Marina Scalafiotti

Marina Scalafiotti (* 22. Mai 1965 in Settimo Torinese) ist eine italienische Pianistin und Musikpädagogin.

Leben

Ausbildung

Marina Scalafiotti begann ihr Klavierstudium am Conservatorio Giuseppe Verdi in Turin, wo sie unter der Leitung von Amelia Careggio mit Auszeichnung abschloss.[1] Sie studierte Cembalo bei Giorgio Tabacco am selben Konservatorium und Kammermusik beim Trio di Trieste an der Scuola di Musica di Fiesole.

Sie vervollkommnete ihre Fähigkeiten bei international renommierten Meistern, darunter Maria Golia, Lazar Berman, Orazio Frugoni, Boris Petruschanski, Boris Bloch und Vincenzo Balzani.[1] 1995 zog sie dank eines Stipendiums der De Sono Associazione nach Paris, um an der École normale de musique de Paris bei Nelson Delle-Vigne Fabbri, einem Schüler von Claudio Arrau, zu studieren, dessen Assistentin sie wurde.[1]

Auszeichnungen

Im Alter von sechzehn Jahren gewann sie den Internationalen Wettbewerb von Stresa in der Kategorie Avantgarde-Musik. Insgesamt errang Marina Scalafiotti dreiundzwanzig erste Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben.[1] 1992 gewann sie den renommierten Wettbewerb „Città di Treviso“, worauf eine Konzerttournee mit Klavier und Orchester unter der Leitung von Gianandrea Noseda und Pierangelo Gelmini folgte.[1] Sie erhielt außerdem den Prix „Spedidam“ und den Preis für die beste Pianistin französischer Schule beim Internationalen Wettbewerb „Orléans XX Siècle“.[1]

Konzertkarriere

Marina Scalafiotti trat in prestigeträchtigen Konzertsälen in Europa und Südamerika auf, darunter das Concertgebouw in Amsterdam, die Usher Hall in Edinburgh, das Auditorium Rai in Turin, der Palazzo Pitti in Florenz, die Salle Pleyel und die Salle Cortot in Paris sowie die Sala Verdi in Mailand.[1]

Sie arbeitete mit international renommierten Dirigenten wie Gianandrea Noseda, Gianluigi Gelmetti, Karel Mark Chichon, Ovidiu Balan und Antonello Gotta zusammen.[1]

Ihre Auftritte wurden von nationalen und europäischen Radio- und Fernsehsendern aufgezeichnet, darunter Rai Radio, Radio France, Bayerischer Rundfunk, RTBF, Rai, Classica und Arte.[1]

Lehrtätigkeit

Sie unterrichtet derzeit Klavier am Conservatorio „Giuseppe Verdi“ in Turin.[2] Sie hat Meisterkurse in Belgien, Frankreich und Spanien gegeben und wurde als Gastdozentin im Rahmen des Erasmus-Programms an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg und die McGill University in Montreal eingeladen.[1]

Seit 2019 betreibt sie den YouTube-Kanal Telemasterclass, der sich der Klavierpädagogik widmet, mit Video-Tutorials zur Technik, Meisterkursen zu Repertoirestücken und Aufführungen von Studenten und Dozenten.[3]

2025 nahm sie anlässlich des 100. Todestages von Erik Satie als Referentin an der internationalen Konferenz Satie 2025 teil, die von der Universität Turin organisiert wurde. In Honfleur, dem Geburtsort des Komponisten, präsentierte sie den Vortrag „Satie und das Echo der Ironie: Ästhetische Filiationen und pianistische Verkörperungen bei den Komponisten der Groupe des Six“.[4]

Kulturelle Projekte

Marina Scalafiotti gründete den Verein Orium APS, dessen Präsidentin sie ist, mit dem Ziel, ein Netzwerk zwischen Kunst, Bildung und Umwelt im Gebiet des Canavese zu schaffen. Der Verein organisiert Konzerte in historischen Residenzen der Region, darunter Schlösser und Kirchen.[5]

Über Orium APS organisiert sie die Konzertreihe „AURA: Lebendige Musik, lebendige Orte“, eine Reihe kostenloser Konzerte an historischen Orten im Canavese, darunter das Castello ducale di Agliè und das Schloss von Barone Canavese.[6]

Seit 2024 organisiert sie das Pianists Summer Retreat, eine Woche mit Klavier-Meisterkursen in Orio Canavese im Format einer „verteilten Schule“, bei der der Unterricht an verschiedenen Orten des Dorfes stattfindet.[7]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j Marina Scalafiotti. In: De Sono Associazione per la Musica. Abgerufen am 27. November 2025.
  2. Marina Scalafiotti - Corpo Docenti. In: Conservatorio Statale di Musica „Giuseppe Verdi“ Torino. Abgerufen am 27. November 2025.
  3. Telemasterclass. In: YouTube. Abgerufen am 27. November 2025.
  4. Programme - Satie 2025. In: Università di Torino. Abgerufen am 27. November 2025.
  5. L'8 giugno la musica risuona al Castello di Barone. In: Giornale La Voce. Abgerufen am 27. November 2025.
  6. Agliè: Aura, concerti al castello ducale. In: Canavese Today. Abgerufen am 27. November 2025.
  7. Pianists Summer Retreat. In: Turismo Torino e Provincia. Abgerufen am 27. November 2025.