Maria da Glória (Schiff)

Maria da Glória p1
Schiffsdaten
Flagge Portugal Portugal
andere Schiffsnamen Portugalia (1919/21–1927)
Schiffstyp Dreimastschoner
Heimathafen Aveiro
Eigner Empresa União de Aveiro
Bauwerft Estaleiros Mónica, Gafanha da Nazaré
Stapellauf 1919/21
Indienststellung 1921
Verbleib 5. Juni 1942 von U 94 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 43,0 m (Lüa)
Breite 9,0 m
Tiefgang (max.) 3,6 m
Vermessung 234,9 BRT / 176,7 NRT
 
Besatzung 44 Mann
Maschinenanlage
Maschine 1 × DeutzDieselmotor
Maschinen­leistung 225 PS
Propeller 1 × Propeller
Takelung und Rigg
Takelung Dreimastschoner
Anzahl Masten 3
Anzahl Segel ca. 10
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 320 tdw

Die Maria da Glória war ein 1921 gebauter portugiesischer Dreimastschoner, der in der Kabeljaufischerei eingesetzt wurde. 1942 wurde das Schiff des neutralen Landes vom deutschen U-Boot U 94 versenkt. Es war eines der elf im Zweiten Weltkrieg versenkten portugiesischen Schiffe.

Geschichte

Das Schiff wurde 1919/21 in Gafanha da Nazaré auf der Werft Estaleiros Mónica als hölzerner Dreimastschoner gebaut, auf den Namen Portugalia getauft und erhielt die Registriernummer 201.[1][2]

Bereits an der Fangsaison des Jahres 1921 fuhr die Portugalia als Teil der „Weißen Flotte“ – der Frota Branca – in den Nordatlantik zur Neufundlandbank. Sie segelte in der Regel im April/Mai eines Jahres zusammen mit – manchmal mit bis zu 40 – weiteren Fischereischiffen nach Labrador. Auf dem Weg dorthin war sie mit Salz beladen, das zunächst als Ballast und für das spätere Salzen der gefangenen Fische diente. Bis in den Herbst fischte sie vor allem Kabeljau, der von Dories mit Langleinen gefangen und an Bord des Schiffes gesalzen wurde. Die Fangreise dauerte bis etwa Oktober. Nach der Rückkehr lagen die Schiffe im Hafen, wurden über den Winter gewartet und neu ausgerüstet.[3]

1927 erwarb die Empresa União de Aveiro den Schoner und gab ihm den Namen Maria da Glória. Mehr änderte sich nicht, bis 1937 der Motor eingebaut wurde. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die portugiesischen Fischereifahrzeuge wie alle Schiffe des Landes mit einer großen Landesflagge und den Namen an den Bordwänden bemalt, um sie als Schiff des neutralen Landes kenntlich zu machen. Anfangs behielten sie zunächst die bisherige, meist dunkle Farbgebung.[4] Erst im Laufe des Krieges wurden die Schiffe zwecks besserer Erkennbarkeit weiß gestrichen.

Anfang Juni 1942 segelte die Maria da Glória mit einer Besatzung von 44 Mann von der Neufundlandbank in Richtung Grönland in die Davisstraße, da vor Kanada die Fänge nicht zufriedenstellend waren. In das Fanggebiet der Davisstraße wichen die Schoner seit der zweiten Hälfte der 1930er Jahre aus, da die Bestände auf der Neufundlandbank überfischt waren. Am Abend des 5. Juni 1942 wurde die Maria da Glória ohne Vorwarnung beschossen. Nach den ersten Toten und ausbrechenden Bränden befahl der Kapitän, das Schiff zu verlassen. Die verbleibende Mannschaft rettete sich in einige der Dories und erst mit dem Sinken des Schoners endete auch der Beschuss. Von den neun Dories wurde nach elf Tagen nur ein Boot mit acht Überlebenden von dem US Coast Guard Cutter Sea Cloud gefunden und an Land gebracht. 36 Fischer starben. Das war der schwerste Verlust bei der Versenkung eines portugiesischen Schiffes im Zweiten Weltkrieg.[5][6][7]

Technische Daten

Der Neubau war 43,0 Meter lang, 9,0 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 3,6 Metern. Dabei war er mit 234,91 BRT bzw. 176,76 NRT vermessen und hatte eine Tragfähigkeit von 320 Tonnen. Das Schiff wurde ohne Motor gebaut, erst 1937 wurde zusätzlich ein DeutzDieselmotor mit 225 PS eingebaut, der auf eine Schraube wirkte. Die Besatzung bestand anfangs aus 37 Mann.[8][1][2][9]

Siehe auch

Erhaltene Fahrzeuge der „Weißen Flotte“

Literatur

  • Jean-Piere Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners. Flanker Press, St. John’s 2013, ISBN 978-1-77117-236-3.
  • José António Rodrigues Pereira: Grandes Naufrágios Portugueses 1194–1991. Acidentes maritimos que marcaram a História de Portugal. A Esfera dos Livros, Lissabon 2013, ISBN 978-989-626-447-5.
  • Ricardo Daniel Carvalho da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“. CITCEM – Centro de Investigação Transdisciplinar «Cultura, Espaço e Memória» -Fundação para a Ciência e Tecnologia/Faculdade de Letras da Universidade do Porto, Universität Porto, o. J. Online-Version (PDF).

Einzelnachweise

  1. a b Pereira: Grandes Naufrágios Portugueses 1194–1991. Acidentes maritimos que marcaram a História de Portugal, S. 293
  2. a b Portugália / Maria da Glória, auf Webseite des Schifffahrtsmuseums Ilhavo
  3. vgl. Philadelphia Ship Preservation Guild: Gazela of Philadelphia Crew Manual, S. 7, 2010 (Online-Version als PDF)
  4. vgl. Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners, S. 83
  5. Pereira: Grandes Naufrágios Portugueses 1194–1991. Acidentes maritimos que marcaram a História de Portugal, S. 295f.
  6. da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, S. 10f.
  7. Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners, S. 8
  8. Lloyd's Register. Navires a Voiles 1941–1942
  9. Maria da Glória bei uboat.net