli 1962 wurden Gespräche zwischen der WK und dem VdH wiederholt, da auch das BMVt auf eine Beilegung des Zwists zwischen beiden Organisationen hinarbeitete. Das BMVt unterbreitete den Vorschlag, die VdH-Sammlung Dem Herzen ein Haus als Beiheft statt als vollen Teil der Buchserie zu veröffentlichen, was vom WK begrüßt wurde, aber beim VdH auf Ablehnung stieß. Eine persönliche Intervention des BMVt-Staatssekretärs Hans Georg Schlicker bei Kießling brachte ein zeitweiliges Einlenken des VdH, was aber im September desselben Jahres beim 7. Verbandstag in Stuttgart durch eine erneute Bekräftigung des eigenen Standpunkts durch Kießling wieder rückgängig gemacht wurde. Kießling verkündete den Verbandsmitgliedern entgegen der Fakten, dass die WK der Veröffentlichung von Dem Herzen ein Haus unter dem neuen Titel Zeugnisse einer Gefangenschaft zugestimmt hätte und dass weitere Kooperation zwischen VdH und WK vom baldigen Erscheinen abhängig sein würde.[2.12] Die Reaktion der WK folgte bei einem Treffen am 24. Oktober 1962, an dem Maschke und Böhme für die WK, Schlicker für das BMVt und Hans Gawlik für die Zentrale Rechtsschutzstelle (ZR) des Auswärtigen Amtes sowie zahlreiche Mitglieder des VdH teilnahmen. Maschke teilte den anderen Beteiligten mit, dass die WK nach wie vor eine unabhängige Institution sei und dass sich die WK durch die Rede in Stuttgart „düpiert“ fühle, was in einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Vertretern von WK und VdH endete.[2.14]
Im Schriftwechsel der folgenden Tage kristallisierte sich heraus, dass mit dem Treffen vom 24. Oktober der endgültige Bruch zwischen WK und VdH erfolgt war. Am 28. November griff Kießling die WK in einem Schreiben offen an und warf Maschke vor, für seine Position nicht geeignet zu sein und dass die Mitglieder der VdH sich von der WK herabgewürdigt fühlten und dass sich in der Organisation eine „tiefe Verstimmung“ verbreitet hätte. Trotz einiger weiterer Kontaktaufnahmen gab der VdH schließlich am 10. September 1963 in seiner Verbandszeitung Der Heimkehrer die Einstellung der Mitarbeit an der Dokumentation bekannt. Die WK gab sich mit der Entscheidung des VdH zufrieden; bereits im Jahresbericht 1962 hatten die WK-Mitglieder die Kooperation mit dem VdH als „wenig erfolgreich“ bezeichnet, da lediglich 6 % der angeforderten Berichte des VdH bis zu diesem Zeitpunkt bei der WK eingegangen wären. Zeugnisse einer Gefangenschaft erschien 1962 unter Regie des VdH, dessen Einfluss auf die Geschichtsschreibung der deutschen Kriegsgefangenen aber ab diesem Punkt gering blieb.[2.14] Kurz darauf erschien auch der erste Band der WK-Serie Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges.[2.14]
Beteiligung des Auswärtigen Amtes
Dass die Veröffentlichung der Serie Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges aus Sicht des Bundesministeriums für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (BMVt) sowie des Auswärtigen Amtes (AA) auch einen explizit politischen Auftrag erfüllen sollte, zeigte sich schon nach der Veröffentlichung des ersten Bandes über die Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien im Jahr 1962.[2.15] Nachdem das BMVt das Manuskript über Jugoslawien an die Zentrale Rechtsschutzstelle (ZR) des AA weiterleitete,[2.15] äußerte die ZR erhebliche Bedenken gegen die Arbeit der WK, die sich nicht an die von der ZR zuvor geforderte Arbeitsteilung zwischen WK und ZR gehalten hatte. Die WK hatte eigenmächtig den Themenbereich der Kriegsverbrecherprozesse, insbesondere der Werschetzer Prozesse, in die Veröffentlichung aufgenommen, obwohl die ZR für sich selbst das Primat zu Fragen der ausländischen Verfolgung deutscher Kriegsverbrechen beansprucht hatte. Obwohl das BMVt der Studie zu Jugoslawien einen positiven Bescheid ausstellte und sich für eine Veröffentlichung aussprach, befürworte das AA eine deutliche Kürzung, um jeden diplomatischen Konflikt mit Jugoslawien zu verhindern.[2.16]
Das AA bemängelte innerhalb des Bands über Jugoslawien mehrere „sprachliche und sonstige Entgleisungen“ der Zeitzeugenaussagen, die „einen jugoslawischen Leser unnötig reizen müssen“, beanstandete aber auch Passagen, die das Verhalten deutscher Kriegsgefangener während der Gefangenschaft kritisiert, wodurch „mit einer mit amtlichen Mitteln geförderten Publikation“ der „Gegenseite“ Argumente geliefert würden. Das AA verwehrte sich darüber hinaus einer allzu kritischen Aufarbeitung der Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus, um gesellschaftliche Verwerfungen in der Bundesrepublik zu vermeiden.[2.16] Auch Gegendarstellungen bestimmter ehemaliger Kriegsgegner, die durch die Veröffentlichung der WK-Studie provoziert werden könnten, betrachtete das AA als strategisch bedenklich.[2.17]
„Die Methoden des Dritten Reichs bei der Gefangenen-Behandlung insbesondere von ,slawischen Untermenschen‘ sollten keineswegs in einer ausführlichen Gegendokumentation erneut aller Welt ins Bewußtsein gerufen werden.“
Trotzdem war das AA einer Aufarbeitung der Kriegsgefangenengeschichte trotz seiner Konfliktvermeidungsstrategie prinzipiell aufgeschlossen, insbesondere, wenn eine solche Aufzeichnung bei künftigen Friedensvertragsverhandlungen mit den Siegermächten nützlich sein könnten: „Im Falle Jugoslawien kann eine solche Dokumentation sogar geeignet sein, unangemessenen jugoslawischen Wiedergutmachungsansprüchen, wie sie erst kürzlich wieder erhoben worden sind, entgegengehalten zu werden oder sie abzuwehren.“ Das AA widersprach aber strikt einer Veröffentlichung, die der Allgemeinheit zugänglich wäre, und wollte die WK-Veröffentlichungen als Verschlusssachen zurückhalten. Die WK, unterstützt vom BMVt, befürwortete stattdessen eine der Weltöffentlichkeit zugängliche Publikation. Nach einer umfassenden Revision in den Jahren 1962/1963, in der fast allen Punkten des AA Rechnung getragen wurde, gab das AA schließlich Ende 1962 grünes Licht für den Band, der aber nicht in den Buchhandel, sondern ausschließlich an Bundesbehörden überstellt wurde. In den Bibliotheken der Behörden wurden die Bücher sekretiert und vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten.[2.17]
Der Konflikt um die Veröffentlichung wiederholte sich fortan bei jedem einzelnen Band. Alle Manuskripte wurden dem AA zur Prüfung vorlegt und von diesem mit wiederholten Änderungswünschen versehen. Für die Bände über die Sowjetunion erteilte das AA zwar die Druckerlaubnis, unterband allerdings eine Auslieferung. Eine Drucklegung der Studien zur Gefangenschaft bei den Westmächten wurde noch im Dezember 1963 „nicht als opportun erachtet“.[2.17]
Die WK war mit den Interventionen des AA unzufrieden. Bis 1972 unternahmen die Mitglieder der Kommission wiederholte Vorstöße beim Auswärtigen Amt, die Freigabe der Bände ihres Geschichtswerks zu erreichen. Maschke protestierte gegen die gezielte Zurückhaltung bestimmter Bände und die WK versuchte, über positive Rückmeldungen aus dem westlichen Ausland weitere Lobbyarbeit zu leisten. Das BMVt unterstützte die WK in ihrem Anliegen; Staatssekretär Peter Paul Nahm versuchte, das AA zu überzeugen, dass eine Veröffentlichung der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen das Ausland vielmehr beeindrucken als verärgern würde. Das Auswärtige Amt zeigte sich indes von Argument der WK und des BMVt weiterhin unbeeindruckt.[2.19] Dass einige Zeitungen wie Der Spiegel (1969) und später die Neue Westfälische und besonders die Quick (beide 1972) die Geheimniskrämerei bezüglich der Kriegsgefangenengeschichte kritisierten, war hierbei ein unerwünschter Nebeneffekt der defensiven Linie des Auswärtigen Amts.[2.20]
Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges
Reihung
Der letztendliche Gesamtumfang der Veröffentlichungsserie lag über 10.000 Buchseiten.[2.4] Das Werk war auf 15 Bände bzw. 22 Teilbände verteilt.[13] Von den Teilbänden waren 18 nach Gewahrsamsstaaten aufgeteilt waren: Zwei Teilbände behandelten Jugoslawien, neun die Sowjetunion, einer Polen und die Tschechoslowakei, zwei die USA, zwei Großbritannien, einer Frankreich und einer die Beneluxstaaten. Ein weiterer Band befasste sich mit dem „Geist und Kultur der deutschen Kriegsgefangenen im Westen“. Dazu wurden zwei Beihefte veröffentlicht.[2.4] Der erste Band, der die Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien behandelte, erschien 1962.[2.15]
In Gänze gab es folgende 22 Bände:[13]
- Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien, 1941–1949. Mit einer Gesamteinführung von Erich Maschke (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 1, Nr. 1). München 1962.
- Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien, 1949–1953 (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 1, Nr. 2). München 1964.
- Dieter Cartellieri: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion—Die Lagergesellschaft: Eine Untersuchung der zwischenmenschlichen Beziehungen in den Kriegsgefangenenlagern (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 2). München 1967.
- Hedwig Fleischhacker: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion: Der Faktor Hunger. Mit einer Einführung von Erich Maschke (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 3). München 1965.
- Werner Ratza: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion: Der Faktor Arbeit. Mit einer Einführung von Erich Maschke (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 4). München 1973.
- Kurt Bährens: Deutsche in Straflagern und Gefängnissen der Sowjetunion (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 5, Nr. 1). München 1965.
- Kurt Bährens: Deutsche in Straflagern und Gefängnissen der Sowjetunion (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 5, Nr. 2). München 1965.
- Kurt Bährens: Deutsche in Straflagern und Gefängnissen der Sowjetunion (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 5, Nr. 3). München 1965.
- Wolfgang Schwarz: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion: Aus dem kulturellen Leben. Mit einer Einführung von Erich Maschke (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 6). München 1969.
- Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in sowjetischer Hand: Eine Bilanz. Mit einer Beilage von Johann Anton (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 7). München 1966.
- Gert Robel: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion: Antifa (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 8). München 1974.
- Otto Böss: Die deutschen Kriegsgefangenen in Polen und der Tschechoslowakei (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 9). München 1974.
- Hermann Jung: Die deutschen Kriegsgefangenen in amerikanischer Hand: USA (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 10, Nr. 1). München 1972.
- Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in amerikanischer Hand: Europa (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 10, Nr. 2). München 1973.
- Helmut Wolff: Die deutschen Kriegsgefangenen in britischer Hand: Ein Überblick (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 11, Nr. 1). München 1974.
- Henry Faulk: Die deutschen Kriegsgefangenen in Grossbritannien: Re-education (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 11, Nr. 2). München 1970.
- Hermann Jung: Die deutschen Kriegsgefangenen in Gewahrsam Belgiens, der Niederlande, und Luxemburgs (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 12). München 1971.
- Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in französischer Hand. Mit einem Beitrag von Horst Wagenblass (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 13). München 1971.
- Kurt W. Böhme: Geist und Kultur der deutschen Kriegsgefangenen im Westen (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 14). München 1968.
- Erich Maschke et al.: Die deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges: Eine Zusammenfassung (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 15). München 1974.
- Michael Reck (Pseudonym): Tagebuch aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, 1945–1949 (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Beiheft 1). München 1967.
- Kurt W. Böhme, Helmut Wolff (Hrsg.): Aufzeichnungen über die Kriegsgefangenschaft im Westen (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Beiheft 2). München 1973.
Öffentliche Zugänglichkeit
Das Gesamtwerk wurde bis in die 1970er-Jahre hinein unter Verschluss gehalten und war „nur für den Dienstgebrauch“ bzw. „zwecks wissenschaftlicher Auswertung“ zugänglich.[14.1] Die Bundesregierung, die den Sinn der WK in der Vorarbeit für Friedensverhandlungen sah, befürchtete, dass die ehemaligen Kriegsgegner als Reaktion auf eine Veröffentlichung des Projekts ihrerseits wissenschaftliche Aufstellungen zu NS-Kriegsverbrechen und Kriegsschäden in den eigenen Ländern beginnen könnten, die wiederum die deutsche Verhandlungsposition schwächen würden.[4.1] Das Auswärtige Amt griff in den Bearbeitungs- und Veröffentlichungsprozess der Buchserie ein und setzte sich entgegen der Wünsche der WK und des BMVt mit der Forderung durch, die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen zunächst zurückzuhalten und nur in sekretierten Bibliotheken von Bundesbehörden unterzubringen.[2.19]
Das AA widersetzte sich jahrelangen Bestrebungen der WK sowie des BMVt, die Bände zur allgemeinen Veröffentlichung freizugeben.[2.19] Die Öffentlichkeit wurde im April 1969 durch einen umfangreichen Bericht im Spiegel auf die Problematik aufmerksam. Der Artikel berichtete nicht nur über die bisherige Verweigerung der allgemeinen Zugänglichkeit der Bände, sondern ging auch auf die in den sekretierten Bänden festgehaltenen Forschungsergebnisse der WK ein. Maschke beeilte sich, zu erklären, dass das WK nichts damit zu tun habe, dem Spiegel die Buchserie zugänglich gemacht zu haben, war aber insgeheim mit dem erhöhten öffentlichen Interesse zufrieden, da es seiner eigenen öffentlichkeitsfreundlichen Agenda zuträglich war.[2.21]
Im Juli 1969 wurde tatsächlich eine Reform der Sekretierung beschlossen, auch wenn der genaue Zusammenhang mit dem Spiegel-Artikel vom April 1969 unklar ist. Die Berichterstattung hatte dem CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Baier am 25. April Anlass zu einer parlamentarischen Nachfrage beim Bundesaußenminister Willy Brandt gegeben und bat um Auskunft über das Vorgehen des AA und die Sekretierung der bisherigen Bände der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen.[2.21] Brandt begründete die Geheimhaltung mit der Gefahr, „alte Wunden“ aufzureißen, was „der auf Versöhnung gerichteten Außenpolitik der Bundesregierung nicht dienlich“ sei, und führte aus, dass das Auswärtige Amt erst nach der Fertigstellung der Serie über deren vollständige Freischaltung für die Öffentlichkeit entscheiden wolle.[2.22]
Auf die Frage von Herbert Czaja, ob eine ‚objektive Aufzeichnung‘ von ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘, die an Deutschen verübt worden waren, helfen könne, die internationalen Wogen zu glätten, antwortete Brandt, dass die Deutschen es vermeiden müssten, Vorwürfe deutscher Kriegsverbrechen damit zu kontern, ‚mit dem Finger auf die Taten anderer zu zeigen‘.[6.4] Den Standpunkt, dass eine öffentliche deutsche Dokumentation der Kriegsgefangenschaft die ehemaligen Kriegsgegner verärgern könnte, bekräftigte Staatssekretär Karl Moersch später nach Anfragen im Jahr 1971 erneut:[2.22] die Kriterien für die Freigabe der Dokumentation könnten nur die Interessen der Bundesrepublik Deutschland an einer ‚Versöhnungspolitik in Europa‘ sein.[9.3]
Als die Zeitschrift Quick im Jahr 1972 eine neunteilige Serie über die Arbeiten der Maschke-Kommission ausarbeitete, stand diese unter dem reißerischen Titel „Keiner sollte wissen, wie sie starben: Die geheimen Dokumente über das erschütternde Schicksal von 1,5 Millionen Kriegsgefangenen“. Mit den geheimen Dokumenten war hierbei die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges gemeint. Die provokativen Formulierungen der Quick, die im Namen der Völkerfreundschaft die unzensierte Veröffentlichung des Reihenwerks forderte, animierte Maschke zu einem neuerlichen Vorstoß zur Aufhebung der Sekretierung. Wenige Tage vor der planmäßigen Auflösung der WK zum Jahresende 1972 verfasste er am 28. Dezember noch einen letzten Aufruf an Außenminister Walter Scheel und Innenminister Hans-Dietrich Genscher, in welchem er erneut auf die Nachteile der Geheimhaltung hinwies.[2.22]
„Eben diese beschränkte Freigabe hat dazu geführt, daß die Diskussion der Bände der WK in der Öffentlichkeit ohne unser Zutun und gegen unseren Willen eine völlig falsche Akzentuierung erhalten hat, indem die Studien als zurückgehaltene Publikationen der Regierung über Verbrechen an ehemaligen deutschen Soldaten mißdeutet werden. Die Schriftenreihe als Ganzes gibt hierzu nicht den geringsten Anlaß. Die streng wissenschaftlichen, anerkannt objektiven Darstellungen des Gefangenenschicksals [...] sind von mir und meinen Autoren und Mitarbeitern ganz im Gegenteil niedergeschrieben unter dem Gesichtspunkt, zwischen den ehemals verfeindeten Völkern Brücken des gegenseitigen Verstehens zu schlagen.“
Veröffentlichung und Reaktionen
Nach der Auflösung der WK zum Jahreswechsel 1972/1973 dauerte es noch einmal fast drei Jahre, bis das Bundesinnenministerium (BMI) die Schriftenreihe im Dezember 1975 für den Buchhandel freigab, wie BMI-Staatssekretär Gerhart Baum in einer Fragestunde im Deutschen Bundestag am 26. November 1975 erstmals bekanntgegeben hatte.[2.22] Trotz der vorherigen Kontroversen um die Wegschließung der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen war die veröffentlichte Buchserie jedoch nur ein geringer Verkaufserfolg.[2.24]
Besonders in der Sowjetunion führten kritische Passagen der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen trotzdem zu scharfem Widerspruch. In der Prawda, Iswestija und besonders der Literaturnaja gaseta erschienen negative Rezension oder Dementi. Die in Westdeutschland arbeitenden Korrespondenten der sowjetischen Staatsnachrichtenagentur TASS betonten, dass die Lebensmittelrationen für deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion die gleichen gewesen seien wie für Sowjetbürger. Der Beitrag in der Iswestija bezichtigte die Mitarbeiter der Maschke-Kommission, die deutsche Kriegsschuld des Zweiten Weltkrieges revidieren zu wollen.[7.7]
Auflösung
Die Wissenschaftliche Kommission wurde 1972 aufgelöst.[2.2]
Nachwirkung
Viele der Dokumente, die von der WK während ihrer Arbeit zusammengestellt wurden, sind heute im Bundesarchiv-Militärarchiv gesammelt,[14.2] wo sie unter dem Aktenzeichen „B 205“ verwahrt werden.[15][14.3]
Historische Bewertung
Trotz einiger veralteter Aspekte hat die WK allein durch das Kompilieren riesiger Datensätze wichtige Grundlagenarbeit geleistet. Birgit Schwelling schlussfolgerte im Jahr 2008: „Keine wissenschaftliche Arbeit über die deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs wird auf eine Konsultation der Bände der WK verzichten können“.[2.2] Manfred Hellmann konstatierte 1977, das Ziel der Kommission, „das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen aufzuhellen und dokumentarisch zu belegen“, sei „voll gelungen“.[7.8] Peter Steinbach sprach 1991 im Kontext der Kommission von „wissenschaftlich außerordentlich soliden Forschungsergebnisse“,[9.2] Wolfgang Benz lobte die Arbeit der WK im Jahr 1991 als „seriös und gründlich“.[1.1] Rolf Steininger schrieb 1992, die Buchserie sei ‚die maßgebliche Studie über die deutschen Kriegsgefangenen und wird es wohl noch lange bleiben‘.[6.5] Nach verschiedenen Aussagen von Rüdiger Overmans ist die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges, ‚obwohl in einigen Aspekten unvollständig‘,[10] „das wichtigste Standardwerk zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs“.[16.1]
„Im allgemeinen stellen die Bände der Maschke-Kommission einen unverzichtbaren Bestandteil der relevanten Literatur dar, insbesondere wenn aus den Akten des Gewahrsamsstaates gefertigte Monographien noch fehlen, so zum Beispiel für Frankreich, Norwegen, Dänemark, Luxemburg, Jugoslawien, die Niederlande und die Tschechoslowakische Republik. Nur wenige Veröffentlichungen haben bisher wesentliche Korrekturen des von der Maschke-Kommission gezeichneten Bildes gebracht[.]“
Der US-Amerikaner Jake Spidle nannte die beiden Bände mit US-Bezug ‚unverzichtbar für jede Diskussion‘ der Geschichte deutscher Kriegsgefangener in den USA.[18] Einige nichtdeutsche Historiker arbeiteten später eigene Studien zu deutschen Kriegsgefangenen in ihren Heimatländern aus,[17.2][19][9.3] wie es Jerzy Kochanowski für Polen[20] oder Matthew Sullivan für Großbritannien taten.[21] In anderen Fällen, wie etwa in Jugoslawien, ist das Forschungsinteresse vor Ort so gering, dass die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen die einzige größere Abhandlung zum Thema geblieben ist und dass es bisher keine Auswertung der örtlichen Aktenbestände gab.[17.2]
Versuche der Revision
Dass die Ergebnisse der Maschke-Kommission bis 1975 von der Öffentlichkeit abgeschirmt wurden,[2.22] hatte zur Folge, dass die Geschichtsschreibung über deutsche Kriegsgefangene in fremden Staaten von populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen vereinnahmt werden konnte.[6.6]
Im Jahr 1975 erschien in einem neonazistischen Verlag die Publikation Verbrechen der Sieger, welche die Alliierten des absichtlichen Mordes an deutschen Kriegsgefangenen bezichtigte.[7.2] Paul Carell und Günter Böddeker versuchten im Jahr 1980, insbesondere die US-amerikanischen Rheinwiesenlager als Ort der massenhaften Tötung deutscher Kriegsgefangener darzustellen. Hierbei beriefen sie sich auf die Erkenntnisse der WK, obwohl die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen den Westalliierten an keinem Punkt die gezielte Tötung der Gefangenen vorgeworfen hatte.[6.2]
Besonders erfolgreich war der Kanadier James Bacque, der ab Ende der 1980er-Jahre die Auffassung vertrat, dass die Westalliierten (und insbesondere der US-amerikanische Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower) die gezielte Massentötung deutscher Kriegsgefangener durchgeführt und dann vertuscht hätten.[14.4] Insbesondere die Praxis der amerikanischen bzw. britischen Streitkräfte, die Massen an Gefangenen nach der deutschen Kapitulation als Disarmed Enemy Forces (DEF) bzw. Surrendered Enemy Personnel (SEP) einzustufen, um die bindenden Verpflichtungen gegenüber genuinen Kriegsgefangenen (POW; englisch Prisoners of War) zu vermeiden, war für Bacque ein Beweis der gezielten konspirativen Tötung deutscher Gefangener.[6.3] Bacque postulierte, dass das westdeutsche Auswärtige Amt die Geheimhaltung der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen befohlen habe, um Verwerfungen mit den USA und Frankreich zu vermeiden.[6.6] Er erhob hierbei schwere Vorwürfe gegen die Arbeit der Maschke-Kommission,[2.2] welche amerikanische Zahlen zu Todeszahlen deutscher Kriegsgefangener unkritisch übernommen hätte.[6.6] Die Vorwürfe von Bacque animierten Rolf Steininger später zu einer Verteidigung der WK,[6] während Thomas M. Barker Bacque in eine Reihe mit Nikolai Tolstoy als Vertreter einer ‚britischen Variante der Pseudogeschichte‘ stellte.[22] Für Steininger liegt Bacque mit seinen Behauptungen „absolut falsch“,[6.7] Wolfgang Benz nutzt für Bacques Thesen die Formulierung „monströse Spekulation“,[1.3] Barker bezeichnete Bacques Buch Other Losses als „unentschuldbar tendenziös“.[22.1] Günter Bischof fasste den Kritik des historischen Felds an Bacque damit zusammen, dass dieser erstens höchst selektive Zitationen nutze und sowohl den Großteil der verfügbaren Primärquellen als auch die Mehrheit der Sekundärliteratur komplett ignoriere, dass er zweitens die von ihm tatsächlich genutzten Quellen mitunter eklatant falsch interpretiere, dass er drittens den größeren Kontext der Kriegsgefangenengeschichte der Westalliierten im Jahr 1945 fast komplett ignoriere und die dadurch entstehenden Lücken mit seinem eigenen Narrativ befülle und dass er viertens mündliche Quellen und Zeugenaussagen ohne die gebotene methodologische Vorsicht einsetze.[23]
Personen
- Hans Koch, erster Projektleiter[2.3]
- Erich Maschke, zweiter und wichtigster Projektleiter[4.1]
- Kurt W. Böhme, ab 1959 Geschäftsführer der Kommission[2.3]
Literatur
- Rüdiger Overmans: Maschke-Commission. In: Jonathan F. Vance (Hrsg.): Encyclopedia of Prisoners of War and Internment. Santa Barbara 2000, S. 183–184 (englisch).
- Birgit Schwelling: Zeitgeschichte zwischen Erinnerung und Politik: Die Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte, der Verband der Heimkehrer und die Bundesregierung 1957 bis 1975. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Jg. 56, Heft 2. München 2008, S. 227–263 (ifz-muenchen.de [PDF]).
- Rolf Steininger: Some Reflections on the Maschke-Commission. In: Günter Bischof & Stephen E. Ambrose (Hrsg.): Eisenhower and the German POWs: Facts against Falsehood. Baton Rouge 1992, ISBN 0-8071-1758-7, S. 170–180 (englisch).
Weblinks
- Wissenschaftliche Kommission für die Dokumentation des Schicksals der deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg ("Maschke-Kommission") (Bestand). In: Deutsche Digitale Bibliothek.
Einzelnachweise
- ↑ Wolfgang Benz: Einleitung. In: Wolfgang Benz & Angelika Schardt (Hrsg.): Kriegsgefangenschaft: Berichte über das Leben in Gefangenenlagern der Alliierten von Otto Engelbert, Kurt Glaser, Hans Jonitz und Heinz Pust. München 1991.
- ↑ Birgit Schwelling: Zeitgeschichte zwischen Erinnerung und Politik: Die Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte, der Verband der Heimkehrer und die Bundesregierung 1957 bis 1975. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Jg. 56, Heft 2. München 2008, S. 227–263 (ifz-muenchen.de [PDF]).
- ↑ a b c d S. 227–228.
- ↑ a b c d e f g h S. 233–234.
- ↑ a b c d e S. 229–230.
- ↑ a b c d e f g S. 231–232.
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- ↑ S. 235–237.
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- ↑ a b S. 237–238.
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- ↑ a b S. 247–248.
- ↑ S. 247.
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- ↑ a b S. 258–259.
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- ↑ Arthur L. Smith: Die "vermißte Million": Zum Schicksal deutscher Kriegsgefangener nach dem Zweiten Weltkrieg. R. Oldenbourg Verlag, München 1992, ISBN 3-486-64565-X.
- ↑ Christoph Classen: Zwischen Hölle und Erlösung: Topoi sowjetischer Kriegsgefangenschaft in populären Darstellungen von Konsalik bis Knopp. In: Public Historians: Zeithistorische Interventionen nach 1945. Wallstein, Wallstein 2021, ISBN 978-3-8353-4748-9, S. 273–287.
- ↑ Rüdiger Overmans: German Historiography, the War Losses, and the Prisoners of War. In: Günter Bischof & Stephen E. Ambrose (Hrsg.): Eisenhower and the German POWs: Facts against Falsehood. Baton Rouge 1992, ISBN 0-8071-1758-7, S. 127–169 (englisch).
- ↑ S. 147.
- ↑ Rolf Steininger: Some Reflections on the Maschke Commission. In: Günter Bischof & Stephen E. Ambrose (Hrsg.): Eisenhower and the German POWs: Facts against Falsehood. Baton Rouge 1992, ISBN 0-8071-1758-7, S. 170–180 (englisch).
- ↑ Manfred Hellmann: Deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs in Osteuropa: Bemerkungen zu einer deutschen Dokumentation. In: Osteuropa. Band 27, Nr. 5, Mai 1977, S. 413–426, JSTOR:44908255.
- ↑ a b Holger Löttel: Adenauers Moskau-Reise 1955. In: konrad-adenauer.de. Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Peter Steinbach: Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Ein Beitrag zur deutsch sowjetischen Beziehungsgeschichte. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Band 24, 1991, S. 37–52 (bpb.de).
- ↑ a b c d e Rüdiger Overmans: Maschke-Commission. In: Jonathan F. Vance (Hrsg.): Encyclopedia of Prisoners of War and Internment. Santa Barbara 2000, S. 183–184 (englisch).
- ↑ Bernd Wegner: Hitlers Politische Soldaten: Die Waffen-SS 1933-1945. Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite. 9. Auflage. Ferdinand Schöningh, Paderborn etc. 2010, ISBN 978-3-506-76313-6, S. 40.
- ↑ Hedwig Fleischhacker: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion: Der Faktor Hunger. Mit einer Einführung von Erich Maschke (= Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Band 3). München 1965.
- ↑ a b Appendix B: Volumes of the Maschke Commission. In: Günter Bischof & Stephen E. Ambrose (Hrsg.): Eisenhower and the German POWs: Facts against Falsehood. Baton Rouge 1992, S. 241–243.
- ↑ Renate Held: Kriegsgefangenschaft in Großbritannien: Deutsche Soldaten des Zweiten Weltkriegs in britischem Gewahrsam. R. Oldenbourg Verlag, München 2008, ISBN 978-3-486-58328-1.
- ↑ Wissenschaftliche Kommission für die Dokumentation des Schicksals der deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg ("Maschke-Kommission"). In: Invenio. 1981, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Rüdiger Overmans: Ein Silberstreif am Forschungshorizont? Veröffentlichungen zur Geschichte der Kriegsgefangenschaft: Bibliographischer Essay. In: Rüdiger Overmans (Hrsg.): In der Hand des Feindes. Kriegsgefangenschaft von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg. Köln 1999, S. 483–506.
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- ↑ Rüdiger Overmans: Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. In: Rolf-Dieter Müller (Hrsg.): Die Folgen des Zweiten Weltkriegs (= Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 10, Nr. 2). Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008, ISBN 978-3-421-04338-2, S. 379–507.
- ↑ Jake W. Spidle, Jr.: Axis Prisoners of War in the United States, 1942–1946: A Bibliographical Essay. In: Military Affairs. Band 39, Nr. 2, April 1975, S. 61–66, JSTOR:1986928 (englisch).
- ↑ Rüdiger Overmans: Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. In: Rolf-Dieter Müller (Hrsg.): Die Folgen des Zweiten Weltkriegs (= Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 10, Nr. 2). Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008, ISBN 978-3-421-04338-2, S. 379–507.
- ↑ Jerzy Kochanowski: In polnischer Gefangenschaft: Deutsche Kriegsgefangene in Polen 1945–1950. Fibre, 2004, ISBN 3-929759-62-4 (polnisch: W polskiej niewoli: Niemeccy jency wojenni w Polsce 1945–1950. Warschau 2001. Übersetzt von Jan Obermeier).
- ↑ Matthew Barry Sullivan: Auf der Schwelle zum Frieden: Deutsche Kriegsgefangene in Großbritannien, 1944–1948. Wien/Hamburg 1981 (englisch: Thresholds of Peace: Defiance and Change Among German Prisoners-of-war in Britain Between 1944 and 1948. Hamish Hamilton 1979.).
- ↑ Thomas M. Barker: British Variety of Pseudohistory. In: Günter Bischof & Stephen E. Ambrose (Hrsg.): Eisenhower and the German POWs: Facts against Falsehood. Baton Rouge 1992, ISBN 0-8071-1758-7, S. 183–198 (englisch).
- ↑ S. 183.
- ↑ Günter Bischof: Bacque and Historical Evidence. In: Günter Bischof & Stephen E. Ambrose (Hrsg.): Eisenhower and the German POWs: Facts against Falsehood. Baton Rouge 1992, ISBN 0-8071-1758-7, S. 199–234 (englisch).