Maria Elisabeth von Hohendorf

Maria Elisabeth von Hohendorff auch Hohendorf (Lebensdaten unklar; † frühestens 1642) war eine deutsche Dichterin.

Leben

Über ihr Leben ist fast gar nichts bekannt. Aus Briefen Philipp von Zesens wissen wir, dass Hohendorff und ihre Freundin Dorothea Eleonora von Rosenthal 1642 in Hamburg waren, wo sie mit ihm Bekanntschaft machten.[1]

Rosenthals Dichtung lässt sich entnehmen, dass Hohendorff um ihren verstorbenen Mann trauert, wer das gewesen ist, ist jedoch nicht bekannt.

Werk

Es sind nur zwei Gedichte Hohendorffs bekannt, beide sind in Rosenthals Poetische Gedancke von 1641 abgedruckt, in der Hohendorff neben Rosenthal eine der handelnden Personen ist. Ein Gedicht findet sich im Fließtext der von Hohendorffs Freundin verfassten Schäferei, ein Weiteres am Ende des Textes.[2]

Ersteres ist ein unbetiteltes, teilweise auch Rosenthal zugewiesenes[3], Liebeslied/ -gedicht in jambischen Versen. Hohendorff thematisiert hierin ihr Liebesleid, da ihr Verlobter sie aus einem unbestimmten Grund für einen unbestimmten Zeitraum verlassen hat.

Das zweite erhaltene Gedicht aus ihrer Feder ist eine Ode an die Dichtkunst Rosenthals.

1727 listet Johann Kaspar Ebert in seiner Monografie Schlesiens Hoch- und Wohlgelehrtes Frauenzimmer Hohendorff als "ein in der Poesie sehr erfahrenes Frauenzimmer, die bey taeglichen Neben=Stunden einen nicht unangenehmen Vers machte."[4] Er nimmt auch Bezug auf die enge Freundschaft zwischen Hohendorff und Rosenthal. Daraus und aus weiteren nach-zeitgenössischen Erwähnungen lässt sich schließen, dass Hohendorffs Dichtung nicht unbekannt und vermutlich umfangreicher war, als die in der Dichtung Rosenthals erhaltenen Texte.

Literatur

  • Helmut Beifuss: Dorothea Eleonora von Rosenthal. Eine schlesische Dichterin und ihr Werk "Poetische Gedancken an einen der Deutschen Poesie sonderbaren Beförderern". In: Petra Hörner (Hrsg.): Deutsche Literatur in Mittel- und Osteuropa. Mittelalter und Neuzeit. Band 2: Vergessene Literatur - Ungenannte Themen deutscher Schriftstellerinnen. Peter Lang, Frankfurt a. M. 2001, S. 219–240.
  • Dorothea Eleonora von Rosenthal: Poetische Gedancken. An Einen Der Deutschen Poesie sonderbahren Beförderern. Breßlau 1641. (Digitalisat)
  • Christian Wiebe, Zozan Karabulut (Hrsg.): So kein Mund aussprechen kann. Barocklyrik von Frauen. 1. Auflage. Wehrhahn Verlag, Hannover 2021.
  • Johann Kaspar Ebert: Schlesiens Hoch- und Wohlgelehrtes Frauenzimmer, nebst unterschiedenen Poetinnen, So sich durch schöne und artige Poesien bey der curieusen Welt bekandt gemacht Michael Rorlach (Verlag), 1727. (Digitalisat)
  • Jean M. Woods: Dorothea von Rosenthal, Maria von Hohendorff and Martin Opitz, in: Daphnis 11.3, 1982.

Einzelnachweise

  1. Helmut Beifuss: Dorothea Eleonora von Rosenthal. Eine schlesische Dichterin und ihr Werk "Poetische Gedancken an einen der Deutschen Poesie sonderbaren Beförderern". In: Petra Hörner (Hrsg.): Deutsche Literatur in Mittel- und Osteuropa. Mittelalter und Neuzeit. Band 2: Vergessene Literatur - Ungenannte Themen deutscher Schriftstellerinnen. Peter Lang, Frankfurt a. M. 2001, S. 220.
  2. Dorothea Eleonora von Rosenthal: Poetische Gedancken. An Einen Der Deutschen Poesie sonderbahren Beförderern. Breßlau 1641.
  3. Christian Wiebe, Zozan Karabulut (Hrsg.): So kein Mund aussprechen kann. Barocklyrik von Frauen. 1. Auflage. Wehrhahn Verlag, Hannover 2021, S. 29 f.
  4. Johann Kaspar Ebert: Schlesiens Hoch- und Wohlgelehrtes Frauenzimmer Nebst unterschiedenen Poetinnen, So sich durch schöne und artige Poesien bey der curieusen Welt bekandt gemacht. Breßlau 1727, S. 34 f.