Marie Stellzig
Marie Stellzig (* 7. Oktober 1874 in Żyrardów, Königreich Polen, Russisches Kaiserreich; † nach 1936) war eine deutsche Übersetzerin in Dresden.
Leben und Wirken
Der Vater Karl Stellzig stammte aus Schönlinde in Nordböhmen.[1] Er lebte seit spätensten 1870 in Żyrardów bei Warschau, wo eine große Textilfabrik mit Eigentümern aus seiner Heimatstadt bestand. Dort wurde 1874 Marie Stellzig geboren. 1894 und 1895 nahm Marie Stellzig an Rätselfragen der österreichischen Familienzeitschrift An der schönen blauen Donau teil und veröffentlichte einen eigenen Logogriph.[2]
Spätestens ab 1922 lebte sie in Dresden und übersetzte einige Werke vor allem von Leo Tolstoi für den Verlag Hesse & Becker in Leipzig.[3] Mindestens von 1929 bis 1936 lebte sie in Dresden.[4]
Übersetzungen
Marie Stellzig übersetzte fünf Bücher mit Werken von Leo Tolstoi für den Verlag Hesse & Becker in Leipzig, drei davon mit einer weiteren Übersetzerin. Der von ihr zusammengestellte Novellenband Unter goldenen Kuppeln (1929) wurde für die Auswahl von Texten über das schwere Leben der einfachen russischen Bevölkerung und für die gute Übersetzung gelobt.[5]
- Leo Tolstoi
- Die Kreutzersonate und andere Erzählungen, 1924, Neuausgaben 1926, 1927, 1997, Hörbuch 2015[6]
- Hadschi-Murat und andere Erzählungen, 1926, mit Marianne Kegel
- Der Überfall und andere Erzählungen, 1926, mit Mila Stucken
- Die Kosaken. Zwei Husaren-Erzählungen, 1926, mit Mila Stucken, Neuauflage 1927
- Anna Karenina, 2 Bände, 1927 (Anfang)
- Familienglück, DAV, 2021, Hörbuch[7] (Text in Kreutzersonate, 1924)
- Weitere Übersetzungen
- Gogols Werke, Band 1, Bibliographisches Institut, Leipzig 1923, (Altväterliche Gutsbesitzer und eine weitere Novelle)[8]
- Unter goldenen Kuppeln. Novellen aus dem alten Russland, Wiesbaden 1929[9], von Korolenko, Dostojewski (Eine Weihnachtsfeier und eine Hochzeit), Tolstoi (Herr und Knecht), Turgenew, Tschechow (Kummer) und Weressagin; Neuausgabe Buchgemeinde Bonn, 1930
Literatur
- Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. 1930. Sp. 1428, auch 1934. Sp. 816 und 1937/1938, Sp. 776, mit kurzen Angaben
Weblinks
- Literatur von und über Marie Stellzig im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Slavische Blätter, 1865, S. 556; mit Anzeige von Al. Wilh. Stellzig in Schönlinde, der Eigentümer Alfred/Albert Wilhelm Stellzig war auch in verschiedenen regionalen Vereinen aktiv, siehe Mitteilungen des Nordböhmischen Excursions-Clubs, 1890, S. 32ff. und öfter
- ↑ An der Schönen Blauen Donau, Wien, Nr. 4, vom 15. Februar 1895, S. 94; ganz unten rechts, (Auflösung S. 144); vorher auch in Nr. 17 vom 1. August 1894, S. 407 (Marie Stellzig und Amélie in Moskau) und Nr. 3, vom 1. Februar 1895, S. 71 (Geschwister Stellzig in Moskau), erwähnt für die Einsendungen von richtigen Auflösungen von Rätseln (17/1894 8 Lösungen)
- ↑ Arthur Luther (Hrsg.), Gogols Werke, Band 1, 1923, S. 6, Einleitung, Fräulein Marie Stellzig in Dresden
- ↑ Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1930, Sp. 1428; und 1937/1938, Sp. 776
- ↑ Die Literatur, 1929/1930, S. 52 (oben links), Rezension von Arthur Luther, Die Übersetzungen sind sehr gut.
- ↑ Die Kreutzersonate Bookie, Hörbuch, gelesen von Hans Paetsch
- ↑ Familienglück Der Audio-Verlag; vier Stunden, gelesen von Gustl Halenke
- ↑ Arthur Luther (Hrsg.), Gogols Werke, Band 1, 1923, S. 6 (kurzer Auszug), in der Einleitung gedankt
- ↑ Unter goldenen Kuppeln (Inhaltsverzeichnis) DNB (PDF)