Maria Hammerich-Maier

Maria Hammerich-Maier (* 18. Februar 1961 als Maria Leopoldine Maier in Korneuburg; Künstlername: Ria Airam) ist eine österreichische Lyrikerin, Prosaschriftstellerin, Rundfunkautorin, Journalistin und literarische Übersetzerin.

Leben

Sie lebt in Oberfranken und Mittelböhmen. Aufgewachsen ist sie im niederösterreichischen Weinviertel. Im Norden und Osten umgeben vom Eisernen Vorhang, entwickelte sie früh ein Bewusstsein für die Folgen der Spaltung Europas. Ihre Werke in deutscher und tschechischer Sprache sind der wechselseitigen kulturellen Erschließung der bis 1989 abgeschotteten Menschen in Ost und West verpflichtet.

Maria Hammerich-Maier absolvierte an der Universität Wien ein Sprach- und Literaturstudium[1] mit dem Hauptfach Bohemistik und erwarb den Magistra der Philosophie. 1985 verbrachte sie ein Gastsemester an der Karls-Universität in Prag. Von 1988 bis 1995 und 2001 bis 2006 wirkte sie als Hochschullehrerin für Tschechisch bzw. Deutsch, unter anderem an der Universität Wien und der Technischen Universität Prag. 1995 bis 2000 war sie Geschäftsführerin der Aktion Österreich – Tschechien, eines bilateralen Programmes zur Förderung von Hochschulkooperationen.[2] 2000 schloss sie die Ehe mit dem Mathematiker Edwin Hammerich. Von 2003 bis 2004 war sie Leiterin des Sprachinstituts der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westböhmischen Universität in Pilsen.

Werke

Ab den 1980er Jahren hat Maria Hammerich-Maier Lyrik und Prosa geschaffen und in Anthologien und Zeitschriften (Podium, Literatur und Kritik, Mnemosyne: ZEIT-Schrift für jüdische Kultur) veröffentlicht, von 2010 bis 2014 war sie Redakteurin und Autorin der vierteljährlich erschienen österreichischen Zeitschrift Driesch für Literatur und Kultur, in der sie neben eigenen Gedichten, Erzählungen und Essays auch Übersetzungen aus der zeitgenössischen tschechischen Literatur publizierte. Für belletristische Werke verwendet sie seit 2015 auch den Künstlernamen Ria Airam.[1] Sie ist Mitglied der Interessensgemeinschaft Autorinnen Autoren.

2008 begann Maria Hammerich-Maier für den öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunk (tschechisch Český rozhlas (ČRo)), zu arbeiten.[1] Als ständige freie Mitarbeiterin bei Radio Praha International, dem Auslandssender des Tschechischen Rundfunks, hat sie seither zahlreiche Berichte, Reportagen und Interviews über Themen von kultur- und landesübergreifendem Belang, insbesondere mit Bezug zu den deutschsprachigen Ländern gestaltet. Parallel hierzu veröffentlichte sie Berichte in der sächsischen Freien Presse sowie gelegentlich der Prager Zeitung und der LandesZeitung (nunmehr Landesecho).

Ab 2010 verfasste und gestaltete Maria Hammerich-Maier zudem tschechischsprachige Beiträge des Kulturmagazins Mozaika des Tschechischen Rundfunks sowie Kultur- und Literatursendungen für dessen landesweite Hörfunkprogramme Český rozhlas Vltava und Český rozhlas Dvojka. 2021 schuf sie nach umfassenden Recherchen in bis dahin unbekannten Archivmaterialien eine Website über den Freiheitszug von 1951.[3] Es handelt sich um eine populär-wissenschaftliche Darstellung der spektakulären organisierten Flucht tschechischer Widerstandskämpfer mit einem Personenzug über Aš nach Selb-Plößberg am 11. September 1951.

Lyrik und Prosa

  • Prager Motive in Fotos und Poesie. Lyrik von Maria Hammerich-Maier mit Kunstfotografien von Stanislav Tůma. Kant Verlag, Praha 2004, ISBN 80-239-3029-X. Ausgezeichnet mit dem Prädikat Buch des Jahres 2005 der Prager Zeitschrift Fotograf.
  • Ria Airam: Lucies Männer. Eine böhmische Trilogie. Driesch Verlag, Drösing 2015, ISBN 978-3-902787-33-0.
  • Ria Airam: Die Wolkenbank, ein weißes Knebeltuch. Lyrik aus dem Golf von Salerno. Mit Aquarellen von Gunter Schmidt. Burg Verlag, Rehau 2016, ISBN 978-3-944370-48-4.
  • Ria Airam: Mitteleuropa ist eine Reise wert. Erzählungen. Burg Verlag, Rehau 2019, ISBN 978-3-944370-93-4.

Hörfunksendungen

Die nachfolgenden, zumeist ein- bis zweistündigen Sendungen wurden in den landesweiten Hörfunkprogrammen Český rozhlas Vltava bzw. Český rozhlas Dvojka des Tschechischen Rundfunks ausgestrahlt, zum Teil mit mehreren Reprisen.

  • Hörfunkporträts der deutschböhmischen Industriellen Daniel Swarovski, Karl Anselm von Thurn und Taxis (Generalmajor), Bernhard Seebohm, Anton Hart, Karl Wittgenstein in einer zehnteiligen Sendereihe. Erstausstrahlung vom 31. Januar bis 11. Februar 2011 unter dem Titel Němečtí průmyslníci českého původu.
  • Fünfteilige Literatursendung über Else Lasker-Schüler. Erstausstrahlung vom 7. bis 11. März 2011 unter dem Titel Důvěrná sdělení Else Lasker-Schülerové (Vertrauliche Mitteilungen Else Lasker-Schülers).
  • Fünfteilige Literatursendung über Rose Ausländer. Erstausstrahlung im Sommer 2011 unter dem Titel Důvěrná sdělení Rose Ausländerové (Vertrauliche Mitteilungen Rose Ausländers).
  • Zehnteilige Literatursendung über die schlesischen Barockdichter Martin Opitz, Andreas Gryphius, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, Angelus Silesius, Johann Christian Günther sowie Abraham a Sancta Clara. Erstausstrahlung vom 17. bis 28. Oktober 2011 unter dem Titel Básníci slezského baroka (Dichter des schlesischen Barocks).
  • Hörfunkporträt über Karl Wittgenstein, den Gründer des einstigen Stahlwerks Poldihütte im böhmischen Kladno, und dessen Frau Leopoldine Kalmus. Erstausstrahlung 2012 unter dem Titel Tajemná Poldi (Geheimnisvolle Poldi).
  • Reportage über den ökumenischen Kreis Freunde der deutsch-tschechischen Verständigung mit Sitz in Selb. Erstausstrahlung am 21. Februar 2015 unter dem Titel Česko-německým labyrintem (Im deutsch-tschechischen Labyrinth).
  • Literatursendung über den Schriftsteller Jean Paul. Erstausstrahlung am 29. September 2013 unter dem Titel Život a dílo romantika Jeana Paula (Leben und Werk des Romantikers Jean Paul).
  • Hörfunkporträt über Bertha von Suttner. Erstausstrahlung am 22. Juni 2014 unter dem Titel Bertha von Suttner a její vzlety (Bertha von Suttner und ihre Visionen).
  • Dokudrama über die spektakuläre organisierte Flucht tschechischer Widerstandskämpfer mit dem sog. Freiheitszug über Aš nach Selb-Plößberg am 11. September 1951. Erstausstrahlung am 21. Februar 2015 unter dem Titel Svoboda je jinde (Die Freiheit ist anderswo), nachfolgend zahlreiche Reprisen in mehreren tschechischen Hörfunkprogrammen. Preis der Vereinigung der Rundfunkschaffenden des Tschechischen Rundfunks 2015.
  • Literatursendung über die Dichterfreundschaft zwischen Peter Huchel und Ludvík Kundera. Erstausstrahlung am 25. Oktober 2015 unter dem Titel Řeči a řečiště (Rede-Flüsse).
  • Themenabend über Wilhelm Müller, seinen Kuraufenthalt in Böhmen und seine von Franz Schubert vertonten Gedichtzyklen Die schöne Müllerin und Die Winterreise. Erstausstrahlung am 17. Mai 2023 unter dem Titel Wilhelm Müller a Františkovy Lázně. (Wilhelm Müller und Franzensbad)

Literarische und wissenschaftliche Übersetzungen

  • Wo sich Kulturen begegnen. In: Natalia Berger (Hrsg.): Die Geschichte der tschechoslowakischen Juden. Mladá fronta, Prag 1992, ISBN 80-204-0306-X (Aus dem Englischen).
  • Jan Homolka: Egerer Sagen II. Cheb 2002, ISBN 80-238-9227-4.
  • Frann Boldt: Eger – Stadt der europäischen Geschichte. Verlag Paseka, Praha 2010, ISBN 978-80-7432-059-0 / Pressath: Verlag Bodner, 2010, ISBN 978-3-939247-08-1.
  • František Hromada: Historie chebského divadla - Egerer Theatergeschichte. Deutsch-tschechische Ausgabe. Verlag Westböhmisches Theater, Cheb 2011, ISBN 978-80-254-9904-7.
  • Ivan Klíma: Stunde der Stille. Deutsch von Maria Hammerich-Maier. Transit Buchverlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-88747-268-9.
  • Bohumil Hrabal: Ztracená ulička - Das verlorene Gässchen. Hrsg. von Jan Řehounek. Verlag Kaplanka, Nymburk 2016. Deutsch-tschechische Ausgabe, ISBN 978-80-87523-13-1.
  • Zdeněk Lukeš, Petr Kratochvíl: Architekturführer Prag. Bauten und Projekte 1900 – 2000. DOM publishers, Berlin 2018, ISBN 978-3-86922-582-1.
  • Vratislav Vaníček: Wenzel von Böhmen. Herrscher und Heiliger des Frühmittelalters. (Typoskript). Tschechische Ausgabe: Svatý Václav. Panovník a světec v raném středověku. Paseka, Prag 2014, ISBN 978-80-7432-501-4.
Commons: Maria Hammerich-Maier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c „Die Stoffe sind mir schon lang im Kopf herumgegangen“ - Ria Airam über ihren Prosaband „Lucies Männer“. deutsch.radio.cz, 28. September 2015, abgerufen am 14. Dezember 2025.
  2. Hammerich-Maier, Maria. INST Homepage/ TRANS, abgerufen am 14. Dezember 2025.
  3. Eigene Website von Maria Hammerich-Maier über den sog. „Freiheitszug“ von 1951. Abgerufen am 5. Dezember 2025.