Maria Aich (Oberbernbach)

Die Wallfahrtskapelle Maria Aich ist ein Baudenkmal in Oberbernbach bei Aichach.

Geschichte

1692 hängte der Schulmeistersohn Wilhelm Gastl auf dem Weg von Aichach zur Wallfahrtskirche Inchenhofen ein in Kupfer gestochenes Andachtsbild an eine Eiche. Dieses Abbild der Muttergottes von Ettal erfuhr lebhafte Verehrung durch vorbeikommende Wallfahrer. Zum Schutz wurde zunächst eine Bretterhütte errichtet, in der Wilhelm Gastl als Einsiedler lebte, 1696–98 dann eine gemauerte Kapelle[1][2] mit durch Doppelpilaster gegliederter Fassade nach Plänen des Aichachers Johann Michael Rigg.[3] Der Altar steht direkt über dem Eichstock, an der ursprünglich das Marienbild hing.[2]

Am 2. April 1699 wurde laut Überlieferung die Frau des Bürgermeisters Wilhelm Schreiner aus Höchstädt geheilt und in der Folge die Wallfahrt zu der Kapelle über Altbayern hinaus bekannt. 1699/1700 entstand der Altar von Lorenz Sedlmayr mit einer Kopie der Ettaler Muttergottes,[4] in deren Brust das ursprüngliche Wallfahrtsbild eingefügt wurde. 1710 wurde ein Mesnerhaus angebaut, dessen Innenraum heute eine Einheit mit dem Kirchenraum bildet. 1723 stuckierte der Sirchenrieder Matthias Lotter den Innenraum, und am 21. Juni 1735 erfolgte Weihe durch den Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayr. Im Zuge der Säkularisation endete die Wallfahrt zur Kapelle.

1811 konnte eine Schleifung des Gebäudes verhindert werden, indem es ein Bauer aus Oberbernbach erwarb;[1] später lebten im Mesnerhaus Tagelöhner, Bettler und Obdachlose.[2] Die Kapelle wurde 1970–74 renoviert.[4]

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Einzelnachweise

  1. a b Raab, Gabriele und Hubert: Pilgerwege im Wittelsbacher Land : rund um bekannte und vergessene Wallfahrtsstätten. Wissner, Augsburg 2010, ISBN 978-3-89639-795-9.
  2. a b c Der Altar steht über den Resten einer alten Eiche. In: Aichacher Nachrichten. 21. Januar 2017, abgerufen am 23. November 2019.
  3. Baudenkmäler Aichach. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 8. November 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  4. a b Erich Echter: An der Maria-Aich-Kapelle nagt der Zahn der Zeit. Abgerufen am 6. Januar 2019.

Koordinaten: 48° 28′ 54,6″ N, 11° 6′ 21,1″ O