Marie Theres Relin

Marie Theres Relin (* 30. Juni 1966 in München) ist eine österreichisch-schweizerische[1] Schauspielerin, Autorin und Journalistin.

Leben

Marie Theres Relin ist die Tochter der Schauspielerin Maria Schell und des Filmregisseurs Veit Relin.[2] Sie wuchs in Heberthal bei Wasserburg am Inn auf.[3] Nach dem Abbruch der Schule ging sie im Alter von 16 Jahren nach Paris.[4] 1983 drehte sie unter der Regie von Zelda Baron in England ihren ersten Spielfilm Secret Places.[4]

In den Jahren 1984 bis 1986 folgten einige Rollen in Fernsehfilmen sowie -serien.[4] Für ihre Rolle im Fernsehspiel Das unverhoffte Glück von Franz Josef Wild wurde Relin bei der Goldenen Kamera (Ausgabe 1986, Verleihung 1987) ausgezeichnet. 1988 wirkte sie in Drei D, dem Abschlussfilm von Sönke Wortmann, mit.

Im Jahr 1987 lernte Marie Theres Relin den Dramatiker und Schauspieler Franz Xaver Kroetz kennen; das Paar heiratete 1992 und hat drei Kinder, darunter die Schauspielerin und Autorin Josephine Kroetz (* 1988).[5] Die Schauspielkarriere gab Relin in der Folgezeit auf. Im November 2006 wurde die Ehe geschieden.

2002 rief sie die Internetplattform www.hausfrauenrevolution.com ins Leben.[5] Seitdem versucht sie, das traditionelle Image der Hausfrauen zu verbessern. 2004 erschien ihr erstes Buch If pigs could fly - Die Hausfrauenrevolution, das aus diversen Einzelgeschichten von Usern ihrer Internetplattform zusammengestellt wurde. Im Herbst 2006 gelang Marie Theres Relin mit ihrem zweiten Buch (Wie Frauen ticken) als Co-Autorin von Hauke Brost ein Achtungserfolg.

2008 erschien ihr erstes Kinderbuch (Der kleine Dichter).

2011 brachte sie ein Buch über ihre Ahnengeschichte („Meine Schells – Eine Familie gesucht und mich gefunden“) heraus, zu dem sie in der Sendung Menschen der Woche im SWR von Frank Elstner Anfang März 2011 interviewt wurde.[6]

Seit 2013 ist sie wieder vermehrt als Schauspielerin tätig und stand u. a. für Das Geheimnis der Hebamme (2016; Rolle „Schwester Agnes“), Rosamunde Pilchers Das Geheimnis der Blumeninsel (2018) sowie zuletzt in Lena Lorenz und Watzmann ermittelt (2020) vor der Kamera[7][8] und auf der Bühne 2020/2021 in Ungeheuer heiß, einer Produktion der Komödie im Bayerischen Hof und des Theaters an der Kö in Düsseldorf.[9]

Ihr Inklusionsprojekt Kino Frauen aller Kulturen wurde im Februar 2019 mit dem Integrationspreis der Regierung von Oberbayern ausgezeichnet[10][11] und ist neben Trostberg und Wasserburg ab Winter 2020 auch in München vertreten.

Das flexible Baukastenfilmfest Region 18 – Wir holen die Stars auf’s Land startete im Juli 2019 mit einer Hommage an Hannelore Elsner im Stadtkino Trostberg und Kino Utopia Wasserburg und setzte sich 2020 – erweitert im Park-Kino Bad Reichenhall und Mike’s Kino in Prien – mit einer großen Maria-Schell-Retrospektive und Hubertus Meyer Burckhardts Lesung erfolgreich fort.[12]

Das gemeinsame Buch mit Franz Xaver Kroetz Szenen keiner Ehe (2023) wurde zum Bestseller. 2025 wurde sie in Wien mit dem Golden Arrow für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.[13][14] Die Präsentation der Maria-Schell-Praline Schell-Schokoladen zu Ehren ihrer Mutter war Anlass zu Yes, we schell! – welches als Buch (Basic Erfolgsmanagement) und Hörbuch (cc-live) 2025 erschien.[15]

Sonstiges

In ihrer gemeinsam mit Franz Xaver Kroetz verfassten Autobiographie, Szenen keiner Ehe im dtv-Verlag, wirft sie ihrem Onkel Maximilian Schell vor, sie im Alter von 14 Jahren sexuell missbraucht zu haben; ihrer Mutter gibt sie eine Mitschuld.[16]

Relin lebt in Wasserburg am Inn und auf Teneriffa.[17]

Filmografie

Werke

  • Marie Theres Kroetz-Relin (Hrsg.), Anja Quattlender: If pigs could fly: Die Hausfrauenrevolution. Kabel by Piper, München 2004, ISBN 3-8225-0657-5.
  • Marie Theres Kroetz-Relin, Hauke Brost: Wie Frauen ticken: über 100 Fakten, die aus jedem Mann einen Frauenversteher machen. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 3-89602-684-4.
  • Marie Theres Kroetz-Relin: Der kleine Dichter: ein Ausmalbuch, Autumnus-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-938531-21-1.
  • Marie Theres Kroetz-Relin, Hauke Brost: Wie Männer & Frauen ticken: Sonderausgabe in einem Band. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2009, ISBN 978-3-89602-875-4.
  • Marie Theres Kroetz-Relin: Meine Schells: Eine Familie gesucht und mich gefunden, LangenMüller, München 2011, ISBN 978-3-7844-3251-9.
  • mit Franz Xaver Kroetz: Szenen keiner Ehe, dtv Verlagsgesellschaft, München 2023, ISBN 978-3-423-28374-8.
  • Marie Theres Relin: Yes, we schell!, Basic Erfolgsmanagement, 2025, ISBN 978-3-949217-66-1 & Yes, we schell!, Hörbuch, cc-live, 2025, ISBN 978-3-95616-518-4

Auszeichnungen

  • 1986: Goldene Kamera (Verleihung 1987) für Das unverhoffte Glück
  • 2025: Lifetime Achievement Award Golden Arrow[18][13]
Commons: Marie Theres Kroetz-Relin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. *@* Die Hausfrauenrevolution*@* (Porträt). In: Hausfrauenrevolution.com (via woman.at). Abgerufen am 12. November 2025.
  2. Regisseur und Schauspieler Veit Relin ist tot. In: t-online. 24. Januar 2013, abgerufen am 12. November 2025.
  3. „Unterschätzen auf eigene Gefahr“. In: Oberbayerisches Volksblatt. 6. Juli 2018, abgerufen am 12. November 2025.
  4. a b c Schauspielstar Marie Theres Relin enthüllt: Ihre berühmte Mutter gönnte ihr den Erfolg nicht. In: Münchner Merkur. 27. Juni 2024, abgerufen am 12. November 2025.
  5. a b Celebrity of the Week: Marie Theres Relin. In: Welt am Sonntag. 24. November 2002, abgerufen am 12. November 2025.
  6. „Menschen der Woche“ – Freitagsabend im SWR (Pressemitteilung). In: FinanzNachrichten.de / SWR. 4. März 2011, abgerufen am 12. November 2025.
  7. Rosamunde Pilcher – Das Geheimnis der Blumeninsel (Besetzung). In: ZDFmediathek. Abgerufen am 12. November 2025.
  8. a b Lena Lorenz – Teufelskreis (Besetzung). In: ZDFmediathek. Abgerufen am 12. November 2025.
  9. „Ungeheuer heiß“: Sahnestücke in der Wellnessgrotte. In: Abendzeitung München. 31. Juli 2021, abgerufen am 12. November 2025.
  10. Sechs Initiativen mit Integrationspreis geehrt. In: Regierung von Oberbayern (Pressemitteilung). 19. Februar 2019, abgerufen am 12. November 2025.
  11. Verleihung des Integrationspreises 2019 der Regierung von Oberbayern. In: Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung. 19. Februar 2019, abgerufen am 12. November 2025.
  12. „Mami, wir schenken dir eine Straße“ – An Maria Schells 94. Geburtstag ... In: OVB (Oberbayerisches Volksblatt). 13. August 2019, abgerufen am 12. November 2025.
  13. a b Auszeichnung fürs Lebenswerk: Wasserburger Schauspielerin Marie Theres Relin erhält „Golden Arrow“. In: OVB (Oberbayerisches Volksblatt). 4. Februar 2025, abgerufen am 12. November 2025.
  14. Golden Arrow. In: Vienna Congress com·sult. Abgerufen am 12. November 2025.
  15. Süßes Gedenken an Mama Maria: Schell-Tochter Marie Theres Relin plant Pralinen zum 20. Todestag. In: tz. 7. April 2025, abgerufen am 12. November 2025.
  16. Nichte wirft Maximilian Schell sexuellen Missbrauch vor, als sie 14 war. In: Der Standard. 27. September 2023, abgerufen am 12. November 2025.
  17. Autor*innenporträt: Marie Theres Relin. In: dtv. Abgerufen am 12. November 2025.
  18. VC: Golden Arrow. In: Vienna Congress. Abgerufen am 12. November 2025 (österreichisches Deutsch).