Markgrafschaft Ename
Die Markgrafschaft Ename (auch Reichsflandern) entstand durch den deutschen Kaiser Otto II. um 950 in der nördlichen Hälfte des Brabantgaus mit dem Zentrum der Burg Ename zum Schutz des Deutschen Reiches gegen das Westfrankenreich.
Gottfried von Verdun (ab 969 Markgraf von Ename) und seine Frau Mathilde aus Sachsen erbauten an der Schelde eine Burg und gründeten eine frühstädtische Siedlung. Ihr Sohn Hermann ließ dort zwischen 988 und 1025 zwei Kirchen erbauen.
Das Herzogtum Niederlothringen begann im 11. Jahrhundert allmählich durch die Verselbständiung kleinerer Territorien zu zerfallen. Der deutsche König reagierte an der Kanalküste mit der Schaffung dreier Markgrafschaften (Antwerpen, Ename und Valenciennes), die die Grenze zu Frankreich schützen und das wichtige Land zwischen Rhein und Schelde kontrollieren sollten. 1005 bis 1024 gab es einen Markgraf Hermann von Ename. Gegen dessen schwachen Nachfolger ging Balduin IV. von Flandern vor und zerstörte 1034 die Burg Ename. 1062/3 wurde auf den Resten der Festung eine Benediktinerabtei Sankt Salvator erbaut.[1]
Darauf wurde die Mark Ename vermutlich dem Herzog Gotzelo I. zugewiesen. Nach dessen Tod 1044 gab Heinrich III. die Mark erst an den Pfalzgrafen Otto II. von Schwaben, dann über den Herzog von Schwaben an Balduin V. von Flandern. Doch dieser beteiligte sich 1047 an einem Aufstand gegen den Kaiser und verlor deshalb seine Lehen. Ename kam nun an den Pfalzgrafen von Lothringen Heinrich I., bis sich Balduin V. nach einem zehnjährigen Krieg dem Kaiser wieder unterwarf (1056).
Die Markgrafschaf Ename ist weitgehend identisch mit der späteren Grafschaft Aalst.
Weblinks
- ename historisch. Archiviert vom am 29. April 2009; abgerufen am 16. Dezember 2025.
- Saint Salvator abbey and vicinity in Ename around 1065. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).
- Frans J. Van Droogenbroeck: De markenruil Ename – Valenciennes en de investituur van de graaf van Vlaanderen in de mark Ename. In: Handelingen van de Geschied- en Oudheidkundige Kring van Oudenaarde 55 (2018) 47-127. 1. Januar 2018 (academia.edu).
Siehe auch
Einzelbelege
- ↑ fdp: Ename, eine Abtei der Benediktiner und ein ottonisches Kirchlein. In: Belgieninfo. 27. Dezember 2015, abgerufen am 16. Dezember 2025.