Maria Viktoria Linke
Maria Viktoria Linke (* 1976 in Jena) ist eine deutsche Theaterregisseurin, Dramaturgin und Kuratorin.
Leben
Maria Viktoria Linke wuchs in Ost-Berlin als Kind einer bulgarischen Mutter und eines deutschen Vaters auf. Nach dem Besuch des musikbetonten Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums studierte sie Theaterwissenschaft (bei Theo Girshausen und Günther Heeg), Kulturwissenschaften und Journalistik an der Universität Leipzig.
Ihr Erstengagement als Dramaturgin trat Linke 2005 am neuen theater Halle (Saale) an. Dort hatte sie auch die künstlerische Leitung der Spielstätte riff club und des internationalen Festivals für junge Theater- und Performancekunst Stadt Deiner Liebe inne. Zudem kuratierte Linke 2008 das Rahmenprogramm von Theater der Welt in der Neuen Residenz, Halle.
Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehörte die Konzeption genrefluider Theaterformate, Kunst-Ausstellungen und experimenteller Musikveranstaltungen.
2009 bis 2011 war Linke als Dramaturgin für Schauspiel und Projekte am Anhaltischen Theater Dessau beschäftigt. Hier gab sie 2010 ihr Regiedebut.
2011 wechselte Linke an das Landestheater Tübingen, wo sie als Chefdramaturgin und Regisseurin bis 2014 arbeitete. Von 2014 bis 2017 war sie Schauspieldirektorin und Chefdramaturgin am Staatsheater Augsburg.
Daneben arbeitete sie als Festival-Kuratorin, Radiomoderatorin (Radio Corax, Wüste Welle) und gastierte als Dramaturgin am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Ballhaus Ost in Berlin.
Linke hatte Lehraufträge an der Eberhard Karls Universität Tübingen und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch inne.
Seit 2018 arbeitet Maria Viktoria Linke freischaffend als Regisseurin für Schauspiel und Musiktheater u. a. am Badischen Staatstheater Karlsruhe, am Staatstheater Darmstadt sowie an der Oper Leipzig. Als Gastdramaturgin ist sie regelmäßig am Maxim Gorki Theater in Berlin tätig.
Linke lebt in Berlin.
Inszenierungen (Auswahl)
- 2025: Orpheus in der Unterwelt, Jacques Offenbach, Musikalische Komödie / Oper Leipzig[1][2]
- 2024: Der Zauberer von Oz, Sergej Gößner, Deutsches Theater Göttingen[3]
- 2021: Toni Erdmann (UA), Maren Ade, Badisches Staatstheater Karlsruhe
- 2019: Herr Puntila und Knecht Matti, Bertolt Brecht, Oldenburgisches Staatstheater[4]
- 2019: Die Ratten, Gerhart Hauptmann, Staatstheater Meiningen
- 2018: Der Menschenfeind, Molière, Staatstheater Darmstadt[5]
- 2017: Ännie, Thomas Melle, Staatstheater Darmstadt
- 2017: Pension Schöller, Carl Laufs und Wilhelm Jacoby, Staatstheater Augsburg
- 2016: Der jüngste Tag, Ödön von Horváth, Staatstheater Augsburg
- 2016: Endstation Sehnsucht, Tennessee Williams, Staatstheater Augsburg, eingeladen zu den Bayerischen Theatertagen 2016
- 2015: Gift, Lot Vekemans, Staatstheater Augsburg
- 2014: Wir lieben und wissen nichts, Moritz Rinke, Staatstheater Augsburg
- 2014: Nicht Nichts (UA), Thomas Melle, Landestheater Tübingen
- 2013: Das Erdbeben in Chili, Heinrich von Kleist, Landestheater Tübingen
- 2012: Hölderlinhafen (UA), Sandra Hoffmann, Landestheater Tübingen[6]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Oper Leipzig: Orpheus in der Unterwelt. Abgerufen am 5. November 2025.
- ↑ André Sperber: Operetten-Kritik: Musikalische Komödie Leipzig – Orpheus in der Unterwelt. In: concerti.de. 26. Mai 2025, abgerufen am 5. November 2025 (deutsch).
- ↑ Der Zauberer von Oz | Deutsches Theater Göttingen. Abgerufen am 5. November 2025.
- ↑ Jan-Paul Koopmann: Besser als Brecht. In: Die Tageszeitung: taz. 26. November 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 5. November 2025]).
- ↑ Molières "Menschenfeind": Verhinderter Rutsch ins Tragische macht Komödie zugänglicher. 2. November 2018, abgerufen am 5. November 2025.
- ↑ Hölderlinhafen. Das Megafonspektakel auf den Seiten des Landestheaters Tübingen