Mariä Himmelfahrt (Bad Münster am Stein)

Die römisch-katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt ist ein neugotisches Kirchengebäude in Bad Münster am Stein, einem Stadtteil von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Die denkmalgeschützte[1] Kirche steht unter dem Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel und prägt neben dem örtlichen Kurpark das Ortsbild von Bad Münster am Stein. Die Kirchengemeinde gehört zur Pfarrei Bad Kreuznach Hl. Kreuz im Pastoralen Raum Bad Kreuznach im Bistum Trier.

Geschichte

Nachdem im Jahr 1521 in Münster am Stein durch Pastor Peter Siegel die Reformation eingeführt wurde, gab es mehrere Jahrhunderte lang keine katholische Kirche mehr im Ort. Erst der Aufstieg von Münster am Stein zu einem viel besuchten Kurort im 19. Jahrhundert machte den Bau eines neuen katholischen Gotteshauses notwendig.[2] Mit dem Kirchenneubau wurde der Architekt Ludwig Becker beauftragt. Nach seinen Plänen wurde die heutige Saalkirche im neugotischen Stil um 1900 errichtet.[3] Im Zweiten Weltkrieg wurde Bad Münster am Stein von mehreren Bombenangriffen getroffen, durch die auch die katholische Kirche schwer beschädigt wurde.[2] Nach Abschluss der Wiederaufbauarbeiten wurde die Kirche am 11. Oktober 1964 erneut geweiht und unter das Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel gestellt.[4]

Baubeschreibung

Die Kirche Mariä Himmelfahrt ist eine neugotische Saalkirche, die von Süden (Vorhallenbau) nach Norden (Chor) ausgerichtet ist. Der Glockenturm mit Spitzhelm, vier Giebeln sowie vier kleineren Ecktürmchen erhebt sich auf quadratischem Grundriss und ist im Nordosten seitlich an den eingezogenen Chor mit Fünfachtelschluss angebaut. Langhaus und Chor werden von einer modernen Holz-Faltdecke überspannt.[5]

Ausstattung

Der Zelebrationsaltar in Mariä Himmelfahrt wurde vom Beckumer Bildhauer Ludwig Dinnendahl gestaltet und am 1. November 1988 durch den Trierer Weihbischof Leo Schwarz geweiht. Das Bronzegussreliquiar im Unterbau des Altars zeigt die Heilige Hildegard von Bingen beim Schreiben ihrer Visionsschrift Scivias.[4] Der moderne Kreuzweg der Kirche wurde vom Saarbrücker Künstler Ernst Alt gestaltet.[3]

Orgel

Die heutige Orgel von Mariä Himmelfahrt wurde 1997 von Konrad Mühleisen in Leonberg gebaut.[6] Die Orgelweihe fand am 4. Juli 1998 statt.[7] Das Instrument verfügt über 26 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal.[6]

I Rückpositiv C–
1. Bourdon 08′
2. Quintade 08′
3. Prinzipal 04′
4. Nassard 223
5. Doublette 02′
6. Terz 135
7. Quinte 113
8. Oktave 01′
9. Krummhorn 08′
Tremulant
II Hauptwerk C–
10. Pommer 16′
11. Prinzipal 08′
12. Gedeckt 08′
13. Gamba 08′
14. Oktave 04′
15. Traversflöte 04′
16. Quinte 223
17. Superoktave 02′
18. Mixtur IV–V 113
19. Trompete 08′
Tremulant
Pedalwerk C–
20. Subbaß 16′
21. Gedecktbaß 08′
22. Oktavbaß 08′
23. Choralbaß 04′
24. Posaune 16′
25. Trompete 08′
Commons: Mariä Himmelfahrt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Kreuznach. In: denkmallisten.gdke-rlp.de. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, 10. Juli 2020, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  2. a b Marion Nöldeke: Geschichte von Münster am Stein. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V., 16. Juli 2021, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  3. a b Kirche Maria Himmelfahrt. In: katholisch-kreuznach.de. Katholische Kirchengemeinde Bad Kreuznach Heilig Kreuz, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  4. a b Rainer Berndt (Hrsg.): "Im Angesicht Gottes suche der Mensch sich selbst": Hildegard von Bingen (1098-1179). De Gruyter, 2011, ISBN 978-3-05-005636-4, S. 504.
  5. Bad Münster am Stein / Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. In: Dehio digital Deutschland. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  6. a b Salicional: Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, Mariä Himmelfahrt. In: organindex.de. 5. März 2023, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  7. Heinz Kürten: Die Mühleisen-Orgel in der Maria-Himmelfahrt-Kirche Bad Münster am Stein - Festschrift zur Orgelweihe am 4. Juli 1998. Bad Münster am Stein-Ebernburg 1998.

Koordinaten: 49° 48′ 45,3″ N, 7° 50′ 38,7″ O