Marion Kirkland Reid
Marion Kirkland Reid (* 25. März 1815 in Glasgow; † 9. März 1902 in Shepherd’s Bush, London) war eine schottisch-britische feministische Autorin, bekannt für ihr einflussreiches Werk A Plea for Woman, das erstmals 1843 in Edinburgh von William Tait veröffentlicht wurde und zwischen 1847 und 1852 in den Vereinigten Staaten mehrfach unter dem Titel Woman, her Education and Influence unter dem Namen „Mrs. Hugo Reid“ erschien. Sie gilt als eine der Begründerinnen der feministischen Bewegung, obwohl leider nur wenig über ihr Leben oder andere Schriften bekannt ist.[1][2]
Leben
Kirkland Reid wurde als Tochter von Janet Finlay und James Kirkland, einem Tabakhändler, geboren. Am 7. Januar 1839 heiratete sie in Edinburgh Hugo Reid (1809–1872), einen progressiven Pädagogen, der als Dozent für Naturphilosophie und Chemie am Mechanics’ Institute in Glasgow tätig war. Das Paar hatte eine Tochter, Janet (Jessie) Finlay Arnot Reid, die am 24. November 1839 in Glasgow geboren wurde. 1840 wurde Hugo Reid zum Dozenten für Chemie und Naturphilosophie an der Liverpool Mechanics’ Institute High School ernannt und hielt außerdem Vorlesungen in Liverpool und anderen Mechanics’ Institute.[1]
Die amerikanische Feministin Elizabeth Cady Stanton schrieb über Kirkland Reids Teilnahme an der Weltkonferenz gegen die Sklaverei in London im Juni 1840, doch über ihre Rolle in der Anti-Sklaverei-Bewegung ist nur wenig bekannt. Kirkland Reid und andere britische Besucherinnen, darunter Anne Knight, wurden Zeuginnen, wie einige amerikanische Delegierte nicht an der Konferenz teilnehmen konnten. Es kam zu einer großen Debatte, nach der Kirkland Reid die Anführerin der amerikanischen Delegierten, Lucretia Mott, traf.[3] Dieses Ereignis und ein Artikel über „Rechte und Pflichten der Frauen“ in der Edinburgh Review von 1841 könnten Kirkland Reid zu ihrem 1843 erschienenen Buch A Plea for Women inspiriert haben. Knight schickte Mott ein Exemplar des Buches mit ihrer höchsten Empfehlung, und es erreichte einigen Einfluss in Amerika. A Plea for Women ist höchstwahrscheinlich das erste Werk in Großbritannien oder den USA, das der Erlangung sowohl bürgerlicher als auch politischer Rechte für Frauen Bedeutung beimaß. Das Buch war besonders bedeutsam in den Anfangsjahren der Frauenwahlrechtsbewegung in den USA.[3] A Plea for Woman war, wie Susanne Ferguson im Vorwort zur modernen Neuauflage der ersten Ausgabe betont, ein wegweisendes Buch, da es das erste war, das von einer Frau für Frauen geschrieben wurde und in dem ausdrücklich argumentiert wurde, dass das Wahlrecht entscheidend ist, um die Diskriminierung von Frauen in Bildung und Beschäftigung zu beenden und gleiche Rechte vor dem Gesetz zu erlangen.
Hugo Reid zog nach Halifax in Nova Scotia, um dort von 1855 bis 1860 als Rektor des Dalhousie College zu arbeiten. Kirkland Reid begleitete ihn wahrscheinlich nach Kanada. Nach der Rückkehr der Familie nach Großbritannien ließen sie sich in Marylebone, London, nieder. Dies muss vor 1866 gewesen sein, da Kirkland Reid als Unterzeichnerin auf der großen Petition zum Frauenwahlrecht steht, die dem Parlament vorgelegt wurde.[1]
Kirkland Reid war eine Unterstützerin der Ladies National Association for the Repeal of the Contagious Diseases Acts („Nationale Vereinigung der Frauen für die Aufhebung der Gesetze über ansteckende Krankheiten“), die 1870 von Josephine Butler gegründet worden war. Diese Gesetze zielten auf eine soziale und gesundheitspolitische Kontrolle von Prostituierten und machten aber allein diese, nicht aber ihre männlichen Klienten, für die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten verantwortlich und untergruben in den Augen der Gegner der Gesetzgebung die Bürgerrechte von Frauen, die von den Behörden in bestimmten Marine- und Militärstädten als Prostituierte eingestuft worden waren.[4]
Nach Hugo Reids Tod im Jahr 1872 lebte sie mit ihrer einzigen Tochter Jessie in Shepherd’s Bush, wo sie 1902 auch verstarb.[1]
Werk
Marion Reid und Susanne Ferguson: A Plea For Woman. Neuauflage Auflage. Polygon, Edinburgh 1988, ISBN 978-0-948275-56-2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Jane Rendall: Reid [née Kirkland], Marion (1815–1902). In: H. C. G. Matthew und Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography. Oxford 12. September 2019, doi:10.1093/odnb/9780198614128.013.112274.
- ↑ Marion Reid. In: Orlando Project. Cambridge University, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ a b Elizabeth Ewan, Sue Innes, Siân Reynolds und Rose Pipes (Hrsg.): The Biographical Dictionary of Scottish Women: From the Earliest Times to 2004. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, ISBN 978-0-7486-2660-1, S. 301.
- ↑ A Plea For Women. Cambridge University Press, abgerufen am 9. Dezember 2025.