Martin Schreiner (Religionswissenschaftler)

Martin Schreiner (geboren am 8. Juli 1863 in Nagyvárad, Österreich-Ungarn; gestorben am 9. Oktober 1926 in Berlin) war ein Rabbiner und jüdischer Religionswissenschaftler.

Leben und Wirken

Martin Schreiner besuchte das Rabbinerseminar und die Universität in Budapest, er promovierte 1885 zum Dr. phil. und erhielt 1897 das Rabbinerdiplom. Danach war er drei Jahre Rabbiner in Csurgó. Seit 1893 unterrichtete er an der jüdischen Normalschule in Budapest.

Seit 1894 war Martin Schreiner Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin für jüdische Geschichte und Religionsphillosophie. Er untersuchte besonders die islamischen Einflüsse auf die jüdische Religionslehre im Mittelalter und beschäftigte sich später auch mit dem wachsenden Antisemitismus in der Wissenschaft und Publizistik.

1902 musste er seine Unterrichtsstätigkeit wegen psychischer Probleme beenden und verbrachte den Rest seines Lebens in der Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke in Lankwitz bei Berlin, wo er 1926 starb. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee begraben.

Publikationen

Martin Schreiner verfasste zahlreiche Aufsätze und Publikationen in ungarischer, hebräischer, deutscher und französischer Sprache.[1][2] Die wichtigsten waren[3]

  • Studien über Jeschu'a ben Jehuda, Berlin 1900 Digitalisat
  • Die jüngsten Urteile über das Judentum, Cronbach, Berlin 1902 Digitalisat

Literatur

Commons: Martin Schreiner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Martin Schreiner ÖBL, mit einigen Titeln
  2. Martin Schreiner Bibliography Islam Akademie, mit 19 Titeln zu islamischen Themen und Sekundärliteratur
  3. Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert, Band 1, 2002, S. 1231, nannte drei Titel von 1890, 1895 und 1902