Martina Wernli
Martina Wernli (* 1976) ist eine Schweizer Germanistin und Literaturwissenschaftlerin. Seit März 2025 ist sie Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft mit medien- und kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u. a. in Materieller Kultur und Literatur, der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, It-Narratives (1750–1850), der Romantikforschung, in Fragen von Kanonisierung und Marginalisierung sowie in der Beziehung von Literatur, Wissen und Medien.
Leben
Martina Wernli studierte Germanistik, Philosophie und englische Literatur an der Universität Zürich und der Humboldt-Universität zu Berlin (1997–2004) und schloss 2004 mit einem Lizentiat (M.A.) ab. 2006 erwarb sie das Diplom für das Höhere Lehramt (Deutsch/Philosophie) an Mittelschulen. Die Promotion erfolgte 2012 an der ETH Zürich mit der Arbeit Schreiben am Rand. Die „Bernische kantonale Irrenanstalt Waldau“ und ihre Narrative (1895–1936). 2020 habilitierte sie sich an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit einer doppelten Venia legendi für Germanistik und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft; die Habilitationsschrift Federn lesen. Eine Literaturgeschichte des Gänsekiels von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert erschien 2021.
Wernli war wissenschaftliche Mitarbeiterin u. a. an der ETH Zürich (2006–2012), der Universität Würzburg (2012–2015), an der Université de Neuchâtel (2015–2018, gefördert durch ein Marie-Heim-Vögtlin-Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds), sowie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (2018–2025). Sie vertrat Professuren an den Universitäten Neuchâtel (2019), Mainz (2021/22) und Zürich (2023/24). 2024 erhielt sie einen Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin.
Auszeichnungen
- Scardigli-Preis zur Förderung der Geisteswissenschaften für die Habilitation (2022, Frankfurt am Main)
- Marie-Heim-Vögtlin-Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds (2015–2018)
Schriften (Auswahl)
Monografien
- Federn lesen. Eine Literaturgeschichte des Gänsekiels von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert. Göttingen: Wallstein 2021.
- Schreiben am Rand. Die „Bernische kantonale Irrenanstalt Waldau“ und ihre Narrative (1895–1936). Bielefeld: transcript 2014.
Herausgeberschaften
- (mit Marius Reisener) BreiterKanon. Wiederentdecken, Lesen, Edieren und mehr. Berlin: DeGryuter Brill 2025, ISBN 9783111323596.
- (mit Frederike Middelhoff) Denken heißt Graben. Zum Werk Rahel Levin Varnhagens. Stuttgart: Springer/Metzler 2025.
- (mit Alexandra Karentzos, Iris Schäfer) Erzählte Mode. Transdisziplinäre Perspektiven auf Text- und Bildgewebe. Bielefeld: transcript 2025.
- (mit Frederike Middelhoff) Noch Zukunft haben. Zum Werk Karoline von Günderrodes. Stuttgart: Springer/Metzler 2024 (= Neue Romantikforschung, Bd. 5).
- (mit Roland Borgards, Esther Köhring) Büchners Dinge. Jahrbuch der Büchner-Gesellschaft. Berlin/Boston 2023.
- „jetzt kommen andre Zeiten angerückt“. Schriftstellerinnen der Romantik. Stuttgart: Metzler 2022 (= Neue Romantikforschung, Bd. 1).
- Reihe Neue Romantikforschung (Metzler/Springer), gemeinsam mit Roland Borgards und Frederike Middelhoff.
Editionen / editorische Arbeiten
- Dinggeschichten II. Zyklographische Erzählungen des 18. und 19. Jahrhunderts (mit Christiane Holm, Johanna Wildenauer). Hagen: University Press 2024.
- (mit Isabelle Abt) Aus Rahel Levin Varnhagens Tagebuch A. Manuskript und ergänzende Transkriptionen. In: Denken ist Graben … Stuttgart: Springer/Metzler 2025, S. 237–378.
- (mit Cosima Jungk) Mit auf den Weg gegeben. Transkription und Annotationen zu einem ewigen Kalender Dorothea Schlegels. In: Mit rasender Freude dichten … (erscheint 2025).
Aufsätze
- „Federn vom linken Flügel und Tinte ohne Alaun. Jean Pauls Schreibwerkzeug.“ In: „Meine Feder soll ein Flügel sein“ … Würzburg 2025, S. 72–78.
- (mit Frederike Middelhoff) „Karoline von Günderrode (neu) lesen.“ In: Noch Zukunft haben … Stuttgart 2024, S. 1–15.
- „Quecksilber. Kurmittel, Gift, Erzählstoff.“ In: Ars Metabolica. Baden-Baden 2023, S. 259–277 (OA).
- „Erzählstoff Papier. Sprechender Flachs und stinkende Haderlumpen.“ In: Ressource ‚Schriftträger‘. Bielefeld 2023, S. 229–248 (OA).
- „Thinking and Writing Truth. Rahel Levin Varnhagen’s Diaries and Philosophical Notes.“ Hegel Bulletin 43/3 (2022), S. 467–485.
Weblinks
- Literatur von und über Martina Wernli im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Martina Wernli in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- ORCID
- Persönliche Website
Einzelnachweise