Mariä Himmelfahrt (Mariakirchen)

Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt steht in Mariakirchen, einem Gemeindeteil des Marktes Arnstorf im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Sie ist in der Liste der Baudenkmäler in Arnstorf unter der Nummer D-2-77-111-77 eingetragen. Die Kirche gehört zum Pfarrverband Arnstorf im Dekanat Pfarrkirchen (Bistum Passau).

Geschichte und Architektur

Eine selbständige Pfarrei bestand ab etwa 1349, vorher gab es etwa seit dem 12. Jahrhundert eine Eigenkirche in “Sanmarienkirchen”.[1]

Die spätbarocke, einschiffige Saalkirche wurde 1741 erbaut und 1751 feierlich konsekriert. Sie besteht aus dem vierjochigen Langhaus mit durch Pilaster gegliederten Außenwänden, dem eingezogenen, halbrund geschlossenen Chor im Osten und dem 1756 der Westseite des Langhauses vorgesetzten Kirchturm. Über den Klangarkaden seines obersten Geschosses sind die Zifferblätter der Turmuhr angebracht. Den Abschluss des Turms bildet eine dreifach gegliederte Zwiebelhaube. Die Sakristei steht an der Südwand des Chors. In ihrem Obergeschoss befindet sich ein Oratorium.

Das innen 30 Meter lange und zwölf Meter hohe Langhaus ist mit einem Stichkappengewölbe überspannt. Die drei von Stuckrahmen umfassten Deckenfresken im Rokokostil (um 1750) sind stark übermalt.[2] Sie zeigen die Verkündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel an Maria, die Geburt Jesu und die Himmelfahrt Mariens.[1]

Ausstattung

Altäre

Der Hochaltar, der die ganze Breite des Chors einnimmt, wurde 1765 aufgestellt. Die Signatur auf der Rückseite nennt als Künstler: „1765 Joseph Schwartzmair schreiner zur Reysbach und BAlthasar Schwartzmair maller zu Euchendorff“.[1] In der Mittelnische des sechssäuligen, mit vergoldetem Rocaillewerk reich verzierten Altars steht vor einem Strahlenkranz eine fast lebensgroße spätgotische Madonna als Himmelskönigin (Regina caeli) mit Krone und Zepter, entstanden um 1450; auf dem linken Arm hält sie das aufrecht sitzende Jesuskind. Ihr unteres Gewand ist rot, der Mantel golden gefasst. Über der Madonna und dem Kind schwebt ebenfalls von Strahlen umgeben der Heilige Geist in Gestalt der Taube. Am unteren Rand der Nische bezeugen kniende Engel der Himmelskönigin ihre Ehre. Im Altarauszug steht eine Figurengruppe der Anna selbdritt, der heiligen Anna, ihrer Tochter Maria und ihres Enkels Jesus, links und rechts davon die Erzengel Michael und Raphael. Raphael ist mit dem jungen Tobias dargestellt, den er auf seiner Reise von Ninive nach Rages (Tob 5,5 ) begleitet. Über den Opfergangsportalen links und rechts vom Altarretabel stehen zwischen marmorierten Säulen Statuen des heiligen Josef und des heiligen Antonius von Padua.

In dem Gemälde des südlichen beziehungsweise rechten Seitenaltars von Johann Anton Vogl ist die Taufe Jesu im Jordan dargestellt und im linken Seitenaltar der heilige Leonhard, gemalt von Melchior Puttner. Auf dem Gemälde, in dem der Viehpatron Leonhard als Mönch gezeigt ist, nimmt ein kleiner Engel die Kette entgegen, von der Gefangene auf das Gebet des Heiligen hin befreit wurden. Links von Leonhard steht eine Statue des heiligen Isidor von Madrid mit einem Spaten, der auf seine Tätigkeit als Landarbeiter hinweist. Die Heilige ihm gegenüber ist Genoveva von Paris, Patronin dieser Stadt und Patronin der Hirten, mit einem Schaf und einer Hirtenschaufel. Auf dem rechten Seitenaltar stehen links und rechts die Wetterheiligen Paulus und Johannes.

Orgel

Die heutige Orgel hatte zwei Vorgängerinstrumente. Eine erste Orgel erhielt die Kirche 1744, wenige Jahre nach ihrer Erbauung. Orgelbauer war Andreas Mitterreither aus Altötting. Das Orgelgehäuse wurde um 1750 geschnitzt. 1906 folgte ein Instrument mit 11 Registern auf zwei Manualen, erbaut von Ignaz Weise, Plattling.

Die neue Orgel mit 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde vom Orgelbauunternehmen Eisenbarth aus Passau im Jahr 1988 gebaut und in das Gehäuse von 1750 eingefügt. Die Disposition lautet:[3]

I Hauptwerk
Prinzipal 8′
Portunal 8′
Oktave 4′
Violflöte 4′
Sesquialtera II
Oktave 2′
Mixtur IV 113
Trompete 8′
Tremulant
II Positiv
Copula 8′
Prinzipal 4′
Rohrflöte 4′
Flageolett 2′
Quinte 113
Cimbel III 23
Tremulant
Pedal
Subbaß 16′
Oktavbaß 8′
Gedeckt 8′
Choralbaß 4′
Fagott 16′

Glocken

Das Geläut der Kirche besteht aus vier Bronzeglocken mit den Schlagtönen e, g, a und h. Die größte mit einem Gewicht von 1073 kg und einem Durchmesser von 1220 mm wurde 1949 von der Glockengießerei Rudolf Perner in Passau gegossen, die nächste, 950 kg schwere mit einem Durchmesser von 1106 mm, goss 1472 ein unbekannter Gießer. Die 393 kg schwere Glocke mit 910 mm Durchmesser kam auch 1949 von Perner und 1741 goss Josef Sallökh aus Braunau die kleinste Glocke mit einem Gewicht von 350 kg und 843 mm Durchmesser.[4]

Literatur

Commons: Mariä Himmelfahrt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c pfarrverband-arnstorf.bistum-passau.de: Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, abgerufen am 29. September 2025.
  2. MARIAKIRCHEN / Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. In: Georg Dehio. Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bayern II. München/Berlin 2008.
  3. Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 29. September 2025.
  4. Website Bistum Paussau. Pfarrkirche Mariakirchen Maria Himmelfahrt, Kirchenglocken. Abgerufen am 28. September 2025.

Koordinaten: 48° 34′ 36,6″ N, 12° 51′ 54,7″ O