Martin-Luther-Kirche (Schönheide)

Die evangelische Martin-Luther-Kirche ist eine barocke Saalkirche in Schönheide im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Schönheide im Kirchenbezirk Aue der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Geschichte

Die große Saalkirche wurde nach Einsturz eines Vorgängerbauwerks von 1596 durch Christian Döltz in den Jahren 1766–73 erbaut. Das Innere wurde im Jahr 1790 fertiggestellt; die Ausmalung wurde 1835 vorgenommen. Der Sakristeianbau im Osten und ein größerer Umbau wurden in den Jahren 1902/03 durchgeführt. Eine Restaurierung im Innern erfolgte im Jahr 1964.

Innen ist die Kirche 29 Meter lang, 15 Meter hoch und 15 Meter breit. Der Innenausbau zog sich über Jahrzehnte bis etwa 1835 hin. 32 verglaste Betstuben wurden zur Mitfinanzierung des Baus vermietet,[1] jene rechts vom Altar trägt das Wappen der früheren Besitzer des Eisenwerkes Schönheiderhammer, Edler von Querfurth.

1902/03 wurde die Kirche umgebaut. Bis auf den Anbau einer Sakristei nach Osten blieb das Äußere mit seinem steilen schiefergedeckten Satteldach mit Gauben, dem im Verhältnis zur Höhe des Kirchenschiffs etwas zu niedrigen Turm und dem Kirchenschiff mit hohen durchgehenden Fenstern und Strebepfeilern im Wesentlichen unverändert. Im Inneren wurde die Decke abgehängt und mit einer Stuckverzierung versehen. Die Orgelempore wurde auf die Westseite verlegt, eine Jehmlich-Orgel ersetzte die von Johann Gottlob Trampeli aus dem Jahr 1795, das Trampeli-Gehäuse wurde in veränderter Zusammenstellung vor die neue Orgel gesetzt.

Architektur

Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau mit steilem, gaubenbesetztem Satteldach mit geradem Ostschluss, das durch Wechsel von hohen schlanken Rundbogenfenstern und ebenso hohen Strebepfeilern gegliedert ist. Der Westturm über quadratischem Grundriss trägt ein oktogonales Glockengeschoss mit geschweifter Haube und Laterne.

Im Innern ist eine überwiegend einheitliche Rokoko-Ausstattung eingebaut; die späteren Veränderungen sind dem Gesamtbild angepasst. Unter die ursprüngliche Holztonne wurde in den Jahren 1902/03 eine Stuckdecke mit Spiegelgewölbe gehängt, die besonders im Chor reich verziert ist und mit Wolkenhimmel und Strahlenkranz versehen ist.

Der Saal ist mit dreigeschossigen Emporen und verglasten Betstuben beiderseits des Kanzelaltars versehen und zeigt an den Brüstungen Rokokoschnitzwerk. Die ursprüngliche, über dem Kanzelaltar angeordnete Orgelempore wurde bei einem Umbau in den Jahren 1902/03 an die Westwand verlegt; gleichzeitig wurde die große Jehmlich-Orgel in den anders zusammengestellten Prospekt von Trampeli aus dem Jahr 1795 eingebaut. Aus dem Jahr 1902/03 stammen auch die Farbglasfenster an den Windfängen der beiden Seiteneingänge; dargestellt sind der versinkende Petrus, die Vertreibung aus dem Tempel, die Bergpredigt und Christus als Kinderfreund.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein schlichter Kanzelaltar aus dem 19. Jahrhundert. Die Taufe stammt aus dem Jahr 1775, die Zinnschale trägt die Jahreszahl 1705. In der Sakristei befindet sich ein Bildnis des Pfarrers Christian Friedrich Vogel in Öl auf Holz in hochovaler Form ohne Rahmen mit der Jahreszahl 1774.

Die Orgel ist ein Werk von Jehmlich aus dem Jahr 1903 im alten Gehäuse mit 38 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[2]

Literatur

Commons: Martin-Luther-Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Pfarrer Volkmar Hartenstein: Die Parochie Schönheide. In: Neue Sächsische Kirchengalerie. Leipzig 1902, Spalte 568 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden).
  2. Informationen zur Orgel auf orgbase.nl. Abgerufen am 3. Oktober 2025.

Koordinaten: 50° 30′ 12,5″ N, 12° 32′ 4,5″ O