Masako Izumi
Masako Izumi (japanisch 和泉 雅子 Izumi Masako; geboren 31. Juli 1947 in Chūō, Präfektur Tokio; gestorben 9. Juli 2025 in Präfektur Tokio) war eine japanische Schauspielerin und Sängerin. Sie ist zudem die erste Japanerin, die den Nordpol über das Meereis erreichte.
Leben und Schaffen
Masako wurde 1947 im Tokioter Stadtbezirk Chūō geboren. Ihre Eltern betrieben ein Sushi-Restaurant, ihre Vorfahren waren in der Edo-Zeit Möbellieferanten des kaiserlichen Hofs und von der Meiji-Restauration an als Steinmetze für den Friedhof Yanaka tätig. Masako besuchte die private Ichihara-Bōyō-Oberschule, die zur Tōkai-Universität gehört.
Mit 10 Jahren übernahm sie eine Kinderrolle in der Schauspieltruppe Wakagusa. Sie beabsichtigte sich nach ihrer ersten Rolle der Schauspieltruppe von Yanagiya Sangorō anzuschließen und sich dem komischen Fach zu widmen. Zusammen mit Yanagiya trat sie in der Fernsehsendung „Gesture“ (ジェスチャー), einer der ersten Quizsendungen im japanischen Fernsehen, die von NHK ab 1953 gesendet wurde, auf. Eine der Teilnehmerinnen an der Sendung war die Filmschauspielerin und Filmproduzentin Mizunoe Takiko (1915–2009), die zu diesem Zeitpunkt als Scout für Nikkatsu arbeitete, wo Masako 1961 angestellt wurde.[1] Neben Sayuri Yoshinaga und Matsubara Chieko (* 1945) spielte sie in einer Reihe von Jugendfilmen mit. Aufgrund der Beliebtheit der drei Schauspielerinnen sprach man bald von den „drei Töchtern von Nikkatsu“.[1] In der alljährlichen Umfrage der Zeitschrift Kindai Eiga (etwa: Kino der Gegenwart) gehörte Masako von 1964 bis 1968 zu den 10 beliebtesten Schauspielerinnen, wobei sie 1967 und 68 Rang 2 belegte. Als erste Auszeichnung erhielt sie 1963 den Elan d’or Award für die Hauptrolle im Film „Hikō shōjo“ („Straffällige Mädchen“) von Regisseur Urayama Kirio. Insbesondere im Zusammenspiel mit dem ein Jahr jüngeren Takahashi Hideki machte sie den beiden Nikkai-Stars Yanagiya Sangorō und Hamada Mitsuo Konkurrenz auf der Leinwand.
Als Sängerin gelang ihr im Duett mit Yamauchi Ken mit dem Song „Ginza Lights“ (jap. Futari no Ginza), einer Adaption von The Ventures 1966 ihr erster Hit.[2]
Expeditionen
Von Dezember 1983 bis Januar 1984 wirkte sie an einer Dokumentation von TV Tokyo über den Südpol mit.
Daraufhin nahm Masako 1985 erstmals an einer Expedition zum Nordpol teil, die jedoch am 23. Mai 148 km vor dem Ziel abgebrochen wurde, da sich aufgrund steigender Temperaturen Risse im Meereis bildeten.[3] Vier Jahre später im Februar 1989 beteiligte sie sich erneut an einer Nordpolexpedition über Ward Hunt Island. Sie bewältigte die Strecke von 800 km zum Pol in 62 Tagen, erreichte zusammen mit drei weiteren Teilnehmern am 10. Mai den Pol und war damit die erste Japanerin und die erst zweite Frau weltweit, die den Nordpol erreichte.[2] Danach bereiste sie noch weitere 50 Mal Grönland und die Arktis.[2] Die Kehrseite der Medaille war, dass sie sich durch die Kosten der Expeditionen verschuldete.
Masako Izumi starb im Alter von 77 Jahren an Krebs in ihrem Zuhause in Tokio.[3] Sie blieb zeit ihres Lebens unverheiratet.
Filmographie (Auswahl)
- 1958 Kōjō no tsuki (荒城の月) von Katsuhito Inomata[4]
- 1959 Kazahana (風花) von Keisuke Kinoshita[5]
- 1962 Ginza no koi no monogatari (銀座の恋の物語) von Koreyoshi Kurahara
- 1963 Dorodarake no inochi (泥だらけのいのち) von Kiyoshi Horiike
- 1963 Hikō shōjo (非行少女) - „Straffällige Mädchen“
- 1963 Akutarō (悪太郎) - „The Bastard“ von Seijun Suzuki
- 1964 Otoko no monshō (男の紋章) von Eisuke Takizawa
- 1964 Wakakusa monogatari (若草物語) von Kenjirō Morinaga
- 1965 Otoko no monshō: Kenka kaidō (男の紋章 喧嘩街道) von Eisuke Takizawa
- 1965 Ochiba no honō (落葉の炎) von Masuo Maeda
- 1965 Yottsu no koi no monogatari (四つの恋の物語) von Katsumi Nishikawa
- 1967 Futari no Ginza (二人の銀座) von Noboru Kaji
- 1967 Tokyo Night (東京ナイト Tōkyō naito) von Noboru Kaji
- 1967 Kimi wa koibito (君は恋人) von Buichi Saitō
- 1968 Hana no koibitotachi (花の恋人たち) von Buichi Saitō
- 1968 Hoshikage no hatoba (星影の波止場) von Shōgorō Nishimura
- 1968 Seishun no kaze (青春の風) von Shōgorō Nishimura
- 1968 Musume no kisetsu (娘の季節) von Hiromi Higuchi
- 1969 Yoru no mesu: Toshiue no onna (夜の牝 年上の女) von Katsumi Nishikawa
- 1969 Arai umi (荒い海) von Tokujirō Yamazaki
- 1970 Botan to ryū (牡丹と竜) von Masahiro Makino
- 1970 Abare chōhan (あばれ丁半) von Mio Ezaki
- 1971 Sensō to ningen dai II bu: Ai to kanashimino sanga (戦争と人間 第二部 愛と悲しみの山河) von Satsuo Yamamoto
- 1971 Gyakuen mittsu sakazuki (逆縁三つ盃) von Takashi Nomura
- 1984 Kimi wa kaze no yō ni (きみは風のように) von Shinji Murayama
Diskographie (Auswahl)
- 1966 Futari no Ginza (二人の銀座) - „Ginza Lights“
- 1967 Futari no asa (二人の朝)
- 1969 Kiri no akari (霧の灯り)
- 1970 Koi no memai (恋のめまい)
- 2008 Otona no Ginza (おとなの銀座)
Werke
- 1976 Shiroi sasayuki - Mako no oshaberi dokuhon (白いささやき : マコのおしゃべり読本, etwa: Weißes Flüstern – Makos Plauderbuch)[Anm. 1]
- 1985 Watashi dake no hokkyokuten 88do 40fun (私だけの北極点 : 北緯88度40分, etwa: Mein Nordpol allein 88 Grad 40 Minuten)
- 1989 Warate yo hokkyokuten (笑ってよ、北極点, etwa: Lachend am Nordpol)
- 1994 Harō Ōrora! Izumi Masako shahinshū (ハロー オーロラ! : 和泉雅子写真集, etwa: Hallo Aurora – Izumi Masako Bildband)
Weblinks
- Masako Izumi bei IMDb
- Werke mit Masako Izumi. MyDramaList, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- Masako Izumi. The Movie Database, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
Anmerkungen
- ↑ Mako ist der Kosename von Masako
Einzelnachweise
- ↑ a b 冒険家で俳優の和泉雅子さん死去 日本人女性で初めて北極点走破. Asahi Shimbun, 18. Juli 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (japanisch).
- ↑ a b c 和泉雅子さん死去 顔のシミは北極と真っ正面から戦った勲章 俳優業から遠ざかるも潔く. Nikkan Sports, 18. Juli 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (japanisch).
- ↑ a b Japan Actress, Adventurer Masako Izumi Dies at 77. The Japan News, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ 荒城の月. kinenote.com, abgerufen am 13. Dezember 2025 (japanisch).
- ↑ 風花. kinenote.com, abgerufen am 13. Dezember 2025 (japanisch).