Marie Zimmermann (Designerin)

Marie Zimmermann (* 17. Juni 1879 in Brooklyn, Vereinigte Staaten; † 17. Juni 1972 in Charlotte County, Vereinigte Staaten) war eine US-amerikanische Schmuckdesignerin und Metallkünstlerin. Sie war eine Vertreterin der Arts-and-Crafts-Bewegung und experimentierte mit Materialien, Oberflächen, Farben und Ornamenten.[1][2]

Leben und Werk

Zimmermann war das vierte von fünf Kindern der Schweizer Einwanderer, John und Marie Zimmermann. Ihre Familie erwarb 1882 eine Farm am Delaware River in der Nähe von Milford, Pennsylvania, die als Wochenend- und Sommerhaus diente. Sie besuchte das Packer Collegiate Institute, die Art Students League of New York und von 1901 bis 1903 das Pratt Institute. Kurzzeitig gehörte sie dem Pen and Brush Club in New York und der Society of Arts and Crafts in Boston an, trat dann 1901 im Alter von 22 Jahren dem National Arts Club im Gramercy Park als Künstlerin für angewandte Kunst, Schmuck und Metallarbeiten bei und wurde 1913 lebenslanges Mitglied.[3]

Der früheste Beleg für ihre berufliche Tätigkeit ist die jährliche Kunsthandwerksausstellung im Art Institute of Chicago vom 16. Dezember 1902 bis zum 10. Januar 1903. Um 1910 eröffnete sie ihr eigenes Atelier im National Arts Club in New York. Sie lebte und arbeitete dort von etwa 1910 bis 1937. Im Alter von 33 Jahren entwarf sie ein großes Ferienhaus für ihre Familie in Pike County, das heute ein historisches Denkmal ist.

1921 stellte Zimmermann mehrere Metallschalen in der Boston Society of Decorative Art aus. Sie trug pigmentiertes Wachs und Farbe auf eine patinierte Oberfläche auf und verbarg so das darunterliegende Metall vollständig. Eine blaue Schale gehört zur Sammlung des Bostoner Museum of Fine Arts, wurde aber erst rund 60 Jahre nach ihrer ersten Ausstellung erworben. Bei der damaligen Präsentation wurde kein einziges Stück verkauft. Bereits im darauffolgenden Jahr stellte sie Arbeiten in der Abteilung für zeitgenössische Kunst des Metropolitan Museum of Art aus, wo ein mit Girlanden und Rubinen verzierter, silberner Behälter für die ständige Sammlung erworben wurde. Anschließend stellte sie in der Detroit Society of Arts and Crafts und den Ehrich Galleries in New York City aus. 1924 folgten zwei weitere Ausstellungen, darunter eine im Art Institute of Chicago, wo sie für ihren Schmuck und ihre Silberwaren mit dem Logan-Preis ausgezeichnet wurde.[4]

Zimmermann führte nicht alle ihre Entwürfe selbst aus. Sie beauftragte bis zu sechs Handwerker mit Arbeiten wie Schmiede- und Schreinerarbeiten und ließ ihre Bronzestücke in einer Gießerei gießen. Gravuren, Steinmetzarbeiten, Galvanisierungen oder Emaillierarbeiten wurden nach ihren Vorgaben von anderen Handwerkern oder Firmen übernommen.[5]

Zimmermann schloss 1937 ihr Atelier im National Arts Club und ging 1940 in den Ruhestand. Sie verließ New York City und ließ sich auf dem elterlichen Bauernhof nieder. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg lebten sie und ihre Lebensgefährtin Ruth Allen im Winter in Florida. 1969 zog Zimmermann nach Punta Gorda, wo sie 1972 an ihrem 93. Geburtstag starb. Ihre Asche wurde auf dem Familienbauernhof verstreut.[6]

Inspiriert von Cellini und Michelangelo, die eine breite Palette an Materialien und Techniken beherrschten, entwarf Zimmermann Metallarbeiten aus verschiedensten Materialien wie Gold, Silber, Bronze, Kupfer und Eisen. Viele ihrer Werke wie Gefäße, Dolche und Besteck, Leuchten, Glasfenster, Gartentore, Möbel und Schmuckwaren waren von unterschiedlichen historischen Vorbildern inspiriert, darunter altägyptische, griechisch-römische und chinesische Formen.

Werke von Zimmermann befinden sich in den Sammlungen des Columbus Museums, des Art Institute of Chicago, des Carnegie Museum of Art, des Los Angeles County Museum of Art, des Metropolitan Museum of Art, des Minneapolis Institute of Art, des Museum of Fine Arts in Boston und des Wolfsonian-FIU. Ihr Nachlass wird im Winterthur Museum, Garden and Library aufbewahrt.[7][8][9][10][11]

Die Marie-Zimmermann-Haus wurde 1979 in das Nationale Register historischer Stätten aufgenommen.[12]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

Literatur

  • Waters, Deborah Dependahl Waters, Joseph Cunningham, Bruce Barnes: The Jewelry and Metalwork of Marie Zimmermann. New Haven: Yale University Press, 2011, ISBN 978-0300181142.

Einzelnachweise

  1. Jun 06, 1926, page 197 - Brooklyn Eagle at Brooklyn Public Library - Brooklyn Public Library Archive. Abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  2. Marie Zimmermann. Minneapolis Institute of Art, abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  3. Marie Zimmermann. Abgerufen am 29. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. https://www.ganoksin.com/article/marie-zimmermann-from-tiaras-to-tombstones/
  5. The Winterthur Library. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  6. Innovative, Versatile, Independent: The Multi-Talented Craftsmanship of Marie Zimmermann | Two Red Roses Foundation. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  7. Pair of bracelets. MFA Boston, abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  8. Marie Zimmermann - Box - American - The Metropolitan Museum of Art. Abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  9. Marie Zimmermann | LACMA Collections. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  10. Marie Zimmermann. 1878, abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  11. The Winterthur Library. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  12. https://npgallery.nps.gov/NRHP