Marie-Claude Vayssade

Marie-Claude Vayssade (* 8. August 1936 in Pierrepont; † 11. November 2020 in Vandœuvre-lès-Nancy[1]) war eine französische Politikerin.

Lebenslauf

Vayssade studierte Rechtswissenschaft und gehörte ab 1959 zum akademischen Personal der Universität Nancy, wo sie ab 1968 am Institut für Arbeit der Hochschule tätig war.

Vayssade war zunächst Mitglied der Parti socialiste unifié, die 1969 in der Parti socialiste aufging. Dort rückte sie später in den Parteivorstand auf. Zeitweise war sie in den 1970er Jahren Abgeordnete im Parlament des Département Meurthe-et-Moselle und des Regionalrats von Lothringen. Nach der Europawahl 1979 gehörte sie zu den ersten Abgeordneten des frei gewählten Europaparlaments. Ab 1981 leitete sie zusammen mit der Italienerin Maria Lisa Cincari Rodano den Untersuchungsausschuss zur Situation der Frau in Europa, den historisch ersten vom Parlament eingesetzten Untersuchungsausschuss. Bei der Europawahl 1984 wurde sie als Abgeordnete bestätigt und leitete anschließend als Vorsitzende bis 1987 den Rechtsausschuss des Parlaments. Bei der Europawahl 1989 wurde sie erneut ins Parlament gewählt und war ab 1991 stellvertretende Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion.

1994 war Vayssade Kandidatin für das durch den Vertrag von Maastricht geschaffene Amt des Europäischen Bürgerbeauftragten, letztlich setzte sich jedoch Jacob Söderman durch.

2002 erhielt Vayssade den Ordre national du Mérite im Rang eines Officiers, 2012 wurde ihr der Orden im Rang eines Commandeurs verliehen.

Einzelnachweise

  1. Arrancy-sur-Crusne | Nécrologie. Marie-Claude Vayssade nous a quittés. 12. November 2020, abgerufen am 18. November 2025 (französisch).