Marienstraße 10 (Weimar)

Das Haus Marienstraße 10 ist ein zweigeschossiges denkmalgeschütztes Wohnhaus in der Altstadt von Weimar.

Geschichte

Das um 1835 errichtete Wohnhaus im klassizistischen Stil steht gegenüber der Einmündung der einstigen Bankstraße (heute Bettina-von-Arnim-Straße) und bildet nach Westen hin den städtebaulichen Abschluss der Marienstraße. Es ist zum Teil mit einem Tonnengewölbe unterkellert. Es besteht im Keller und Erdgeschoss aus Bruchstein, das Obergeschoss aus verputztem Fachwerk. Das Gebäude gehört laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller zu den bemerkenswertesten Beispielen im klassizistischen Hausbau von Weimar. Die Fassade ist streng symmetrisch und in ihrer Gestaltung auf die Mittelachse bezogen. In dieser befinden sich der Hauseingang und der Balkon mit filigranem Eisengitter im Obergeschoss und einem Putzfeld zwischen den Fenstertüren. Diese werden durch Pflaster und Architrav gerahmt. Die Mittelachse mit dem Putzfeld ist mit antikisierendem Rankendekor und das Anthemion unterhalb der Traufe akzentuiert. Die Raumstruktur und das konstruktive Gefüge sowie die wandgebundene Ausstattung sind weitgehend erhalten geblieben. Zu den jüngeren Ergänzungen zählen die Fenster mit Basculeverschlüssen und der Windfang mit buntverglasten Oberlicht aus dem späten 19. Jahrhundert. Vom Erdgeschoss aus führt eine einläufige verzogene Treppe ins Obergeschoss. Die repräsentativen Haupträume des Obergeschosses sind durch zweiflügelige Füllungstüren, deren Beschläge bauzeitlich sind, miteinander verbunden.[1] Der bauliche Zustand des denkmalgeschützten Hauses Marienstraße 10 wurde 2015 saniert.[2] Einer der Bewohner war der Rechtsanwalt, Literaturwissenschaftler und Studentenhistoriker Robert Keil.[3]

Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 429 f.
  2. Marienstraße 10 auf zeitsprung.weimar.jetzt
  3. Deutscher Litteratur-Kalender: auf das Jahr 1892, S. 498.

Koordinaten: 50° 58′ 33,1″ N, 11° 19′ 43,5″ O