Marian Bisanz Prakken
Marian Bisanz-Prakken ist eine niederländisch-österreichische Kunsthistorikerin und eine der weltweit führenden Expertinnen für die Kunst der Wiener Moderne um 1900, insbesondere für das zeichnerische Werk von Gustav Klimt.
Leben und Wirken
Marian Bisanz-Prakken absolvierte ihr Studium der Kunstgeschichte an der Universität Groningen in den Niederlanden. Im Jahr 1976 wurde sie als Kuratorin an die Graphische Sammlung Albertina in Wien berufen und war bis zu ihrer offiziellen Pensionierung im Dezember 2012 im Museum tätig.[1]
Expertise zu Gustav Klimt
Ihre zentrale wissenschaftliche Arbeit gilt dem zeichnerischen Œuvre von Gustav Klimt, das sie seit Mitte der 1970er Jahre erforscht. Zunächst war sie Mitarbeiterin von Alice Strobl (1919–2011), Vizedirektorin der Albertina, bei der Erstellung des vierbändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen Gustav Klimts (erschienen 1980–1989). Im Jahr 1990 wurde ihr die Leitung dieses Forschungsprojekts übertragen.
Marian Bisanz-Prakken gilt heute als erste Instanz für die Authentifizierung[2][3] und Katalogisierung der Zeichnungen Gustav Klimts und führt die Arbeit am ergänzenden Band des Werkverzeichnisses auch nach ihrer Tätigkeit als Kuratorin der Albertina ehrenamtlich fort.[4]
Forschungsschwerpunkte und Ausstellungen
Die kuratorische Tätigkeit und wissenschaftliche Forschung von Marian Bisanz-Prakken erstreckt sich auf zwei Hauptgebiete:
- Wiener Moderne und Symbolismus: Sie konzentrierte sich von Beginn an auf die Kunst der Wiener Secession, insbesondere auf Klimt und den Einfluss des niederländischen und belgischen Symbolismus (Jan Toorop, Fernand Khnopff und George Minne) auf den österreichischen Künstler.[5]
- Niederländische Kunst: In den frühen 1990er Jahren intensivierte sie ihren Fokus auf die umfangreiche Sammlung niederländischer Zeichnungen der Albertina.
Bisanz-Prakken kuratierte zahlreiche Ausstellungen zu Klimt, „Wien 1900“ sowie zu Rembrandt und seiner Zeit, darunter die Schau "Gustav Klimt. Die Zeichnungen" im Klimt-Jahr 2012 in der Albertina, die anschließend im J. Paul Getty Museum in Los Angeles gezeigt wurde.[6] Sie entfaltet bis heute eine umfangreiche Publikations- und Vortragstätigkeit im In- und Ausland.
Publikationen (Auswahl)
- Marian Bisanz-Prakken u. a.; Alfred Weidinger (Hrsg.): Gustav Klimt. Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes. Prestel, München 2007, ISBN 978-3-7913-3763-0.
- Marian Bisanz-Prakken, Elizabeth Clegg (Übersetzer), Eberhard Kohlbacher (Hrsg.), Alois Wienerroither (Hrsg.): Gustav Klimt, Drawings. W&K Edition, Wien 2018, ISBN 978-3-200-05558-2.
- Marian Bisanz-Prakken, Graphische Sammlung Albertina (Hrsg.): Gustav Klimt, Der Beethovenfries. Geschichte, Funktion und Bedeutung, Residenz Verlag, Salzburg 1977, ISBN 3-7017-0175-X.
- Marian Bisanz-Prakken: Gustav Klimt, The Magic Of Line. Hirmer Verlag, München 2012, ISBN 978-1-60606-111-4.
- Marian Bisanz-Prakken: Gustav Klimt. The Drawings, Hirmer Verlag, München 2012, ISBN 978-3-7774-4951-7.
- Marian Bisanz-Prakken: Heiliger Frühling, Gustav Klimt und die Anfänge der Wiener Secession 1895–1905. Brandstätter Verlag, Wien 1999, ISBN 3-85447-856-9.
- Marian Bisanz Prakken, Klaus Albrecht Schröder: Rembrandt. Ed. Minerva, 2004, ISBN 3-932353-87-0.
Einzelnachweise
- ↑ Dennis Driessen: Marian Bisanz-Prakken retires from the Albertina Museum. In: CODART. 27. Februar 2013, abgerufen am 22. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Doppelte Erfüllung. Abgerufen am 22. Oktober 2025 (österreichisches Deutsch).
- ↑ Gustav Klimt - Preise, Schätzung, Verkauf. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ KuratorInnen - Albertina Museum Wien. Abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Dennis Driessen: Marian Bisanz-Prakken retires from the Albertina Museum. In: CODART. 27. Februar 2013, abgerufen am 22. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Gustav Klimt: The Magic of Line (Getty Center Exhibitions). Abgerufen am 22. Oktober 2025.