Markt 21 (Weimar)
Das Haus Markt 21 ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in der Weimarer Altstadt. Es befindet sich auf der Südseite des Markes.
Geschichte
Das Gebäude entstand 1563 als einheitlicher Baukomplex (siehe Markt 20, das älteste Gasthaus Weimars Zum schwarzen Bären), der erst 1711 geteilt wurde. Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgten u. a. eine Überarbeitung der Fassade und im Innern verschiedene Veränderungen. Im Jahre 1850 wurde das Gebäude bei Beibehaltung des Dachwerkes um ein weiteres Geschoss erhöht; gleichzeitig wurde der Keller unter dem westlichen Seitenflügel angelegt. Das Satteldach besitzt Dachgauben, die rhythmisch die Gliederung von Markt 22 fortsetzen. Das viergeschossige und vierachsige Gebäude an der südlichen Platzwand des Markes befindet sich städtebaulich in exponierter Lage. Die Gestaltung des steinernen Erdgeschosses ist bedingt durch einen Ladeneinbau des Jahres 1895. Die Putzgliederung der Obergeschosse mit Lisenenbändern und betont abgesetztem letztem Geschoss stammt von 1926. Die achsenständige Reihung der Fenster im ersten und zweiten Obergeschoss mit scharrierten Werksteingewänden kam durch einen barocken Umbau zustande. Im Innern zeigen die Obergeschosse die für die Weimarer Bürgerhäusercharakteristische Anordnung von Stube und Kammer. Die überlieferte Ausstattung lässt die Bau- und Nutzungsgeschichte des Gebäudes ablesen. Das Ladengeschäft mit Wandpaneelen, Stuckdecke und gusseisernen Säulen stammt vom Umbau 1895. Die verzogene Haustreppe in das erste und zweite Obergeschoss wurde unter Beibehaltung ihrer Lage um 1850 erneuert und bekam ein Geländer mit achteckigen Stäben. Vom zweiten Obergeschoss an blieb die barocke Treppe mit Brettbalustern erhalten. In den Haupträumen des ersten und zweiten Obergeschosses befinden sich geometrische Stuckdecken des 18. Jahrhunderts, z. T. mit Eckrocaillen, barocke Innentüren und Dielenfußböden. Quer unter dem Hauptgebäude befindet sich ein Bruchsteintonnengewölbe, das im 18. Jahrhundert erweitert und um 1850 repariert wurde.[1]
In diesem Haus hatte ab 1853 August Callmann sein Wohn- und Bankhaus.[2]
Im Markt 21 befindet sich heute die C.Keller & Galerie Markt 21.[3]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.1.: Altstadt, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 445 f.
- ↑ Vgl. Anzeigen in Weimarische Zeitung vom 1. Januar 1854, S. 4. Bei Schmidt 1993, S. 68, falsch angegeben als „August Callmann & Co“ – eine Bank dieses Namens hat es nie gegeben.
- ↑ https://www.c-keller.de/
Koordinaten: 50° 58′ 44,1″ N, 11° 19′ 47,2″ O