Marianne Verger

Marianne Verger (geboren am 3. Oktober 1903 in Algier; gestorben im Februar 1960) war eine französische Politikerin und Résistante.

Leben

Über die Herkunft von Marianne Verger ist nichts bekannt.[1] Sie arbeitete als Beamtin des Départements Seine und war Sekretärin der Frauenorganisation der Radikalen Partei. Im Zweiten Weltkrieg stellte sie in Toulouse Widerstandskämpfern falsch Papiere aus.[2]

Als Widerstandskämpferin in der Résistance-Bewegung Ceux de la Libération wurde sie von dieser von November 1944 bis August 1945 als Delegierte in die Assemblée consultative provisoire (Provisorische Beratende Versammlung) entsandt. Dort unterbreitete Marianne Verger den Delegierten den Vorschlag, Frauen den Zugang zur Richterschaft zu ermöglichen. Dieser wurde von allen weiblichen Delegierten der Versammlung unterzeichnet und von der Verfassungsgebenden Versammlung aufgegriffen und führte zur Verabschiedung des Gesetzes vom 11. April 1946, das in diese Richtung geht.[3][4]

Bei den ersten Parlamentswahlen nach der Befreiung (1. Verfassungsgebende Nationalversammlung) im Oktober 1945, bei denen sie als zweite Kandidatin im Département Haute-Garonne auf einer Liste der Union républicaine unter der Führung von André Hauriou[5] antrat, wurde sie jedoch nicht gewählt (diese Liste hatte keinen einzigen Abgeordneten). Am 9. April 1946 war sie Mitbegründerin und Vizepräsidentin des Rassemblement des gauches républicaines.[6] Unter diesem Label kandidierte sie bei den Parlamentswahlen im Juni 1946 (2. Verfassungsgebende Nationalversammlung) als Spitzenkandidatin im Département Basses-Alpes. Nachdem sie erneut eine Niederlage erlitten hatte, wurde sie im Dezember 1947 Beraterin der Union française.[7]

Marianne Verger war Trägerin der Médaille de la Résistance.[8]

Literatur

  • Michèle Cointet: Histoire des 16 Les premières femmes parlementaires en France. Fayard, 2017, ISBN 978-2-213-70700-6 (google.de).

Einzelnachweise

  1. Geburtsdaten nach Almanach Vermot der Union française von 1951
  2. La France nouvelle, 11. Mai 1945, S. 13/36. In: Retronews. Abgerufen am 3. November 2025 (französisch).
  3. Anne Boigeol: Les femmes et les Cours. La difficile mise en œuvre de l’égalité des sexes dans l’accès à la magistrature. In: Genèses. Sciences sociales et histoire. 1966, S. 113 f. (persee.fr).
  4. Loi n° 46-643 du 11 avril 1946 ayant pour objet de permettre aux femmes d’accéder à la magistrature. In: Légifrance. Abgerufen am 3. November 2025 (französisch).
  5. HAURIOU André Ancien sénateur de la Haute-Garonne. In: Sénat. Abgerufen am 3. November 2025 (französisch).
  6. Rassemblement des Gauches Républicaines (RGR). In: France Politique. Abgerufen am 3. November 2025 (französisch).
  7. Gilles Le Béguec: La reconstruction du parti radical 1944–1948. L’Harmattan, 1993, ISBN 978-2-296-27869-1.
  8. Marianne VERGER. In: L’Ordre de la Libération. Abgerufen am 3. November 2025 (französisch).