Mariä Himmelfahrt (Altenmünster)
Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Altenmünster, einem Ortsteil von Stadtlauringen im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt, ist eine Dorfkirche. Das Bauwerk gehört zu den Baudenkmälern von Stadtlauringen und ist unter der Nummer D-6-72-181-35 in der Bayerischen Denkmalliste registriert.
Geschichte
Die Pfarrei Altenmünster besteht seit dem 9. Jahrhundert. Ältester Teil des Gotteshauses ist der Kirchturm aus dem 13. Jahrhundert mit später aufgesetztem spitzem Dach im Stil Julius Echters. 1626–31 war der seliggesprochene Märtyrer Liborius Wagner in der Pfarrei tätig, die konfessionell gespalten war: der Hauptort Altenmünster überwiegend evangelisch, die Filiale Sulzdorf mehrheitlich katholisch. Aus streng lutherischer Familie stammend und bei den Jesuiten konvertiert, wurde Wagner 1625 in Würzburg zum Priester geweiht. Obwohl er immer wieder versuchte, zwischen den Konfessionen zu vermitteln, brachten ihn schwedische Soldaten 1631 auf Schloss Mainberg. Wegen seiner Weigerung, dem katholischen Glauben abzuschwören, wurde er zu Tode gefoltert; sein Leichnam wurde in den Main geworfen. Wagner wurde in der Pfarrkirche von Heidenfeld bestattet; anlässlich seiner Seligsprechung wurde ein Reliquiar in die Kirche von Altenmünster eingebracht.
Damals soll sich die Pfarrkirche in schlechtem baulichem Zustand befunden haben. 1672 wurde deshalb ein Neubau des Langhauses veranlasst.
Beschreibung und Ausstattung
Der Kirchturm, ein Chorturm, erhebt sich im Osten. Der Chorraum im Untergeschoss besitzt ein Kreuzrippengewölbe. Das Langhaus mit drei Fensterachsen ist flachgedeckt, die Fenster der Kirche sind spitzbogig. Taufstein und Sakramentshäuschen stammen aus der Bauzeit. Später erhielt die Kirche eine neugotische Einrichtung, die aber 1958 auf Veranlassung des Würzburger Dombaumeisters Hans Schädel entfernt wurde. Ende der 1980er Jahre kehrten einige Teile auf neuen Seitenaltären in die Kirche zurück. Über dem Taufstein birgt das Gotteshaus ein Bronzebildnis von Liborius Wagner, und über dem Altar findet sich ein hölzernes Kreuz mit bronzenem Korpus. Die Kirchenfenster thematisieren Liberius Wagners Seligsprechung.
Weblink
Literatur
- Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern I, Franken, Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1979, ISBN 3-422-00359-2, S. 14.
Koordinaten: 50° 9′ 37,5″ N, 10° 21′ 48″ O