Marine-Infanterie-Brigade
Die Marine-Infanterie-Brigade war ein aus Marineinfanterie bestehender Großverband der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg.
Geschichte
Im August 1914 bildeten Teile des I. und II. Seebataillons und Reservisten die Marine-Infanterie-Brigade unter Generalmajor Carl von Wichmann, die am 23. August des gleichen Jahres zur Marine-Division erweitert wurde.[1] Wichmann war zugleich, wie auch ein Teil seiner Nachfolger, Inspekteur der Marineinfanterie. Unter der Marine-Division gab es weiterhin die Marine-Infanterie-Brigade. Bereits im November des gleichen Jahres wurden aus der Marine-Division die 1. Marine-Division und 2. Marine-Division gebildet. Die Marine-Infanterie-Brigade wurde der 1. Marine-Division unterstellt. Wie auch der erste Brigadekommandeur Wichmann waren die beiden folgenden Brigadekommandeure, Walter von Eberhardt und Konrad von Moltke, zusätzlich Inspekteure der Marineinfanterie.
Als im Juni 1917 die 3. Marine-Division aufgestellt wurde, kam die Marine-Infanterie-Brigade zur neuen Division und blieb dort bis Kriegsende.
Gliederung
Oktober 1914
- Marine-Infanterie-Regiment 1
- I. Seebataillon (vier Kompanien, eine Radfahrkompanie)
- V. Seebataillon (vier Kompanien)
- VIII. Seebataillon (vier Kompanien, eine Maschinengewehrkompanie)
- Ersatzabteilung
- Marine-Infanterie-Regiment 2
- II. Seebataillon (vier Kompanien, eine Radfahrkompanie, eine Maschinengewehrkompanie)
- IV. Seebataillon (vier Kompanien)
- VI. Seebataillon (vier Kompanien)
- VII. Seebataillon (fünf Kompanien)
Mai 1916
- 1. Marine-Infanterie-Regiment
- I. Bataillon (vier Kompanien, eine Radfahrkompanie)
- II. Bataillon (vier Kompanien, eine Bootskanonen-Batterie)
- III. Bataillon (vier Kompanien, eine Maschinengewehrkompanie)
- 2. Marine-Infanterie-Regiment
- I. Bataillon (vier Kompanien, eine Bootskanonen-Batterie)
- II. Bataillon (vier Kompanien, eine Maschinengewehrkompanie)
- III. Bataillon (vier Kompanien, eine Radfahrkompanie)
- Küstenbataillon (zwei Kompanien, zwei Maschinengewehrkompanien, eine Artilleriekompanie)
- 1. Landwehr-Eskadron IX. Armee-Korps
- 3. Marine-Pionier-Kompanie
- Minenwerferkompanie 165
- Marine-Sanitätskompanie 2
- Kommandanturen: Gistelles, Lessingen, Middelkerke, Slype, Oudenburg, Zandvoort, Zevekote
Ende des Krieges 1918
- 1. Marine-Infanterie-Regiment (Untergliederung unverändert zu Mai 1916)
- 2. Marine-Infanterie-Regiment (Untergliederung unverändert zu Mai 1916)
- 3. Marine-Infanterie-Regiment
- I. Bataillon (vier Kompanien, eine Bootskanonen-Batterie)
- II. Bataillon (vier Kompanien, eine Maschinengewehrkompanie)
- III. Bataillon (vier Kompanien, eine Radfahrkompanie)
- Feldartillerie-Regiment Nr. 9
- 3. Eskadron/Husaren-Regiment „König Wilhelm I.“ (1. Rheinisches) Nr. 7
- Pionier-Bataillon 115
- Div.-Fernsprechabteilung
- Sanitätskompanie 610
- Kommandanturen: Oudenburg, Zandvoort, Steene, Middelkerke, Raverfyde
Kommandeure
Folgende Kommandeure waren eingesetzt:[2]
- Generalmajor Carl von Wichmann: von der Aufstellung Ende August 1914 bis Dezember 1914
- Oberst/Generalmajor Walter von Eberhardt: von Dezember 1914 bis November 1916
- Generalmajor Konrad von Moltke: von November 1916 bis April 1917, später Kommandeur der 3. Marine-Division
- Oberst Walther von Goetze: von April 1917 bis November 1918
Literatur
- Marine-Offizier-Verband (Hrsg.), Albert Stoelzel: Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. 1914–18. Thormann & Goetsch, Berlin 1930, S. 66–67.
Einzelnachweise
- ↑ Jann M. Witt: Von Schwarz-Rot-Gold zu Schwarz-Rot-Gold. Eine kurze Geschichte der deutschen Marinen von 1848 bis heute. Elsengold, 2021, ISBN 978-3-96201-102-4, S. 1901.
- ↑ Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939: Die höheren Kommandostellen 1815–1839. Biblio Verlag, 1990, ISBN 3-7648-1779-8, S. 340.