Marianne-Werefkin-Preis

Der Marianne-Werefkin-Preis (eigene Schreibweise Marianne Werefkin-Preis) ist ein Kunstpreis des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 e. V., der seit 1990 im zwei- bis dreijährigen Turnus an Künstlerinnen vergeben wird. Er gilt als der erste Kunstpreis, der ausschließlich für Frauen ausgelobt wurde.[1] Der Name geht auf die expressionistische Malerin Marianne von Werefkin zurück.

Geschichte

Der Marianne-Werefkin-Preis wurde 1990 auf Vorschlag des Kunsthistorikers Jörn Merkert vom Verein der Berliner Künstlerinnen gestiftet. Namensgeberin des Preises ist Marianne von Werefkin. Die erste Preisverleihung fand 1990 noch ohne Jury statt; auf Vorschlag von Merkert wurde die Bildhauerin Pomona Zipser als erste Preisträgerin ausgewählt. Die zweite Vergabe im Jahr 1992 wurde durch eine Jury bestimmt.

Bei der Auslobung 1995/96 bewarben sich bereits 140 Künstlerinnen, aus denen die Jury Katharina Meldner wählte. Im Jahr 1999 entschied sich die Jury unter 109 Bewerbungen für das Künstlerinnenduo Ulrike Bock und Brigitta Sgier. 2001 setzte sich die Jury nicht mehr aus Kunsthistorikern und Museumsdirektoren zusammen, sondern aus Künstlerinnen des Vereins, die aus 106 Bewerbungen eine Siegerin kürten.

2005 war der Preis erstmals nicht auf Berliner Künstlerinnen beschränkt. Es bewarben sich 752 deutsche Künstlerinnen, aus denen eine Expertenkommission Heike Ruschmeyer wählte. Im Jahr 2007 wurde der Preis nicht mehr bundesweit ausgeschrieben. Die Jury nominierte insgesamt 16 Künstlerinnen und beschränkte die Auswahl auf die Gattung Bildhauerei. Preisträgerin war Paloma Varga Weisz.

2018 wurde mit Roey Victoria Heifetz erstmals eine Transfrau nominiert.[2]

Zur 13. Preisträgerin wurde im November 2025 die Performance- und Installationskünstlerin Mehtap Baydu gewählt.[3]

Bedingungen

Die Bedingungen variierten in jedem Bewerbungsjahr. Der räumliche Geltungsbereich wechselte zwischen einer Beschränkung auf Berliner Künstlerinnen und einer bundesweiten Zulassung. Die Bewerberinnen sollten eine abgeschlossene akademische Ausbildung an einer Hochschule für Bildende Künste nachweisen können.[4]

Dotierung und Ausstellungen

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, die überwiegend durch Sponsoren und Spender finanziert werden. Mit der Auszeichnung war bis 2018 eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie verbunden. Werke der nominierten Künstlerinnen sowie der Preisträgerin wurden 2020 im Berliner Haus am Kleistpark gezeigt.[5]

Preisträgerinnen

Literatur

  • Der Marianne Werefkin-Preis 1990–2007. Georg Kolbe Museum, Berlin, 2007, ISBN 978-3-980776226.
  • Erinnern und fördern. Mit ihren Kunstpreisen versucht die Berlinische Galerie beides, Tagesspiegel, 19. November 2000.

Einzelnachweise

  1. Marianne-Werefkin-Preis für Künstlerin. In: Die Tageszeitung, 5. November 1995.
  2. Erstmals Transfrau für Künstlerinnen-Auszeichnung nominiert. Monopol, 4. Februar 2018, abgerufen am 7. Februar 2018.
  3. Daniela Fromberg: 13. Marianne-Werefkin-Preis 2025. In: vdbk1867.de. 30. November 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025.
  4. Der Marianne-Werefkin-Preis bei kulturpreise.de, abgerufen am 20. Februar 2013.
  5. Ausstellungen. Abgerufen am 7. Juni 2020.
  6. Auftritt. In: Tagesspiegel. 5. Mai 1999 (web.archive.org).
  7. Marianne-Werefkin-Preis. In: VdBK1867. Abgerufen am 7. Juni 2020.