Marientor (Marienburg)

Das Marientor (polnisch Brama Mariacka/Szutmska) hieß früher auch Fährtor und führte von Malbork nach Süden in Richtung Marienwerder und Thorn.

Geschichte

Die dahinterliegende Nogatfähre wurde schon 1276 erwähnt, daher der frühere Name Fährtor. Das Tor wurde während der Befestigung Marienburgs im 14. Jahrhundert erbaut.[1] Nachdem kurz vor 1443 im Zuge der Verstärkung der städtischen Befestigungsanlagen das äußere Tor mit einer Marienkapelle erbaut war, entstand der bis 1945 Marientor bzw. heute polnisch Brama Mariacka genannte Bau. Dieser Name verblieb auch, als das Vortor mit der Kapelle im Zweiten Schwedenkrieg (1656–1660) abgebrochen wurde, weil es den Festungswerken der Stadt nachteilig sei, so dass nur das innere Tor verblieb. Die Reste des äußeren Tores verschwanden bei den Befestigungsarbeiten in der Franzosenzeit (1807). Am 7. Februar 1838 zerstörte ein Feuer das Dach des Marientors. Nach der Restaurierung erhielt es einen Zinnenkranz und das Fachwerkhäuschen, das auf älteren Aufnahmen dokumentiert ist. Später wurde die bauliche Gestalt des Tores dadurch verändert, dass an der Ostseite, neben dem Durchlass für Fahrzeuge, noch ein Fußgängerdurchlass (das „Nadelöhr“) angelegt wurde. Das Dach erfuhr 1936/37 eine Umwandlung. Das Fachwerkhäuschen wurde abgebrochen und stattdessen ein abgewalmtes Satteldach errichtet. Heute steht das Marientor ohne Dach da, nur mit dem Zinnenkranz. 1945 brannte das Marientor nieder. Es wurde 1964 wieder aufgebaut. Das Gebäude beherbergt heute ein Restaurant.[1]

Literatur

  • Bernhard Schmidt: Die Baudenkmäler in der Stadt Marienburg. In: Rainer Zacharias (Hrsg.): Neues Marienburger Heimatbuch. Wendt Groll, 1967.

Siehe auch

Commons: Marientor (Marienburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b BRAMA MARIACKA. Abgerufen am 12. Oktober 2025.

Koordinaten: 54° 2′ 8,5″ N, 19° 1′ 30,4″ O