Marienstraße 16 (Weimar)
Das Haus Marienstraße 16 ist ein mehrgeschossiges Wohnhaus im klassizistischen Stil in der Altstadt von Weimar.
Geschichte
Es folgt der stadtplanerischen Vorgabe von Clemens Wenzeslaus Coudray für die Anlage und den Ausbau der Marienstraße.[1] Das Gebäude wurde um 1820 zunächst als zweigeschossiges Wohnhaus mit Walmdach und kurzem, nach Westen weisenden Seitenflügel errichtet. Im Jahre 1836 folgte entgegen der Bedenken von Baurat Heinrich Heß und mit Zustimmung des Großherzogs Carl Friedrich eine Erhöhung um ein Geschoss und die Errichtung des heutigen Krüppelwalmdaches. So war es das erste dreigeschossige Wohngebäude in diesem Straßenabschnitt. Das nur zwei Jahre später entstandene Justizamts- und Stadtgerichtsgebäude Marienstraße 13 nimmt auf die geänderte Traufhöhe Bezug. Es besitzt eine seitliche Toreinfahrt. In der siebenachsigen Straßenfassade sind die drei mittleren Fenster des Erdgeschosses durch Lünettenfelder, im mittleren Geschoss durch Architravverdachungen hervorgehoben. Beim Umbau 1836 wurde durch flache Putzkanten ein erhabenes Mittelfeld durch Putzkanten in der Breite des Zwerchhauses angedeutet. Die Erschließung erfolgt von der nördlichen Schmalseite. Das bauzeitliche Raumgefüge mit mehreren großen Räumen zur Straße hin und die hofseitigen Kammern, die über den Mittelflur erreicht werden, ist erhalten, ein großer Teil der ein- und zweiflügeligen Türen des 19. Jahrhunderts ebenso. Das Gebäude ist zur Straße hin mit einer halbrunden Längstonne unterkellert. Im Hofraum steht die ehemalige Remise mit Holzstall.[2]
2007 wurden für die Familie des Musikers Eduard Rosé[3] Stolpersteine auf dem Gehweg vor dem Haus Marienstraße 16 verlegt.[4] Vor ihrer Deportation nach Theresienstadt 1942 mussten sie in das sog. Ghettohaus Belvederer Allee 6 umziehen. Die dortige Gedenktafel nennt den Namen Eduard Rosé.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rolf Bothe: Clemens Wenzeslaus Coudray: 1775–1845; ein deutscher Architekt des Klassizismus, Köln; Weimar; Wien: Böhlau, 2013, S. 402 ff. ISBN 978-3-412-20871-4
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 432 f.
- ↑ Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen: Eine Spurensuche, herausgegeben von Helen Geyer, Maria Stolarzewicz, Böhlau Verlag, Köln 2020, S. 340.
- ↑ Digitalisat auf www.klassik-stiftung.de
Koordinaten: 50° 58′ 30,5″ N, 11° 19′ 45,6″ O