Martinskirche (Döffingen)
Die evangelische Martinskirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz. Sie steht in Döffingen, einem Ortsteil der Gemeinde Grafenau im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Böblingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Namensgeber der Kirche ist Martin von Tours.
Geschichte
Die Kirche, mindestens ihr Turm, ist seit 1075 urkundlich nachgewiesen. Ihre Kirchenburg bildete am 23. August 1388 das Zentrum der Schlacht von Döffingen zwischen einem Heer der freien Reichsstädte und Truppen des Grafen Eberhards von Württemberg. Zwar fällt Ulrich, der Sohn des Grafen, aber die Schlacht endet mit einer völligen Niederlage der Reichsstädte. Württemberg und damit die Fürstenmacht gewinnt im deutschen Südwesten endgültig das Übergewicht über die freien Städte.
Architektur
Das Langhaus der Saalkirche wurde 1516 neugebaut und nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg 1634–49 nochmals neu errichtet und wohl zu dieser Zeit mit dem floralen Renaissance-Roll- und Beschlagwerk ausgemalt. Der Chorturm im Osten von 1075 innerhalb der dort entstandenen Kirchenburg blieb im Kern erhalten. Er wurde mit einem die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergenden Geschoss aufgestockt und mit einem achtseitigen, schiefergedeckten Knickhelm bedeckt. Im Jahre 1962 wurde die Kirche um vier Meter nach Westen verlängert und dabei sowie wiederum 2004 renoviert.
Ausstattung
Der Innenraum des Erdgeschosses des Chorturms ist mit einem Tonnengewölbe überspannt. Bis zur Langhaus-Erweiterung 1962 war sie mit einer Dreiseiten-Empore und im Chor mit einer Orgelempore versehen. Von der alten Kirchenausstattung sind der Altarkruzifixus von 1675 und die Renaissance-Kanzel von 1686 erhalten. Ihr Schalldeckel ist bekrönt von einer Skulptur des auferstandenen Christus mit der Siegesfahne.
Die Orgel mit 12 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 2009 in einer Kooperation von Michael Mauch und Tilman Trefz gebaut.[1]
Literatur
- Grafenau · Ein Heimatbuch für seine alten und neuen Bürger; Hg. Gemeindeverwaltung Grafenau (Württ.), 1988
- Fritz Heimberger (Red.): Kirchen im Landkreis Böblingen; (Hrsg.) Evang. Kreisbildungswerk und Kath. Bildungswerk Kreis Böblingen; München/Zürich, 1990
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 142.
- Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche – Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen; Neulingen 2023, S. 239, 277 – ISBN 978-3-949763-29-8
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 4. Februar 2024
Koordinaten: 48° 42′ 41,6″ N, 8° 54′ 39,2″ O