Martin-Luther-Kirche (Ossa)
Die evangelische Martin-Luther-Kirche ist eine im Kern spätromanische Saalkirche im Ortsteil Ossa von Geithain im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zum Kirchspiel Geithain-Frohburg-Lunzenau im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur
Die auf einer steilen Anhöhe erbaute Saalkirche enthält Bestandteile einer spätromanischen Anlage des 12./13. Jahrhunderts, insbesondere Teile des Chorturms. Um das Jahr 1500 wurde eine Erweiterung des Chores vorgenommen, im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine barocke Innenausstattung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden tiefgreifende Veränderungen im Innern durchgeführt.
Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau; das romanische Turmuntergeschoss zeigt ein gekuppeltes romanisches Rundbogenfenster; im Turmaufbau aus dem Jahr 1603 ist ein spätgotisches Spitzbogenfenster erkennbar. An der Nordseite befindet sich die Sakristei, darüber eine Loge. An der Südseite öffnet sich ein romanisches Rundbogenportal mit Dreiviertelsäulen und schmucklosem Tympanon. Zwischen der davor erbauten gotischen Vorhalle mit steinernem Giebelkreuz und dem Saal ist ein Treppentürmchen angebaut.
Der nahezu quadratische Saal ist flachgedeckt, ein spitzer Triumphbogen führt zum kreuzrippengewölbten Chor. Die Rippen des Chorhaupts ruhen auf Eckpfeilern mit Kragsteinen. Im Schlussstein ist ein Wappenschild derer von Bastineller angebracht. Emporen sind an drei Seiten eingebaut, an der Chornordseite eine Loge.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein kleiner barocker Säulenaltar des 18. Jahrhunderts mit gesprengtem Giebel. Er zeigt in der Predella ein Relief des Abendmahls; das Altarbild mit dem segnenden Christus ist ein Werk von Alexander Stichart aus dem Jahr 1817. Die Kanzel aus Sandstein im Chor zeigt Büsten von Christus und den Evangelisten in Sandstein aus der Zeit um das Jahr 1680. Die schlichte Taufe ist ebenfalls ein Werk aus Sandstein aus der Zeit um 1680.
Die Orgel ist ein Werk von Richard Kreutzbach aus dem Jahr 1872 mit zwölf Registern auf zwei Manualen und Pedal, das mehrfach, zuletzt 1968, von Reinhard Schmeisser überarbeitet wurde.[1]
Von drei im Jahr 1854 geschaffenen Glocken sind nach Ablieferung der großen Glocke für Kriegszwecke nur noch zwei erhalten.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 717 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Informationen zur Orgel auf orgbase.nl. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
Koordinaten: 51° 1′ 30,9″ N, 12° 39′ 52,7″ O