Marino Paglia
Marino Paglia (* 12. Oktober 1781 in Sternatia, Provinz Lecce, Apulien; † 5. September 1857 in Lanzara) war ein italienischer römisch-katholischer Geistlicher und Erzbischof von Salerno.
Leben
Kirchliche Laufbahn
Er war der Sohn von Giuseppe Paglia und der Lazzara Fenzella.[1] Die Priesterweihe empfing er am 21. Dezember 1805.[2] Danach war er Pfarrer an der Kathedrale von Otranto und Kapitularvikar.[1]
König Ferdinand II. von Sizilien schlug ihn am 18. November 1834 zur Ernennung als Erzbischof von Salerno vor. Am 22. März 1835 erfolgte die Bestätigung durch Papst Gregor XVI., verbunden mit der Erlaubnis, die Bischofsweihe außerhalb Roms von einem Bischof eigener Wahl zu empfangen. Am 19. April 1835 erhielt er das Pallium.[1] Die Bischofsweihe spendete ihm am 26. April desselben Jahres der Erzbischof von Neapel Filippo Kardinal Giudice Caracciolo; Mitkonsekratoren waren Erzbischof Camillo Giovanni Rossi, ehemaliger Bischof von San Severo, und Bischof Pasquale Giusti, Weihbischof im Bistum Caserta.[2] Kurz darauf, am 15. Mai, wurde er zum apostolischen Administrator der Diözese Nusco ernannt und am 19. April 1836 zum Assistenten am päpstlichen Thron erhoben.[1]
Wirken im Bischofsamt
Im Frühjahr 1836 begann Paglia die erste von insgesamt sechs Visitationen seines Erzbistums. Besonderes Augenmerk legte er auf Disziplin und Lebensführung des Klerus. Er empfahl den Priestern ausdrücklich die tägliche Messfeier, eine Praxis, die mehr als ein Jahrhundert später vom Zweiten Vatikanischen Konzil allgemein bekräftigt werden sollte. Ein weiterer Schwerpunkt seines Wirkens war die Neuordnung der Pfarreien: Er verlegte einzelne Pfarrsitze in geeignetere Kirchen, löste andere auf oder vereinigte sie, um sie besser den pastoralen Bedürfnissen der Bevölkerung anzupassen.[1]
Während der Revolution von 1848 begrüßte Paglia die Verfassung König Ferdinands II. – ebenso wie zuvor die Reformen Papst Pius’ IX. – mit einem feierlichen Te Deum. Zugleich musste er jedoch miterleben, wie zahlreiche Priester aus Stadt und Erzdiözese Salerno in die politischen Auseinandersetzungen hineingezogen wurden. Ungeachtet seiner vorsichtigen Haltung zögerte er nicht, kanonische Sanktionen gegen übersteigerte politische Aktivitäten zu verhängen, um die Gläubigen vor Verwirrung zu bewahren.[1]
Am 8. Oktober 1849 empfing Paglia in Salerno Papst Pius IX., der sich im Exil im Königreich Neapel befand und seit September in der königlichen Residenz von Portici wohnte. Der Papst besuchte die Kathedrale, das Priesterseminar sowie das Kloster San Giorgio und nahm anschließend im Bischofspalais an einer Mahlzeit teil, die ihm vom Erzbischof persönlich gereicht wurde.[1]
Letzte Jahre und Tod
Am 27. Oktober 1856 setzte Paglia sein Testament auf. Darin vermachte er der Kathedrale sämtliche liturgischen Geräte und Paramente, seinen Nachfolgern die Ausstattung der erzbischöflichen Kapelle sowie dem Seminar seine gesamte Bibliothek.[1]
Er starb am 5. September 1857 in Lanzara. Noch am selben Tag wurde sein Leichnam nach Salerno überführt und im Bischofspalais im pontifikalen Ornat aufgebahrt. Die Trauerfeierlichkeiten fanden am 6. September in den Straßen der Stadt statt; am 7. September wurde er in der Kapelle der Darstellung Mariens in der Kathedrale beigesetzt.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i Biografia dell’Arcivescovo Marino Paglia. Erzbistum Salerno-Campagna-Acerno, 2019, abgerufen am 8. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ a b Eintrag zu Marino Paglia auf catholic-hierarchy.org; abgerufen am 8. Oktober 2025. (englisch)
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Michelangelo Lupoli | Erzbischof von Salerno 1835–1857 | Antonio Salomone |